Weinstadt

OB Michael Scharmann: Weinstadt muss sich rüsten für das „Tübinger Modell“

Haushalt
Oberbürgermeister Michael Scharmann will eine dezentrale Infrastrukur für Schnelltests in Weinstadt schaffen. © Gabiel Habermann

Viele Menschen haben am Samstag die letzte Chance genutzt, im Einzelhandel ohne Voranmeldung einzukaufen. Das heißt aber nicht, dass die Mode-Läden, Juweliere oder Spielwarengeschäfte an diesem Montag geschlossen bleiben. Sie setzen auf „Click and Meet“. Indes will Oberbürgermeister Michael Scharmann die Testkapazitäten weiter ausbauen und hofft auf einen Erfolg des „Tübinger Modells“.

Dort läuft unter Oberbürgermeister Boris Palmer ein Modellversuch. Wer einen negativen Schnelltest vorweisen kann, darf Geschäfte und Außengastronomie besuchen. Palmers Amtskollege in Weinstadt kann sich das auch für seine Stadt gut vorstellen. „Das ist seit Tagen und Wochen durchgängig mein Thema: Wie können wir weitere Testzentren wie in der Einkaufsstraße in Endersbach aufbauen? Wie können wir das auch in Beutelsbach umsetzen?“

Mehr Tests: Scharmann ist im Gespräch mit weiteren Apothekern

Er sei, berichtet Scharmann unserer Redaktion, im Gespräch mit weiteren Apothekern und anderen möglichen Unterstützern. Im Endersbacher Corona-Schnelltestzentrum und an den Schulen hat der Apotheker Tobias Grübel die Federführung beim Testen übernommen, dem Scharmann sehr dankbar ist. Das Deutsche Rote Kreuz in Weinstadt, dessen Vorsitzender der OB ja ist, stelle auch bereits neun Helfer, sagt der Rathauschef.

Weinstadt will gerüstet sein für Regelungen nach dem Tübinger Modell

Nun sei er auch mit der Drogeriemarktkette dm in Kontakt getreten, nachdem diese andernorts Corona-Schnelltestzentren eröffnet habe. Ein Testzentrum im Kalkofen? Warum nicht! „Wir müssen dezentrale Strukturen ausbauen, damit wir auch hier in Weinstadt gerüstet sind, falls das Tübinger Modell erfolgreich ist.“ Auf lange Sicht müssten aber auch die Impfungen Fahrt aufnehmen und Hausärzte rasch miteingebunden werden.

Fürs Erste setzen die Händler auf unkompliziertes „Click and Meet“

Zurück zur aktuellen Lage: Fürs Erste setzen viele Einzelhändler (es sind ja nicht alle gleichermaßen betroffen) in Weinstadt wieder auf „Click and Meet“, also Einkaufen nach Terminvereinbarung. Dazu zählen gezwungenermaßen Mode- oder Schuhhändler, Juweliere oder Parfümerien, für die sich wegen der steigenden Infektionszahlen im Kreis die Regeln verschärft haben.

Die Werbegemeinschaft Einkaufsstraße Endersbach hat über Social Media mitgeteilt, es den Kunden so einfach wie möglich machen zu wollen. „Am einfachsten ist sicher, kurz vorher anzurufen. Selbst wenn man vor dem Geschäft steht, kann man Termine kurzfristig vereinbaren, sofern die Maximalkundenzahl noch nicht erreicht ist, da pro 40 Quadratmeter ein Kunde die Geschäfte dann besuchen darf“, heißt es in dem Text.

Werbegemeinschaft Einkaufsstraße: Kategorisierung der Geschäfte ist "Schwachsinn"

Einkaufsstraßensprecher Christian Hartmann, ein strenger Kritiker der Corona-Politik, hat ihn verfasst – und dabei mit seinem Unmut einmal mehr nicht hinterm Berg gehalten. Besonders ärgert ihn die „willkürliche“ Differenzierung zwischen den verschiedenen Branchen. Wer zum Beispiel in den Baumarkt oder ein Blumengeschäft möchte, muss sich nach wie vor nicht anmelden. Zitat aus dem Schreiben der Einkaufsstraße: „Wir bitten aber zu berücksichtigen: Die betroffenen Betriebe haben sich diesen Schwachsinn nicht ausgedacht.“ Allerdings hielten sich alle an die Regeln, verfügten über gute Hygienekonzepte und ließen ihre Mitarbeiter testen.

Auch das Corona-Schnelltestzentrum vor seinem Geschäft, um Infektionsketten zu durchbrechen und langfristig für mehr Sicherheit zu sorgen, geht auf eine Initiative Hartmanns zurück.

OB Scharmann glaubt nicht, "dass die Öffnungen des Einzelhandels Auswirkungen hatten auf die Zahlen“

Das Engagement der Einzelhändler weiß Oberbürgermeister Michael Scharmann zu schätzen. Er glaube auch nicht, „dass die Öffnungen des Einzelhandels Auswirkungen hatten auf die Zahlen“. Ansteckungen passierten überwiegend im engsten Familienkreis, die Virusvarianten befeuerten den Trend. Scharmanns These: Wenn Einkaufen, Essen gehen oder Theaterbesuche wieder „kontrolliert erlaubt“ seien, „kommt es vielleicht zu weniger Treffen hinter verschlossener Tür“.

Der OB besucht seine Mutter nur noch mit negativem Test

Außerdem wirbt Scharmann dafür, die Möglichkeit zum wöchentlichen Gratis-Schnelltest auch zu nutzen. Er besuche etwa seine Mutter nur nach einem negativen Test. Dieser nehme nur wenige Minuten in Anspruch. „Wenn jeder die maximalen kostenlosen Tests nutzt, ist schon viel geholfen“, sagt Scharmann. So kämen auch unentdeckte Infektionen ans Licht: „Denn leider bekommt man von Covid-19 noch immer keine grünen Ohren.“

Viele Menschen haben am Samstag die letzte Chance genutzt, im Einzelhandel ohne Voranmeldung einzukaufen. Das heißt aber nicht, dass die Mode-Läden, Juweliere oder Spielwarengeschäfte an diesem Montag geschlossen bleiben. Sie setzen auf „Click and Meet“. Indes will Oberbürgermeister Michael Scharmann die Testkapazitäten weiter ausbauen und hofft auf einen Erfolg des „Tübinger Modells“.

Dort läuft unter Oberbürgermeister Boris Palmer ein Modellversuch. Wer einen negativen Schnelltest

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