Weinstadt

Neue Ortsmitte: Wie soll sich Großheppach verändern?

neugestaltete Ortsmitte
Dennis Folk und Baubürgermeister Thomas Deißler auf dem Prinz-Eugen-Platz. © ALEXANDRA PALMIZI

Ein echter Platz, also eine freie Fläche, auf der sich Menschen gerne treffen, ist der Prinz-Eugen-Platz in Großheppach nicht: Die Durchfahrtsstraße dominiert die Geräuschkulisse, Freiflächen gehen für Parkplätze drauf, es steht allerlei Bauwerk ungeordnet herum, vom Wartehäuschen bis zur Kunstskulptur, und das Gestrüpp auf dem Grundstück hinter der Bushaltestelle wirkt, als warte es darauf, dass jemand den Zaun einreißt, damit es endlich ganz Großheppach bewuchern kann.

Eine von 20 Kommunen, die an dem Modellprojekt teilnehmen

Diese Beschreibung folgt einer subjektiven Wahrnehmung, klar. Es sehen aber viele, wenn auch nicht alle, so, dass sich in der Ortsmitte des Weinstädter Stadtteils, die Pfahlbühlstraße miteinbezogen, etwas ändern muss.

Eine Chance dazu ist die Teilnahme Weinstadts als eine von 20 Kommunen an einem Modellprojekt, das unter Federführung dreier Ministerien stattfindet: des Ministeriums für Verkehr mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie dem Ministerium für Soziales und Integration.

Alte Ortsmitte ist alles andere als barrierefrei

Es heißt „Ortsmitten - gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“, und aus diesem Titel lassen sich die beiden Ziele für Großheppach bereits ablesen. Zum einen ist die Ortsmitte rund um den Prinz-Eugen-Platz alles andere als barrierefrei.

Für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator und auch für Eltern mit Kinderwagen stellen hohe Bordsteine, die unterschiedlichen Bodenbeläge und Unterbrechungen auf den Fußwegen große Herausforderungen dar. Zum anderen ist die Ortsmitte nicht so belebt, wie es sich manche Bürger, die Verwaltung und ansässige Einzelhändler wünschten.

Was tun, um die Lage zu verbessern?

Das Ladengeschäft zwischen Reisebüro und Bäckerei Schreiber steht zum Beispiel seit geraumer Zeit leer – ein trister Anblick. Dass es hier aber eine Bäckerei mit Café gibt und gegenüber ein griechisches Restaurant mit Außenbewirtung, das sind eigentlich gute Grundlagen für mehr Leben in der Ortsmitte, finden Baubürgermeister Thomas Deißler und der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamts Dennis Folk.

Die beiden haben sich schon ihre eigenen Gedanken gemacht, welche Veränderungen die Situation verbessern könnten: Den Platz „freizuräumen“, für einheitlichen, ebenen Belag zu sorgen, den Bus auf der Fahrbahn halten zu lassen, das verwucherte Grundstück im Zuge der Umstrukturierung des Blatt-Areals (in Richtung Rems sollen 25 neue Wohneinheiten entstehen) nutzbar zu machen – das alles sind Ideen, die bei einem Vor-Ort-Termin genannt werden.

Aber, sagt Thomas Deißler: „Wenn die Bürger das nicht vorantreiben, kriegen wir hier nix hin.“ Er träumt sich schon weit in die Zukunft: Der Musikverein tritt auf, die Landfrauen bewirten ...

Die Menschen in Großheppach sollen an dem Prozess beteiligt werden

Über die Köpfe der Großheppacher hinweg soll freilich nichts entschieden werden in dem Modellprojekt, das die Regierung als Vorbild für andere Ortsmitten im Land nutzen will. Eine erste Bürgerbeteiligung hat kürzlich in der Prinz-Eugen-Halle mit dem Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH stattgefunden. Geladene Bürger, Ehrenamtliche und Gewerbetreibende durften dabei ihre Wünsche und Vorstellungen formulieren.

Von „autofrei“ bis „mehr Parkplätze“, von „WC“ bis „Biergarten“ steckten Fähnchen in dem Luftbildmodell von Großheppach. Eine Herausforderung wird es sein, die vielen, teils widerstrebenden Interessen zu berücksichtigen – alle unter einen Hut zu bringen ist sowieso unmöglich.

Schlüssiges Konzept soll Ende des Jahres kommen

Was sich aber laut Thomas Deißler und Dennis Folk schon herauskristallisiert hat: Die meisten stört die Grunbacher bzw. Kleinheppacher Straße, die hier verläuft, nicht so sehr. „Die hat eigentlich niemand infrage gestellt.“ Und: Es herrschte in der Prinz-Eugen-Halle große Einigkeit darüber, dass die Gebäude ringsum „prägend und schön“ seien, so Deißler – doch das werde „nicht richtig inszeniert“.

Dennis Folk schätzt, dass die Verwaltung dem Gemeinderat Ende des Jahres, nach der zweiten Beteiligungsrunde mit den Großheppacher Bürgern, ein schlüssiges Konzept präsentieren kann. Was dann aus den Plänen wird, ist aber noch ungewiss. Der Stadtplaner hofft auf ein entsprechendes Förderprogramm für die Umsetzung, das auf die Planungsphase folgen könnte.

Ein echter Platz, also eine freie Fläche, auf der sich Menschen gerne treffen, ist der Prinz-Eugen-Platz in Großheppach nicht: Die Durchfahrtsstraße dominiert die Geräuschkulisse, Freiflächen gehen für Parkplätze drauf, es steht allerlei Bauwerk ungeordnet herum, vom Wartehäuschen bis zur Kunstskulptur, und das Gestrüpp auf dem Grundstück hinter der Bushaltestelle wirkt, als warte es darauf, dass jemand den Zaun einreißt, damit es endlich ganz Großheppach bewuchern kann.

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