Weinstadt

Pfarrerin Ursula Fink verlässt Endersbach - bleibt Weinstadt aber erhalten

Pfarrerin Ursula Fink
Pfarrerin Ursula Fink (43) verlässt Endersbach und wechselt zur Großheppacher Schwesternschaft. © ALEXANDRA PALMIZI

„Die Welt ist klein. Wir werden uns privat sicherlich wiedersehen“ - die nun ehemalige Endersbacher Pfarrerin Ursula Fink hat am 24. Juli ihren letzten Gottesdienst gehalten.

Sie wird aber in Beutelsbach wohnen bleiben, denn sie wird ab September an die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik der Großheppacher Schwesternschaft wechseln. Dort wird die 43-Jährige angehende Erzieherinnen und Erzieher im Fach Religionspädagogik unterrichten.

Schwerer Abschied und der erneute Einstieg in die Pädagogik

Durch den „Pfarrplan 24“ war es schon lange vorgesehen, dass Ursula Fink in mindestens eineinhalb Jahren die Kirchengemeinde in Endersbach verlassen hätte. Den Wohnort wegen einer neuen Arbeitsstelle wechseln wollte sie jedoch nicht. Da kam die Schwesternschaft in Großheppach, die ihr eine Stelle als Religionspädagogin anbot, ihr sehr gelegen, so die ehemalige Pfarrerin.

Denn so hat sie die Möglichkeit, weiterhin in Beutelsbach wohnen zu bleiben, den privaten Kontakt mit der Kirchengemeinde zu pflegen sowie einer neuen Herausforderung entgegenzusehen: das Unterrichten der angehenden Erzieherinnen und Erzieher in Beutelsbach.

Pfarrerkollegen übernehmen ihr Einsatzgebiet

Aber ihr ist klar: „Es ist ein Einschnitt für die Gemeinde“, so die ehemalige Pfarrerin von Endersbach. Ihr Endersbacher Kollege Pfarrer Michael Schneider und der Strümpfelbacher Pfarrer Helmut Kaschler kümmern sich künftig um ihre ehemaligen „Schäfchen“. Sie sei sehr froh darüber, dass ihre Kollegen ihren Weggang auffangen und ihr den Abschied so etwas leichter machen.

Und natürlich freut sich die Weinstädterin auf das Unterrichten, doch auch sie empfand ihren letzten Gottesdienst als wehmütig und traurig. Viele Gottesdienstbesucher und Kirchenmitglieder hätten sich an diesem Tag bei ihr für die tolle Arbeit in der evangelischen Gemeinde bedankt und ihre Schwermut über die Lücke, die sie hinterlässt, geäußert.

Vor allem wird ihr die Arbeit mit den Ehrenamtlichen des Kirchengemeinderats fehlen. Sie hat die Arbeit mit den Menschen, mit Kindern genauso wie Senioren, sehr gemocht. Die Vielfalt der Aufgabenbereiche und das regelmäßige Zusammenkommen habe die Arbeit als Pfarrerin für sie nur noch erfüllender gemacht, so Ursula Fink. Dennoch: Sie startet nun wieder in eines ihrer größten Interessenfelder - die Pädagogik.

Ursula Fink: „Pädagogik hat mich schon immer interessiert“

Schon während der Arbeit als Pfarrerin in Endersbach hat sie nebenbei einmal pro Woche das Fach Religion an der Silcher-Grundschule unterrichtet. „Die Pädagogik hat mich schon immer interessiert.“ Es mache ihr besonders Spaß, die Gedankengänge von Kindern, und auch Jugendlichen im Konfirmationsunterricht, zu verfolgen, nachzuvollziehen und sie mit dem Stoff, den sie lehrt, zu erweitern.

„Es ist schön, wie Kinder denken und was sie für Fragen an das Leben haben“, fügt Ursula Fink mit einem Lächeln hinzu. Erfahrung in der Pädagogik hat sie bereits vor ihrer Pfarrstelle in Weinstadt gesammelt - an der evangelisch-theologischen Fakultät in Tübingen hat sie drei Jahre Proseminare gehalten.

Jungen Erziehern Religion näherbringen

Schon während des vergangenen Jahres hat sie nebenher angefangen, an der Fachschule für Sozialpädagogik stundenweise zu unterrichten.

Die ehemalige Pfarrerin erzählt, dass viele angehenden Erzieherinnen und Erzieher zwar aus der Jugendarbeit kommen - so viel Kontakt zum Gottesglauben sei aber nicht immer vorhanden, weshalb es sie umso mehr freut, Religionspädagogik zu lehren.

Zusammenarbeit mit Kita-Eltern und Azubis - wie soll das aussehen?

Religion spiele immer eine Rolle im Leben, da auch Kinder nicht in einer religionsfreien Umgebung aufwachsen. Aus diesem Grund wird die ehemalige Pfarrerin nicht nur die christliche Religion mit den Kindern und Auszubildenden durchgehen, sondern auch Feste des Islams, wie der Ramadan, oder des Judentums und Hinduismus behandeln.

Damit die angehenden Erzieher auf ihre Schützlinge auch richtig eingehen können, werde in den Kitas auch die Hilfe der Eltern der Kinder benötigt, meint Ursula Fink: Denn als Christin wisse sie ja nicht ganz genau, wie die Bräuche von beispielsweise Ramadan oder Chanukka sind. Damit sich jeder dazugehörig fühlt, möchte sie einen Kalender mit allen Festen der verschiedenen Weltreligionen besorgen und konkret damit arbeiten.

„Die Welt ist klein. Wir werden uns privat sicherlich wiedersehen“ - die nun ehemalige Endersbacher Pfarrerin Ursula Fink hat am 24. Juli ihren letzten Gottesdienst gehalten.

Sie wird aber in Beutelsbach wohnen bleiben, denn sie wird ab September an die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik der Großheppacher Schwesternschaft wechseln. Dort wird die 43-Jährige angehende Erzieherinnen und Erzieher im Fach Religionspädagogik unterrichten.

Schwerer Abschied und der erneute

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