Weinstadt

Personalnot in Weinstädter Kitas: Fachkräftemangel und kranke Erzieherinnen

Kita
Drei Kitas in Weinstadt bieten derzeit nur verkürzte Öffnungszeiten an (Symbolfoto). © Pixabay

Auch Kindertagesstätten in Weinstadt sind vom massiven landesweiten Fachkräftemangel betroffen. Ein hoher Krankenstand unter den Erzieherinnen spitzt die Lage zu. Drei Einrichtungen können aktuell ihre regulären Öffnungszeiten nicht mehr aufrechterhalten: die Kinderhäuser Benzach, Zügernberg und Irisweg. Für die Eltern ist das eine Belastung. Corona spielt für das Schlamassel nur indirekt eine Rolle.

Eltern sind gefragt: Multitasking im Home-Office zwischen Job und Kindern

Manche Eltern in Weinstadt nehmen es nach den Turbulenzen der vergangenen eineinhalb Corona-Jahre mit einer Mischung aus Sarkasmus und Gleichgültigkeit: Das Kind muss drei Stunden früher als geplant aus der Kita abgeholt werden? Man kennt’s – dann ist im Home-Office eben wieder Multitasking zwischen Job und Kinderbetreuung gefragt ...

Wer beruflich weniger flexibel ist, den bringen die Botschaften aus der Kita freilich an den Rand des logistischen Leistungsvermögens. Es macht nun mal einen bedeutenden Unterschied für die eigene Tagesplanung, ob das Kind von 7 bis 17 Uhr betreut wird oder von 8 bis 14 Uhr, wie dieser Tage im Großheppacher Kinderhaus Zügernberg.

Während hier von Donnerstag an wieder die regulären Betreuungszeiten angeboten werden sollen, ist die Betreuungszeit im Kinderhaus Benzach „zunächst bis Jahresende“ auf 8 bis 16 Uhr begrenzt. Auch im Kinderhaus Irisweg müssen die Kinder vorerst spätestens um 16 Uhr abgeholt werden.

Doch woran liegt das? Am Fachkräftemangel, den der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vor wenigen Tagen mit einer alarmierenden Umfrage unter Kita-Leitungen im Südwesten wieder auf die politische Agenda gesetzt hatte?

Personalmangel: Die Stellenanzeigen der Stadt Weinstadt sprechen für sich

Wer die Stellenanzeigen der Stadt Weinstadt studiert, stellt fest: Hier herrscht enormer Bedarf. Ganz allgemein werden pädagogische Fachkräfte gesucht, für den Irisweg im Speziellen eine Gruppenleiterin und eine pädagogische Fachkraft, für das Kinderhaus Halde IV eine Gruppenleiterin, für das Kinderhaus Benzach eine Gruppenleiterin und eine pädagogische Fachkraft, außerdem flexible Vertretungskräfte zur Unterstützung aller Teams – und besonders ausgebildete Fachkräfte zur Inklusion von Kindern mit Behinderung in verschiedenen Einrichtungen. Das aktuelle Personal reicht offenbar nicht aus, um den aufwendigen Betrieb zu gewährleisten.

Corona-Regel: Bei bestimmten Symptomen gilt „Betreten verboten!“

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt Carina Rother von der Pressestelle der Stadt Weinstadt: „Mehrere Langzeiterkrankungen, relativ viele kurzfristige Ausfälle durch Beschäftigungsverbote und die längere Suche bei vakanten Stellen führen zu dieser Situation. Hinzu kommt generell ein sehr hoher Krankenstand.“

Durch die Corona-Pandemie seien „viele Beschäftigte vermutlich vorsichtiger bei Krankheitsanzeichen“, trotz des bestehenden Testangebots. Bei bestimmten Symptomen gelte ohnehin ein Betretungsverbot für die jeweilige Kita. Es ist aber nicht so, dass sich die Erzieherinnen in Weinstadt massenhaft mit Corona infiziert haben: „Die Anzahl von pädagogischem Personal in Quarantäne aufgrund eines positiven Testergebnisses oder eines Familienangehörigen spielt nur in ganz wenigen Einzelfällen eine Rolle.“

"Der Fachkräftemangel ist (...) überall bekannt und Realität"

Sonderlich optimistisch, dass sich an der prekären Lage bald etwas ändert, ist man bei der Stadt Weinstadt nicht. Die Pressestelle verweist auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, nach der in Deutschland 120.000 Erzieherinnen fehlen. „Der Fachkräftemangel ist im Bereich des pädagogischen Personals überall bekannt und Realität. Der Krankenstand unterliegt saisonalen Schwankungen“, heißt es aus dem Rathaus.

Auch Kindertagesstätten in Weinstadt sind vom massiven landesweiten Fachkräftemangel betroffen. Ein hoher Krankenstand unter den Erzieherinnen spitzt die Lage zu. Drei Einrichtungen können aktuell ihre regulären Öffnungszeiten nicht mehr aufrechterhalten: die Kinderhäuser Benzach, Zügernberg und Irisweg. Für die Eltern ist das eine Belastung. Corona spielt für das Schlamassel nur indirekt eine Rolle.

Eltern sind gefragt: Multitasking im Home-Office zwischen Job und

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