Weinstadt

Reinhold-Nägele-Realschule: Schulleiter Peter Schultheiß nimmt Abschied

SchultheissRektor
Peter Schultheiß, Schulleiter der Reinhold-Nägele-Realschule. © Gaby Schneider

Er „fliehe nicht“ aus Weinstadt, sagt Schulleiter Peter Schultheiß, im Gegenteil: Er habe seine Zeit an der Reinhold-Nägele-Realschule sehr genossen. Doch aus dem Amt jagen muss den 65-Jährigen auch niemand. Eineinhalb Corona-Jahre haben an den Nerven gezehrt – und die Option, doch noch zu verlängern, verblassen lassen. Also macht der Winnender Platz, so sieht er es selbst, für die „jüngere, schnellere“ Konrektorin Stefanie Böhringer. Er ist dabei ganz uneitel: „Das wird der Schule guttun.“

Sich selbst zurückzunehmen, das gehört zur Lebensphilosophie und Arbeitsweise von Peter Schultheiß. Beim Pressetermin in seinem kleinen Büro, das zu allem Überfluss mal wieder als Abstellkammer missbraucht wird – in diesem Fall für eine große Kiste Schüler-Tablets –, spricht er kaum über sich selbst.

Dafür viel von seinen Schülern und dem Kollegium; von der Digitalisierung, die in den vergangenen Jahren vorangetrieben wurde; von den kunstvoll gestalteten Karten, die Thomas Nägele, der Sohn von Reinhold Nägele, Jahr für Jahr der Schule widmet; vom ältesten Realschul-Russlandaustausch in ganz Deutschland, der so wertvoll sei für die Völkerverständigung; und auch vom „Schlimmsten, was einer Schule passieren kann“: wenn das Sekretariat unbesetzt ist.

„Ein Mensch allein kann doch keine Schule leiten“

Das Schulleiteramt hingegen? „Total überschätzt!“ Zumindest, wenn man es nur auf diese eine Person reduziere, die alles weiß und alles bestimmt: „Ein Mensch allein kann doch keine Schule leiten.“ Dazu gehörten vielmehr seine designierte Nachfolgerin Stefanie Böhringer, das Sekretariat, der Hausmeister und das Personal, das in der Pause Brötchen verkauft ... sie alle und einige mehr zählt Peter Schultheiß auf. Ein „toller Teamgeist“ herrsche an der Schule. „Wenn Sie keinen Platz lassen – wie sollen dann andere lernen, Verantwortung zu übernehmen?“, fragt Peter Schultheiß.

Sein Amt hat der Mathe- und Physiklehrer vor elf Jahren angetreten. Da hatte er schon einige Erfahrung gesammelt – als Lehrer, aber nicht nur. Peter Schultheiß schloss die Pädagogische Hochschule in Ludwigsburg zu einer Zeit ab, da herrschte keine „Lehrerknappheit“, sondern eine „Lehrerschwemme“. Er fand zunächst keinen Job, landete dann an einer Berufsschule in Aschaffenburg. Nach einem Jahr konnte ihm die Schule keinen weiteren Vertrag anbieten – er fand eine Stelle als Organisationsprogrammierer bei Siemens in Frankfurt.

Zwischenstation: Geschwister-Scholl-Schule Winnenden

Seine erste längere Schulstation folgte: die Geschwister-Scholl-Realschule in Winnenden, „eine gute Schule“. Anschließend war Schultheiß drei Jahre lang Konrektor in Stuttgart, ehe er sich auf zwei freie Schulleiterstellen bewarb und im Sommer 2010 die Reinhold-Nägele-Realschule übernahm.

Hier hat er viele Schülerinnen und Schüler „als kleine Mädchen und Jungs“ begrüßt und als „junge Erwachsene mit viel Stolz“ verabschiedet. Diese Wege zu begleiten, für die Kinder da zu sein, sei immer wieder eine „schöne Erfahrung“ gewesen.

Die Corona-Krise hat ihm viel abverlangt

Am kommenden Mittwoch wird Peter Schultheiß verabschiedet. Für seinen Ruhestand hat er sich vorgenommen, viel zu lesen, das elterliche Haus auf Vordermann zu bringen, aber auch körperlich wieder fit zu werden: „Ich reise gerne in die Berge, aber mir fehlt die Kondition“, sagt er.

Auf der Zielgeraden seiner beruflichen Laufbahn hat ihm die Corona-Krise einiges abverlangt: „Ich muss gestehen, dass die letzten eineinhalb Jahre unglaublich anstrengend gewesen sind.“ Und doch: Er komme bis zum letzten Tag gerne an seinen Arbeitsplatz, versichert er.

Er „fliehe nicht“ aus Weinstadt, sagt Schulleiter Peter Schultheiß, im Gegenteil: Er habe seine Zeit an der Reinhold-Nägele-Realschule sehr genossen. Doch aus dem Amt jagen muss den 65-Jährigen auch niemand. Eineinhalb Corona-Jahre haben an den Nerven gezehrt – und die Option, doch noch zu verlängern, verblassen lassen. Also macht der Winnender Platz, so sieht er es selbst, für die „jüngere, schnellere“ Konrektorin Stefanie Böhringer. Er ist dabei ganz uneitel: „Das wird der Schule

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