Weinstadt

OB-Wahl: Michael Scharmann will Straßen ohne Sturzgefahr

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Die drei Kandidaten - Michael Scharmann. © Ramona Adolf
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Bislang Alexander Bauers einziger Konkurrent: Stadtrat Michael Scharmann (42). © ZVW

Weinstadt. „Weinstadt muss als Standort für junge Familien attraktiver werden und es muss so gestaltet werden, dass auch Senioren bis hin zu Hochbetagten sich hier wohlfühlen und möglichst lange selbstbestimmt leben können.“ Daran macht Michael Scharmann zwei Herausforderungen fest, die er als OB meistern will – sofern er gewählt wird.

Video: Michael Scharmann im Interview

Die ersten Schritte für familien- und altersgerechte Strukturen hat Scharmann schon als Gemeinderat mitentschieden. Er meint damit laut Pressemitteilung den Ausbau der Kleinkindbetreuung und des Ganztagesschulbereiches, der „offen gesagt die Stadt an die Grenzen der Leistungsfähigkeit treibt, da waren sich in den Haushaltsberatungen alle Fraktionen einig“. Trotzdem werde er als OB diese Politik fortsetzen: „Ich setze darauf, dass es mittelfristig gelingen wird, Bund und Land weitere Mittel für die Kommunen abzuringen.“ Der kommende Bundestagswahlkampf ist aus Scharmanns Sicht eine gute Gelegenheit für den neuen Weinstädter Oberbürgermeister wie für alle Kommunalchefs im Remstal, mit den Bundestagskandidaten „aller Parteien Tacheles zu reden“.

Altersgerechte Strukturen in der Stadt

Altersgerechte Strukturen in der Stadt zu erhalten und zu verbessern, ist aus Sicht von Michael Scharmann eine Aufgabe über alle Generationen hinweg. Er stehe in diesem Zusammenhang hinter der Aussage im Kursbuch 2030, mit der der Gemeinderat im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses die Aufgabe der Stadt definiert hat: „Die Stadt schafft attraktive Bedingungen für das Leben im Alter und unterstützt ihre Bürger aktiv beim Übergang in die neue Lebensphase. Dazu werden die Ansprüche und Bedürfnisse von älteren Menschen in Bezug auf Wohnformen, Dienstleistungs- und Einzelhandelsangebote sowie Freizeit- und Begegnungsmöglichkeiten in den planerischen Fokus genommen und neue Beratungsangebote vor Ort etabliert.“ Das sei eine Aufgabe, die das Amt für Familie, Bildung und Soziales erfüllen könne.

Eine ganz besondere Herausforderung ist für Scharmann aber die Voraussage in der Bevölkerungsprognose, dass sich in Weinstadt die Zahl der Menschen über 85 in den nächsten 20 Jahren fast verdoppeln wird. Auch deswegen sieht Scharmann die vom Gemeinderat beschlossenen Vorgaben des Kursbuches 2030 als eine Leitlinie: Ein selbstbestimmtes Leben im Alter sollte aus seiner Sicht Leitlinie der kommunalen Seniorenpolitik sein. Dazu gehören für ihn Investitionen in soziale Angebote und Anpassungen von sozialen Infrastrukturen an die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung. „Das heißt zum Beispiel Pflastersteine gegen rollator- und kinderfreundliche Straßenbeläge auszutauschen, damit Oma und Opa, Mütter, Väter und Kinder ohne Rütteln, Holpern und Sturzgefahr durch die Stadt laufen können.“ Und noch viel mehr: Was die Stadt tun kann, ist natürlich eine Geldfrage: „Da ist das Land gefordert, seine bisherige Sanierungsförderung anzupassen und auch sonst ausreichend Mittel für die Kommunen bereitzustellen, damit wir dieser Aufgabe gerecht werden können. Das ist ja kein kommunales Phänomen.“

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