Weinstadt

Remstal-Gymnasium Weinstadt: Schüler sammeln mehr als 3000 Euro für die Ukraine

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Gedenkveranstaltung am Donnerstag: Die Unterstufenschüler haben Gedanken zum Krieg gesammelt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Unzählige Friedenstauben aus Papier – manche nur dezent mit guten Wünschen oder Versen beschrieben, andere aber auch blau-gelb ausgemalt – flattern im Treppenraum des Remstal-Gymnasiums.

Sie hängen an Leinen oder wurden direkt an die Treppenbrüstungen der verschiedenen Stockwerke geklebt. Jede dieser Tauben wurde von einem Schüler gekauft – gegen eine Spende für die notleidenden Menschen in der Ukraine.

Schüler legen großen Ernst an den Tag 

Mit einer Gedenkveranstaltung in der großen Pause hat die Aktion, die direkt nach den Faschingsferien gestartet ist, nun offiziell ihr Ende gefunden. Wer es aber bis jetzt noch nicht geschafft hat, ein bisschen Geld zu spenden, und noch möchte, kann das noch bis Ende dieser Woche tun, teilte Katrin Menzel der fast vollzählig versammelten Schülerschaft mit.

Während eine Schülerin ein Stück auf dem Klavier spielt, die Unterstufenschüler dann ihre Gedanken und Wünsche zum Thema Ukraine-Krieg vortragen und Religionslehrer Christian Hauber Martin Luther King zitiert, schweigen die Schüler ernst und andächtig – das sei bei solchen Schulveranstaltungen bei weitem nicht selbstverständlich, weiß Schulleiter Matthias Wenzke. Er selbst hat sich bei der Aktion gar nicht groß eingemischt: Diese sei wirklich aus der Mitte der Schülerschaft heraus entstanden.

Lehrerin hatte die Idee, Schülersprecher setzen sie um

Es war Katrin Menzel, die das Thema während der Faschingsferien nicht mehr losgelassen hat: „Ich habe in den Ferien überlegt, dass es wichtig wäre, etwas zu starten“, sagt die Lehrerin. Schnell sei ihr die Idee mit den Friedenstauben gekommen: Andere Schulen haben bereits ähnliche Aktionen gestartet – und die Aula des Gymnasiums bietet sich eben bestens an, um hier Papiervögel aufzuhängen.

Nach den Ferien trägt sie die Idee an die Schülersprecher heran – und die gehen mit der Unterstützung der gesamten Schülermitverantwortung direkt an die Umsetzung: In der Aula werden in den Pausen Stände aufgebaut, an denen es die Papiertauben für mindestens einen Euro als symbolischen Preis zu kaufen gibt.

Schülersprecher bedanken sich bei der Schülerschaft für großzügige Spenden

Beim Ausschneiden haben die Fünftklässler fleißig mitgeholfen. Dass die Aktion aber so gut läuft, dass inzwischen schon 3280 Euro zusammengekommen sind, hätten die Schülersprecher nie erwartet.

Deshalb bedanken sich die vier am Donnerstag auch ganz herzlich bei ihren Mitschülern für die große Unterstützung. „Es wurde viel mehr gespendet, als wir geglaubt hatten“, sagt der Elftklässler Leon. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir so einen krassen Betrag erreichen können“, fügt Schülersprecherin Antonia, ebenfalls elfte Klasse, hinzu.

Kinder spenden ihr Geld, statt es für Essen auszugeben

Das Geld wird nun aufgeteilt: Die eine Hälfte geht an die Kinderhilfsorganisation Unicef, die Kinder vor Ort in der Ukraine unterstützen möchte - sobald das denn möglich ist. Die Idee „Kinder spenden für Kinder“ sei ihnen ebenfalls wichtig gewesen, erklären die Schülersprecher. Die andere Hälfte des Geldes soll an den Verein Ukrainer in Stuttgart gehen, der unter anderem auch die hier in der Region ankommenden Flüchtlinge unterstützt.

Das Besondere an dieser Spendenaktion sei, dass sie wirklich von den Schülern komme, sagt Verbindungslehrerin Katrin Menzel. Es sind nicht die Eltern, die ihr Scheckheft zücken, sondern wirklich Kinder, die ihr Taschengeld für eine kleine weiße Taube aus Papier ausgeben, statt sich davon etwas zum Essen zu kaufen in der Pause.

Unterstufen-Schüler setzen sich intensiv mit dem Krieg auseinander

Wie sehr der Krieg in der Ukraine gerade auch die jüngeren Schüler beschäftigt, zeigen die gesammelten Aussagen der Unterstufen-Schüler: „Frieden in der Ukraine“, fordern mehrere Schüler. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Freiheit“, findet ein Junge. 

„Stellt euch vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“, zitiert ein Fünftklässler einen bekannten Popsong. Die Kinder machen sich Gedanken darüber, wie es den Menschen, die ihre Häuser durch den Krieg verloren haben, durch Flucht von ihren Lieben getrennt wurden, wohl gerade geht. Aber nicht nur darüber: „Ich wünsche mir, dass die Menschen in Russland frei ihre Meinung sagen dürfen“, wünscht sich ein Mädchen.

Unzählige Friedenstauben aus Papier – manche nur dezent mit guten Wünschen oder Versen beschrieben, andere aber auch blau-gelb ausgemalt – flattern im Treppenraum des Remstal-Gymnasiums.

Sie hängen an Leinen oder wurden direkt an die Treppenbrüstungen der verschiedenen Stockwerke geklebt. Jede dieser Tauben wurde von einem Schüler gekauft – gegen eine Spende für die notleidenden Menschen in der Ukraine.

Schüler legen großen Ernst an den Tag 

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