Weinstadt

Neues Sportvereinszentrum SG-Cube in Weinstadt: Warum machen der TSV Schnait und der TSV Strümpfelbach jetzt auch mit?

SG-Cube
Vertreter des TSV Schnait und des TSV Strümpfelbach unterzeichnen eine Kooperationsvereinbarung mit der SG Weinstadt. © Benjamin Büttner

Mit dem TSV Schnait und dem TSV Strümpfelbach hat die SG Weinstadt die ersten Kooperationsverträge zur Nutzung ihres künftigen Sportvereinszentrums Cube unterzeichnet. Das bedeutet: ein attraktives sportliches Zusatzangebot in einer modernen Bewegungslandschaft für die Vereinsmitglieder. Und es bedeutet nicht das Ende des geselligen Vereinslebens. Denn eine Fusion schließen die Vorstände komplett aus.

Nicht nur Mitglieder der SG Weinstadt sollen profitieren

Der Cube wächst von Woche zu Woche. Die Einweihung der neuen modernen Sportstätte am Weinstädter Bildungszentrum, in der Turn- und Bewegungslandschaft, Gerätepark, Kurs- und Wellnessangeboten den Sport in Weinstadt komplett neu ausrichten. Davon profitieren sollen nicht ausschließlich Mitglieder der SG Weinstadt, wie der Vorstandsvorsitzende der SG Weinstadt Klaus Silbernagel erklärt. „Um Sport treiben zu können mit allen Annehmlichkeiten, die der Cube einmal bieten wird, muss man nicht SG-Mitglied werden.“ Deshalb habe es von Anfang zum Planungskonzept des Cubes gehört, ihn für Mitglieder anderer Vereine zu öffnen.

Zu den gleichen Konditionen wie ein SG-Mitglied

Wichtig ist Silbernagel eine Unterscheidung: Die Mitglieder sollen nicht ihrem alten Heimatverein den Rücken kehren und ihre neue Heimat in der SG finden müssen. „Jedes Mitglied eines Weinstädter Sportvereins darf hier mitmachen zu denselben Konditionen wie ein SG-Mitglied“, unterstreicht er. Die jetzt unterzeichneten Kooperationsverträge seien die allerersten Kooperationen der SG mit Cube-Bezug.

Wie kann der Sport in der Stadt gebündelt werden?

Jahrelang wurde in Weinstadt kaum in die Sportinfrastruktur investiert. Um den Bürgern aber das heute gewünschte Angebot auf hohem Niveau bieten zu können, sind aus Klaus Silbernagels Sicht bedarfsgerechte Sporträume die Voraussetzung. „Wenn wir den demografischen Wandel und die gestiegene sportliche Aktivität vieler Menschen in der Altersgruppe 50-Plus einbeziehen, war es überfällig.“ Vor zehn Jahren habe man sich erste Gedanken gemacht, wie der Sport in der Stadt gebündelt werden könnte.

Schnait und Strümpfelbach feierten in dem Zeitraum gerade ihr 100-jähriges Bestehen und seien nachvollziehbarerweise nicht dafür zu begeistern gewesen, „ausgerechnet jetzt an das Zusammengehen mit der SG zu denken – ganz gleich, in welchem Bereich.“

Endersbacher, Beutelsbacher und Großheppacher sind bereits dabei

2014 haben die ehemals eigenständigen Sportvereine VfL Endersbach, TSV Großheppach sowie SV Weinstadt beschlossen, einen weinstadtweiten Sportverein zu gründen. Dies mündete im März 2019 in die endgültige Verschmelzung der drei Vereine zur SG, später kam der reine Fußballverein SC Weinstadt hinzu.

Rund 4000 Mitglieder

Zwei Monate zuvor wurde offiziell der Bauantrag für den SG-Cube bei der Stadt eingereicht. „Wir mussten ihnen eine Vision vermitteln, mit den konkreten Bauplänen für den Cube konnten wir sie überzeugen“, so Klaus Silbernagel. Umgekehrt werde auch ein Schuh draus: „Mit dem durch die beiden Vereine gewonnen Mitgliederzuwachs auf rund 4000 Mitglieder hatten wir wirtschaftliche Stärke genug, konnten Eigenkapitel bilden und sowohl Stadt als auch Bank die Gewissheit bieten, dass wir den Cube stemmen können.“


Kosten für den SG-Cube: 6,5 Millionen Euro

Das Sportvereinszentrum kostet immerhin 6,5 Millionen Euro. 290 Quadratmeter Bewegungslandschaft, zweigeschossig, mit fest installiertem vollelektronischen Geräteparcours, ein gerätegestützter Fitness- und Gesundheitsbereich mit Kursangebot, Turnlandschaft und Wellness. Der Geräteparcours schlage mit rund einer halben Million Euro der Gesamtbausumme zu Buche.

37 Kurse sind nach Auskunft Silbernagels bereits fix, 30 Mitarbeiter, darunter zertifizierte Übungsleiter, stehen alleine für den Sportbetrieb im Cube parat. Für 2021 rechnen die Vorstände der SG mit der Eröffnung.

"Wir möchten uns abheben von Fitnessstudios"

Was bringt dies einem kleinen Verein wie Schnait? „Wir finden es wichtig, dass wir Vereine nicht gegeneinander schaffen, denn wir haben dasselbe Ziel“, sagt Klaus Plein, Erster Vorsitzender des TSV Schnait. „Wir möchten uns abheben von Fitnessstudios und zeigen, dass wir qualifizierten Gesundheits- und Rehasport und attraktive Kursangebote machen“, ergänzt sein Stellvertreter Klaus Metzger. Die Turnlandschaft im Cube bringe den Leistungsturnern (aktuell turnen acht der insgesamt 50 Turner zwischen zwölf und 18 Jahren auf württembergischer Ebene) wie auch zahlreichen Freizeitsportlern einen Zusatznutzen, den sich kein Bewegungsbegeisterter durch die Lappen gehen lasse.

„Immer mehr Menschen möchten auch in Schnait bis ins Alter sportlich aktiv sein“, so die Vorstände. Das vielseitige Angebot im Cube sei in idealer Weise auf die heutigen Lebens- und Arbeitsrhythmen zugeschnitten.

800 potenzielle Nutzer mehr

Aktuelle Kurse des TSV Schnait sprechen zwar von Step-Aerobic über Pilates bis zu Reha-Angeboten und Wassergymnastik viele Personen an, seien aber an Hallenzeiten gebunden, sagt Klaus Metzger. „Der Teilnehmer trainiert zur fixen Kurszeit, im Cube kann er aus mehreren Zeiten wählen.“ Vergessen werden dürfe nicht, dass auch die SG etwas davon habe. Klaus Plein spricht von einer Win-win-Situation: „Dem Cube bringt es 800 potenzielle Nutzer mehr, die helfen, die Auslastung zu garantieren, die es braucht, um sich zu rechnen.“

„Die Entwicklung ist nicht zu stoppen“

Aus Strümpfelbach rückt eine ähnliche Mitgliederanzahl hinzu, auch die Situation dort sei vergleichbar. „Wir sind ein kleiner Verein, kein Fitnessstudio am Ort. Das hier ist die beste Möglichkeit, und eine preisgünstige dazu, um es zu ermöglichen, dass die Mitglieder zu ihrer regelmäßigen Bewegung kommen“, so die Vorstandskollegen aus Strümpfelbach. Auch sie begrüßen darum den Schritt hin zu einer bewegungsfreundlichen Stadt: „Die Entwicklung ist nicht zu stoppen“, schneidet Vorsitzender Peter Grund die Problematik an, mit der viele kleine Vereine kämpfen: eine gestiegene Nachfrage nach Fitness- und Bewegungsangeboten, aber wenig Möglichkeiten bereits heute, ihr aus rein ehrenamtlichen Kräften adäquat nachzukommen.

Der nach aktueller Lage zu erwartende Nachwuchsmangel in zehn oder 15 Jahren wird das nach Ansicht der Vereinsführung noch verschärfen. „Wer macht heute noch gern ein Ehrenamt?“, so Kassier Rolf Oeckinghaus.

Vereine sollen komplett eigenständig bleiben

Vereinsleben bezieht seine Kraft nicht ausschließlich aus dem Vereinszweck. Gelebte Gemeinschaft, Interaktion, die soziale Komponente haben seit Jahrhunderten Bestand. „Tradition ist wichtig“, bestätigt Peter Grund vom TSV Strümpfelbach. Und versichert: Sie bleibe von den nun unterzeichneten Kooperationsverträgen unberührt. „Es spricht nichts gegen die Tradition, künftig mehr Sport treiben zu können.“ Die Kooperation sehe vor, dass die Vereine komplett eigenständig bleiben.

Keinerlei Bestrebungen für eine Fusion

Aus Sicht des Schnaiter Vorsitzenden ist es unwahrscheinlich, dass durch das sportliche Zusatzangebot Mitglieder abspringen. „Sie können ihrem Hauptverein treu bleiben wie bisher auch“, sagt Klaus Plein. Aus dem Grund gebe es keinerlei Bestrebungen für eine Fusion. Und der Strümpfelbacher Rolf Oeckinghaus findet: „Solange wir uns wirtschaftlich tragen können, besteht kein Motiv für eine Fusion.“

Mit dem TSV Schnait und dem TSV Strümpfelbach hat die SG Weinstadt die ersten Kooperationsverträge zur Nutzung ihres künftigen Sportvereinszentrums Cube unterzeichnet. Das bedeutet: ein attraktives sportliches Zusatzangebot in einer modernen Bewegungslandschaft für die Vereinsmitglieder. Und es bedeutet nicht das Ende des geselligen Vereinslebens. Denn eine Fusion schließen die Vorstände komplett aus.

Nicht nur Mitglieder der SG Weinstadt sollen profitieren

Der Cube wächst

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