Weinstadt

Neues Hallenbad in Weinstadt: Bleibt der Skatepark doch bestehen?

Skateplatz
Der Skatepark beim Bildungszentrum ist bei jungen Menschen sehr beliebt. Erste Pläne für ein neues Hallenbad hatten an dieser Stelle Parkplätze vorgesehen. © Gaby Schneider

Als Oberbürgermeister Michael Scharmann und Stadtwerke-Chef Thomas Meier im Herbst 2020 ihre Pläne für ein neues Hallenbad am Bildungszentrum präsentiert haben, war das Echo fast durchweg positiv. Doch an einem Baustein gab es Kritik: Ausgerechnet der bei jungen Weinstädtern sehr beliebte Skatepark mit Grillstelle sollte zusätzlichen Parkplätzen weichen. Jetzt kommt ein Gutachten zu dem Schluss: Das ist voraussichtlich gar nicht nötig. Der Jugendgemeinderat zeigt sich erleichtert.

Dessen Vorsitzender Rajiv Heimann sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir sind davon ausgegangen, dass der Skatepark weichen muss und auch die Grillstelle des Jugendgemeinderats“, umso erfreulicher sei es, dass das offenbar nicht so sein muss. Anfang der Woche seien Oberbürgermeister und Stadtwerkechef im Jugendgemeinderat zu Gast gewesen und hätten ausführlich von den Hallenbadplänen berichtet, sagt Heimann.

Endgültig entschieden ist beim Hallenbad noch überhaupt nichts

Der Skatepark sei ein Jugendtreffpunkt, der vor allem im Sommer sehr gut angenommen werde – aufgrund der zentralen Lage, der sportlichen Möglichkeiten, der Entfernung zu Wohnhäusern. „Es ist gut, dass das erhalten bleiben soll“, sagt der 16-Jährige, „aber natürlich würden wir uns auch für einen Ersatz einsetzen, sollte es nicht so bleiben.“

Denn endgültig entschieden ist beim Hallenbad noch gar nichts. Die Stadt steht ganz am Anfang eines auf Jahre ausgelegten Prozesses, an dessen Ende beim Bildungszentrum ein neues Hallenbad stehen soll. Der Spatenstich ist für das erste Quartal 2023 geplant, die Fertigstellung zwei Jahre später, im ersten Quartal 2025.

Der "rote Platz" am Bildungszentrum Benzach muss weichen

Zunächst einmal muss die Stadt die städtebaulichen Voraussetzungen schaffen. Im aktuellen Bebauungsplan sind für das Gebiet südlich des Bildungszentrums Kleinspielfelder und kein Hallenbad vorgesehen. Auf einer Fläche von rund 1,8 Hektar ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig. Der entsprechende Aufstellungsbeschluss soll mit dem Segen des Technischen Ausschusses von Anfang Juli in einer Woche im Gemeinderat gefasst werden.

Der „rote Platz“, neben der Vollmarschule, ein Tartan-Spielfeld mit Toren und Basketballkörben, wird dem neuen Hallenbad weichen müssen. „Er soll nach links versetzt werden“, weiß Jugendgemeinderatschef Rajiv Heimann, „das ist uns genauso wichtig wie der Skaterplatz.“ Links bedeutet in diesem Fall: nach Nordosten, nördlich des Kunstrasenplatzes, wo sich aktuell noch ein mit Gras bewachsener Hügel befindet. Es werden im Sinne des Naturschutzes Ausgleichsmaßnahmen für den zusätzlich versiegelten Boden notwendig sein.

Zu der Skater-Anlage, die bald noch durch eine Graffiti-Wand erweitert werden soll, schreibt Pressesprecherin Claudia Leihenseder auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Erschließung des neuen Hallenbads für Pkw soll ausschließlich über die Beutelsbacher Straße erfolgen. Heißt: Wir gehen davon aus, dass der Skaterplatz bleiben kann, wo er ist.“

Verkehrsuntersuchung: Die vorhandenen Parkplätze reichen aus

Grundlage für diesen aktuellen Stand der Planung ist eine Verkehrsuntersuchung, die zu dem Schluss gekommen ist, dass keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen werden müssen. „Die Schwimmbadnutzer können auf dem Parkplatz nördlich des Stadions (ca. 150 Stellplätze) sowie nördlich der Sporthalle (80 Stellplätze) parken“, heißt es im Fazit der mit der Untersuchung beauftragten Bernard-Gruppe.

Auf dem Parkplatz an der Sporthalle stünden „selbst dann genügend Stellplätze für Besucher zur Verfügung, wenn in seltenen Fällen eine Großveranstaltung im Stadion stattfindet und der zugehörige Parkplatz voll belegt ist“.

Eine erste Veranstaltung für die Bürger soll am 21. Juli stattfinden

Rathaussprecherin Claudia Leihenseder betont allerdings: „Für alle wichtigen Bereiche rund um den Hallenbadneubau (wie etwa den Verkehr) soll es Beteiligungsprozesse für die Bevölkerung geben.“ Eine erste Informationsveranstaltung soll bereits am Mittwoch, 21. Juli, stattfinden.

Auch die Jugendlichen im Nachwuchsgremium wollen sich in den Prozess weiter einbringen, kündigt Rajiv Heimann an. Der 16-Jährige sagt: „Wir werden zum Beispiel darauf achten, dass es genügend Fahrradstellplätze gibt.“

Als Oberbürgermeister Michael Scharmann und Stadtwerke-Chef Thomas Meier im Herbst 2020 ihre Pläne für ein neues Hallenbad am Bildungszentrum präsentiert haben, war das Echo fast durchweg positiv. Doch an einem Baustein gab es Kritik: Ausgerechnet der bei jungen Weinstädtern sehr beliebte Skatepark mit Grillstelle sollte zusätzlichen Parkplätzen weichen. Jetzt kommt ein Gutachten zu dem Schluss: Das ist voraussichtlich gar nicht nötig. Der Jugendgemeinderat zeigt sich

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