Weinstadt

Neue Corona-Lockerungen ab 1. Juli: Wie läuft es im Pflegeheim in Weinstadt?

Luitgardheim
Bewohnerin Kvetuse Rosa freut sich auf den Besuch ihrer Angehörigen im Luitgardheim. Begleitet wird sie von Betreuungskraft Jonela Nastase. © Dienste für Menschen (DfM)

„Wir haben bis dato keine Corona-Fälle“: Das Luitgardheim in Beutelsbach, das zum Esslinger Sozialunternehmen Dienste für Menschen (DfM) gehört, ist nach Angaben von Heike Schneider bislang gut durch die Krise gekommen.

45 Pflegebedürftige wohnen dort, im ganzen Unternehmen mit seinen rund 20 Heimen in drei Bundesländern sind es 1600. Und selbst hier sind laut Heike Schneider, die für DfM die Öffentlichkeitsarbeit macht, gerade einmal zwei Menschen an Covid-19 erkrankt. Inklusive aller Mitarbeiter an allen Standorten seien mehr als 4000 Menschen auf das Virus getestet worden – davon seien lediglich 30 Tests positiv gewesen. Und richtig erkrankt seien wie gesagt nur zwei Menschen.

Zwei Angehörige dürfen am Tag einen Bewohner besuchen

Die Lockerungen des Landes, die nun zum 1. Juli für alle Pflegeheime in Baden-Württemberg in Kraft getreten sind, bedeuten für alle mehr Freiheit. Nun dürfen wieder zwei Angehörige pro Tag einen Bewohner besuchen. Es müssen nun auch nicht mehr extra Termine ausgemacht werden.

Das war laut Heike Schneider auch mit Mehraufwand für das Personal verbunden. Die Angehörigen durften zudem nicht zu jeder Zeit kommen, sondern nur in bestimmten Zeitfenstern.

Wer kommen will, muss einen Mundschutz tragen

Jetzt gibt es zwar mehr Freiheit, allerdings dürfen die 45 Bewohner des Beutelsbacher Luitgardheims ihren Besuch nur in ihrem Zimmer treffen. Denn würden sich alle in Gemeinschaftsräumen aufhalten, würde schon wieder die Infektionsgefahr steigen. Wer aktuell ins Pflegeheim kommt, muss auch weiter seine Kontaktdaten am Eingang angeben, einen Mundschutz tragen und seine Hände desinfizieren.

Pfarrer Rainer Köpf spielte jeden Sonntag vor dem Heim

Wenn die Bewohner in den vergangenen drei Monaten das Haus verlassen wollten, konnten sie dies tun – aber danach mussten sie 14 Tage lang im Heim einen Mundschutz tragen. Die Folge davon war laut Heike Schneider, dass die Menschen im Heim blieben.

Eine große Freude war es deshalb für viele, dass jeden Sonntag der evangelische Beutelsbacher Pfarrer Rainer Köpf kam und vor dem Luitgardheim musizierte. Die Bewohner hatten auf den Balkonen und an den Fenstern zugehört. „Das wurde sehr gut angenommen.“

"Am Anfang wurden nur diejenigen getestet, die Symptome hatten"

Zu Beginn der Pandemie war nach Angaben von Heike Schneider die Gefahr groß, dass Bewohner sich infizieren. Die Testkapazitäten in Deutschland bestanden noch nicht in dem Umfang wie jetzt. Heute ist laut Heike Schneider sichergestellt, dass nur Menschen in der Pflege arbeiten, die auf das Coronavirus getestet wurden und deren Befund negativ ausfiel. „Am Anfang wurden nur diejenigen getestet, die Symptome hatten.“

Um das Risiko zu minimieren, hat auch das Luitgardheim in den ersten Wochen der Pandemie den Zugang für externe Dienstleister mit Einschränkungen versehen – etwa bei der Wäschereinigung.


"Es gab regelmäßig Besuche"

Trotz aller Einschränkungen hat das Luitgardheim nach Darstellung von Heike Schneider viel unternommen, damit sich nicht das Gefühl von Einsamkeit einstellt. „Es gab regelmäßig Besuche – und es wurde sehr viel telefoniert.“

Singen nicht erlaubt

Dienste für Menschen hat sogar fürs ganze Unternehmen extra Tablets gekauft, damit Bewohner mit Hilfe von Pflegekräften mit ihren Angehörigen per Videotelefonat sprechen können. Das war indes mit Aufwand verbunden, schließlich mussten diese Termine auch organisiert werden. Gruppenangebote innerhalb des Heims wie gemeinsames Singen fielen zwar aus, aber dafür wurde laut Heike Schneider versucht, die Bewohner verstärkt einzeln zu begleiten – etwa bei der Zeitungslektüre. „Es wurde viel mehr gelesen.“

Keine 100-prozentige Sicherheit bei Tests

Trotz der seit 1. Juli geltenden Lockerungen setzt DfM für alle seine Heime und damit auch fürs Luitgardheim weiter darauf, vorsichtig zu agieren. „Wir müssen nach wie vor auf der Hut sein“, sagt Heike Schneider. Bei den Coronatests gibt es schließlich keine 100-prozentige Sicherheit, dass das Ergebnis richtig ist. Solch eine Sicherheit würde es nur geben, wenn Bewohner zwei Wochen in Quarantäne gehen.

Körpertemperatur wird jeden Tag gemessen

Und so wird nach Darstellung von Heike Schneider auch weiterhin jeden Morgen im Luitgardheim geprüft, in welcher Verfassung die Mitarbeiter sind. Dazu gehört auch, die Körpertemperatur mittels Fieberthermometer zu kontrollieren. Überhaupt, sagt die bei Dienste für Menschen für die Pressearbeit zuständige Heike Schneider, habe das Personal im Luitgardheim in den vergangenen Wochen viel getan, um das eigene Risiko einer Erkrankung gering zu halten.

Wenn sie nun mit Rückblick vergleicht, wie sich die Dinge bis jetzt entwickelt haben, dann ist sie dankbar. „Am Anfang hatten wir wirklich Sorgen.“

„Wir haben bis dato keine Corona-Fälle“: Das Luitgardheim in Beutelsbach, das zum Esslinger Sozialunternehmen Dienste für Menschen (DfM) gehört, ist nach Angaben von Heike Schneider bislang gut durch die Krise gekommen.

45 Pflegebedürftige wohnen dort, im ganzen Unternehmen mit seinen rund 20 Heimen in drei Bundesländern sind es 1600. Und selbst hier sind laut Heike Schneider, die für DfM die Öffentlichkeitsarbeit macht, gerade einmal zwei Menschen an Covid-19 erkrankt. Inklusive

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper