Weinstadt

OB Michael Scharmann verteidigt die Stadt

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Nach Festival-Ärger: OB verteidigt Stadt_0
Vom Leuchtenden Weinberg über das Popfestival Steillage bis zum „Drei Farben Wein“-Fest: Oberbürgermeister Michael Scharmann kann mit Blick auf die drei städtischen Großveranstaltungen keine Versäumnisse der Verwaltung feststellen. © ZVW/Gabriel Habermann
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DreiFarben-Fest
Beim „Drei Farben Wein“-Fest hat es am ersten Veranstaltungstag (Samstag, 17. August) stark geregnet – und am Sonntag, 18. August, sorgte die Entscheidung, Gäste von 15.30 Uhr an umsonst reinzulassen, für Ärger. Zwei Stunden zuvor waren noch zehn Euro fällig. © ALEXANDRA PALMIZI

Weinstadt. Rückerstattungen beim Leuchtenden Weinberg, ein Defizit beim Popfestival Steillage, Kritik an der Aufhebung des Eintrittspreises am zweiten Veranstaltungstag des „Drei Farben Wein“-Fests: Bei drei Vorzeigeveranstaltungen der Stadt ist in diesem Sommer nicht alles rundgelaufen. OB Scharmann sieht indes keine Fehler bei der Weinstädter Verwaltung – und verweist auf die vielen Erfolge im Gartenschaujahr.

„Die Stimmung war hervorragend“: Wenn sich Michael Scharmann ans Popfestival Steillage im August erinnert, dann ist er stolz auf das Erreichte. Er will dann in erster Linie nicht über das angefallene Defizit und die nur zur Hälfte verkauften Tickets reden, sondern über die positiven Aspekte – und die überwiegen aus Sicht des Weinstädter Oberbürgermeisters. Trotz der Unwetterwarnung, sagt Scharmann, seien am Freitag viele Besucher gekommen – und wurden belohnt: Erst beim letzten Lied von Michael Schulte, dem Viertplatzierten beim Eurovision Song Contest 2018, habe es zu regnen angefangen. Wichtig, sagt Scharmann, sei es der Stadt gewesen, jungen Bands eine Chance zu geben. Als das Winterbacher Zeltspektakel zum ersten Mal stattgefunden habe, da sei es auch nur von wenigen Gästen besucht worden – und heute kommen mehr als 25 000. Daher will Scharmann eine Neuauflage des Steillage-Festivals. „Wenn es ein paar Mal geklappt hat, springen auch Sponsoren auf.“

Steillage: Nur 1500 von 3000 Tickets wurden verkauft

Jochen Beglau, Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Stadtmarketing ergänzt zudem, dass die gemeinsame Veranstaltung der Stadt mit der Popakademie Baden-Württemberg ein absolutes Novum gewesen sei. „Wir waren die erste Kommune.“ Über das genaue Defizit soll erst der Gemeinderat informiert werden. Die Abrechnung ist laut der Stadt zudem kompliziert und liegt nach deren Darstellung noch nicht vor. Unsere Zeitung hatte selbst nachgerechnet, dass bei 1500 verkauften Tickets von 3000 verfügbaren Tickets selbst im Fall, wenn alle 1500 verkauften Tickets Kombitickets waren (zum Preis von je 56 Euro), nur Einnahmen von 84 000 Euro zustande kommen können. Macht bei Netto-Ausgaben von 180 000 Euro ein Minus von knapp 100 000 Euro.

Finanziell nicht gut gelaufen ist auch der Leuchtende Weinberg im Juli, der nach rund drei Stunden aufgrund einer Unwetterwarnung der Warnstufe drei abgesagt wurde. „Dagegen sind wir versichert“, stellt OB Scharmann klar. Bislang haben 180 Menschen eine Erstattung des Eintrittspreises beantragt – und genau das Geld will sich die Stadt bei der Versicherung wiederholen. Da bereits im Vorfeld der Veranstaltung die Wetterprognose schlecht war, verkaufte die Stadt nur 5000 von insgesamt 10 000 Tickets. Zwölfmal sei beim Leuchtenden Weinberg alles gutgegangen, beim 13. Mal habe das Wetter eben einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Diesmal hatten wir einfach Pech.“

Beim „Drei Farben Wein“-Fest hatte Weinstadt ebenfalls kein Glück. Am Samstag, 17. August, regnete es durch – und trotzdem, sagt Scharmann, seien 300 bis 350 Menschen unter den Pavillons gestanden. 150 hätten sogar vor der Bühne zur Musik getanzt. Die Entscheidung am Tag danach, gegen 15.30 Uhr den Eintritt ganz aufzuheben, wurde von mehreren Besuchern kritisiert, die dafür noch zwei Stunden zuvor zehn Euro bezahlt hatten.

Scharmann verteidigt das Vorgehen. Er habe an die Standbetreiber gedacht, die am Samstag bereits kein gutes Geschäft gemacht hatten – und durch die Aufhebung des Eintritts für mehr Laufkundschaft sorgen wollen. „Da ist jede Entscheidung, die man trifft, für den einen gerecht und für den anderen nicht.“


Weinstädter Erfolge bei der Gartenschau

„Wir haben eine Gartenschau, die wahnsinnig gut gelaufen ist“: Oberbürgermeister Michael Scharmann ist es wichtig, bei aller Kritik auch die Erfolge zu betonen. So sei die Tiny-House-Ausstellung im Steinbruch von 45 000 Menschen besucht worden, zudem habe die Deutsche Botschaft in Rom bei der Stadt angefragt, ob sie diese nicht in diesem Herbst haben könne.

Die Chillout-Zone an der Birkelspitze wird laut Scharmann sehr gut angenommen, ebenso der Kanuverleih an der Rems durch den Anbieter „Die Zugvögel“. „Man sieht zehn Kanus hintereinanderfahren“, betont der OB.

Allein zum Wiegenfest zum Auftakt der Gartenschau Mitte Mai sind nach Angaben des Oberbürgermeisters 6000 Besucher gekommen. Das Konzert des Startenors Paul Potts Anfang Juni, sagt Scharmann, sei trotz Regens ausverkauft gewesen.

Bei der internationalen Museumsnacht im Mai kamen nach Angaben der Stadtverwaltung mehrere 1000 Menschen nach Strümpfelbach, um zu sehen, wie die Fachwerkhäuser nachts illuminiert wurden.

Beim Wengerthäusle-Opening im Juni in den Großheppacher Weinbergen wurden laut Scharmann 1500 Gläser zum Preis von drei Euro verkauft – obwohl es zwischen 17 und 18.30 Uhr geregnet habe. Solch ein Glas fungierte quasi als eine Art Eintrittskarte.
Allein 700 Veranstaltungen finden zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober im Rahmen der Gartenschau in Weinstadt statt. Scharmann ist überzeugt, dass alle Teilnehmerkommunen profitieren und das Remstal auf sich aufmerksam gemacht hat. „Nichts Besseres hätte Weinstadt passieren können wie eine Gartenschau.“