Weinstadt

Nahwärme und Fotovoltaik: Pläne für Silcherschule Weinstadt werden konkret

Silcherschule Endersbach
Die Silcher-Grundschule in Endersbach. © Alexandra Palmizi

Die Silcherschule in Endersbach soll erweitert werden: Das millionenschwere Bauprojekt ist schon seit mehreren Jahren in der Planung und wird für das ganze Areal zwischen Schulstraße und Schafsgasse in Endersbach weitreichende Auswirkungen haben.

In Vorbesprechungen im Betriebs- und im Technischen Ausschuss haben die Stadtwerke nun ihre konkreten Pläne in Hinblick auch auf das neue Nahwärmekonzept und Stromgewinnung über eine Fotovoltaikanlage erläutert. Die Ratsmitglieder haben dem Versorgungs- und Energiekonzept für die Silcherschule einstimmig zugestimmt.

Von Gasheizung zu effizienter Nahwärme

Denn nicht nur werden die Stadtwerke für insgesamt rund 129.000 Euro eine neue, „hygienisch optimierte“ Hauptwasserleitung im Areal der Silcherschule erstellen, die auch die beiden neuen Gebäude Gartenschule und Dorfscheune mit anbindet.

Bisher befindet sich laut den Stadtwerken in der Silcherschule die sogenannte „Energiezentrale vier“: Diese besteht aus einem Pelletkessel mit 80 Kilowatt Wärmeleistung und zwei elektrischen Blockheizkraftwerken mit jeweils 100 Kilowatt Wärmeleistung. Der Kindergarten und die Turnhalle werden im Moment noch mit einer Gasheizung beheizt – das soll sich mit dem Umbau ändern.

Neue Gebäude sollen weniger Wärme benötigen

Die Versorgung der städtischen Gebäude in diesem Quartier solle langfristig über die Energiezentralen der Stadtwerke mit einem Nahwärmenetz erfolgen, deshalb soll die Gasheizung durch Nahwärmeanschlüsse ersetzt werden. Für die Gartenschule, die Dorfscheune, die Turnhalle und den Kindergarten soll die Nahwärmeversorgung außerdem um ein Niedertemperaturnetz erweitert werden.

Die Idee dahinter: Die Gebäude sollen durch die Sanierung beziehungsweise die moderne Bauweise künftig weniger Wärme benötigen, weshalb sie hoffentlich auch noch vom Rücklauf der Nahwärme zur Energiezentrale vier ausreichend profitieren können, erklärte Betriebsleiter Thomas Meier. Für die Netzanbindung werden voraussichtlich Kosten in Höhe von 28.000 Euro netto entstehen.

Leistungsstarke PV-Anlage auf mehreren Dächern

Der interessanteste Part bei der Planung ist aber wohl der zu den neuen Photovoltaik-Anlagen, die künftig alle fünf Gebäude auf dem städtischen Gelände mit einem gemeinsamen Arealnetz mit Strom versorgen sollen. Stadt und Stadtwerke planen, auf den beiden neuen Gebäuden Fotovoltaik-Anlagen mit insgesamt 73 Kilowatt-Peak zu errichten.

Auch auf der Turnhalle soll eine Photovoltaik-Anlage mit immerhin 53 Kilowatt-Peak Leistung installiert werden, davor muss allerdings erst das Flachdach saniert werden. Die neuen Anlagen sollen auf dem allerneusten Stand und architektonisch vertretbar sein.

Silcherschule soll weitestgehend autark werden

Außerdem sollen sie allen geltenden und in absehbarer Zukunft kommenden gesetzlichen Richtlinien entsprechen. Im Arealnetz zusammengenommen kommen die neuen Anlagen gemeinsam mit der bereits bestehenden PV-Anlage auf dem Dach der Silcherschule zu einer recht beachtlichen Leistung von 144 Kilowatt-Peak. Das ist rund achtmal so viel, wie die bestehenden Module liefern können.

Damit könne zukünftig rund 80 Prozent des Stromverbrauchs auf dem Areal mit grünem Strom abgedeckt werden, hofft Thomas Meier. Ein Batteriespeicher mit zwölf Kilowattstunden soll die Eigenstromversorgung zusätzlich unterstützen.

Stadt finanziert über Strompreis mit

So umweltfreundlich und effizient das auch alles klingen mag: Es gibt einen großen Haken. Die neue Photovoltaikanlage mit Arealnetz würden die Stadtwerke Weinstadt stolze 215.000 Euro kosten. Ein Betrag, der sich bei den derzeit geltenden Voraussetzungen für Eigenstromerzeugung auch nach vielen Jahren noch nicht rentieren würde, so Betriebsleiter Thomas Meier – es bliebe eine Finanzierungslücke von immerhin 100.000 Euro.

Deshalb schlagen die Stadtwerke der Stadt ein besonderes Finanzierungskonzept dafür vor: Bei einem sogenannten „Return of Invest“ soll die Stadt als Stromkunde mit dem Areal Silcherschule etwas mehr bezahlen, als eigentlich üblich: Mit einem Strommehrpreis von 3 Cent pro Kilowattstunde sollen die 100.000 Euro nach und nach aber spätestens nach 20 Jahren abgestottert werden.

Alle fünf Jahre soll abgerechnet und neu kalkuliert werden

Somit wäre der selbsterzeugte Strom im Silcherschul-Areal zunächst deutlich teurer, auf lange Frist soll die Stadt aber von der starken PV-Anlage profitieren. Aktuell gehe man aber davon aus, dass sich die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für grünen Strom und Photovoltaik-Anlagen künftig verbessern werden. Deshalb solle die Finanzierung im Rahmen der Abrechnung alle fünf Jahre genau angeschaut und gegebenenfalls angepasst werden.

Die Silcherschule in Endersbach soll erweitert werden: Das millionenschwere Bauprojekt ist schon seit mehreren Jahren in der Planung und wird für das ganze Areal zwischen Schulstraße und Schafsgasse in Endersbach weitreichende Auswirkungen haben.

In Vorbesprechungen im Betriebs- und im Technischen Ausschuss haben die Stadtwerke nun ihre konkreten Pläne in Hinblick auch auf das neue Nahwärmekonzept und Stromgewinnung über eine Fotovoltaikanlage erläutert. Die Ratsmitglieder haben dem

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