Weinstadt

Remstal-Markt und Edeka Reichert in Weinstadt: Viele kaufen noch mit Maske ein

RemstalmarktMaske
Rocco Capurso, Inhaber des Remstal-Markts Mack in Endersbach, trägt weiterhin Maske. © Gaby Schneider

Bevor es in den Supermarkt geht, noch ein Griff in die Taschen: Habe ich auch nichts vergessen? So ergeht es dem ein oder anderen Kunden vor dem Wocheneinkauf. Geldbeutel, Handy, Schlüssel sowie der Einkaufszettel dürfen nicht fehlen – und nicht zu vergessen: die Maske.

Doch was bis vor kurzem noch undenkbar war, ist jetzt in vielen Bereichen erlaubt: ohne Maske einkaufen. Denn seit Sonntag, 3. April, steht es den Kundinnen und Kunden frei, ob sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen wollen oder nicht. Durch das geänderte Infektionsschutzgesetz fielen bundesweit viele Corona-Maßnahmen – darunter auch die Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen für Innenräume.

Rocco Capurso: „60 Prozent tragen eine Maske, 40 Prozent nicht“

Im Einzelhandel besteht nun keine Maskenpflicht mehr. Allerdings haben die Betreiber die Möglichkeit, mittels Hausrecht eine Maskenpflicht zu verhängen. Davon macht Rocco Capurso jedoch nicht Gebrauch. „Das war für mich keine Option“, sagt der Inhaber des Remstal-Markts Mack in Endersbach. Die Maskenpflicht sei gesetzlich nicht mehr haltbar, so Capurso.

Nun überlässt er den Kundinnen und Kunden die Entscheidung, ob sie mit oder ohne Maske einkaufen gehen wollen. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“, sagt er und appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen. „Aktuell sind die Fallzahlen hoch. Niemand wird gerne krank.“

Bei einem Rundgang durch den Markt habe er beobachten können, „dass viele mit Masken einkaufen gehen“, sagt er. Capurso schätzt: Circa 60 Prozent würden die Maske noch tragen, 40 Prozent verzichten darauf.

Ob nun ältere Personengruppen vermehrt Maske tragen, lasse sich nicht einfach beantworten. „Es ist unterschiedlich. Ältere Personen achten schon darauf, aber auch Schülerinnen und Schüler tragen eine Maske“, berichtet Capurso.

Für Mitarbeiter gilt keine Maskenpflicht – nur wenn es zu Ausfällen kommt

Die Mitarbeiter des Remstal-Marktes Mack müssen außerdem auch keine Maske tragen. „Viele machen es aber trotzdem“, sagt Capurso. Sollte es aber in der Belegschaft zu vermehrten Ausfällen kommen, die auf das Coronavirus zurückzuführen sind, will er diese Entscheidung noch einmal überdenken. „Aktuell besteht kein Anlass dazu“, sagt Rocco Capurso. Bislang hätten sich nach Angaben des Inhabers die Krankheitsfälle in Grenzen gehalten.

Im Remstal-Markt sollen weiterhin die Hygienemaßnahmen bestehen bleiben. Die Einkaufswagen werden desinfiziert, es gibt Tücher für die Kunden sowie Trennscheiben an Kassen und Wurst- und Käsetheken. „Zum Schutz der Mitarbeiter“, erklärt Rocco Capurso. All diese Maßnahmen sollen auch nach der Corona-Pandemie beibehalten werden, so der Inhaber.

Außerdem sollen die Standzeiten beziehungsweise Wartezeiten für die Kunden im Kassenbereich kurz gehalten werden, so dass sich die Einkäufer nicht an der Kasse stauen. „In der Regel haben wir genügend offene Kassen, darauf achten wir vermehrt seit Beginn der Pandemie“, sagt er.

Rocco Capurso steht auch im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel. In einem seien sich die Einzelhändler einig, so Capurso: Das Tragen einer Maske sei allein auf freiwilliger Basis in den Märkten praktikabel. „Die Maskenpflicht ist nicht zu halten“, sagt er.

Anders sieht es bei den Regelungen für Beschäftigte im Einzelhandel aus. Bei manchen Kollegen bestehe die Maskenpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei anderen nicht, so Capurso.

Letztere Option setzt der Inhaber auch in seinem Markt in Endersbach durch: „Die Mitarbeiter können freiwillig Maske tragen“, sagt er.

Edeka Reichert: Keine Maskenpflicht für Kunden, aber für Mitarbeiter

Auch im Edeka Reichert in Endersbach müssen Kunden keine Masken mehr tragen. „Wir orientieren uns an der Empfehlung von Edeka und des Handelsverbandes“, sagt Kai Reichert, Schwiegersohn von Inhaber Dietmar Reichert. Medienberichten zufolge hatte Edeka bereits vor Inkrafttreten des geänderten Infektionsschutzgesetzes verkündet, dass in den Märkten keine Maskenpflicht gelten solle. Damit ist das Thema Mund-Nasen-Schutz aber nicht vom Tisch. „Wir empfehlen den Kunden, eine Maske zu tragen.“

Ein Großteil der Kundschaft würde tatsächlich noch mit Masken durch die Gänge des Supermarktes ziehen. Dabei könne Kai Reichert nicht sagen, welche Altersgruppen besonders vorsichtig sind. „Es geht breit durch die Bank“, sagt er.

Die Maskenpflicht mittels Hausrecht für Kundinnen und Kunden durchzusetzen, hält auch er nicht für praktikabel. „Wir haben die Kapazitäten nicht, um Kontrollen durchzuführen“, sagt Reichert. Dafür benötige man Mitarbeiter am Eingang, welche die Kunden kontrollieren und sie daran erinnern, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Mitarbeiter, die an anderer Stelle im Markt benötigt werden, so Reichert.

Der Einzelhändler fühlt sich mit der bundesweiten Entscheidung alleingelassen. Es sei nicht schön, „dass der Gesetzgeber die Verantwortung auf uns schiebt“, sagte er. Dadurch, dass jeder Einzelhändler entscheiden könne, wie er die Maskenpflicht umsetzen will, gebe es kein flächendeckendes Konzept oder gar eine einheitliche Linie, so Reichert.

Das Hygienekonzept soll weiterhin umgesetzt werden

Anders sieht es bei der Maskenpflicht für die Belegschaft aus. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Edeka-Marktes in Endersbach gelte eine interne Maskenpflicht. Das bedeutet, dass Beschäftigte bei der Arbeit eine Maske tragen müssen. „Das kommt sehr gut an“, sagt Kai Reichert.

Viele der Mitarbeiter seien froh, dass weiterhin die Maskenpflicht bestehe, sagt er. Und bislang sei die Belegschaft vor Corona-Fällen „recht verschont geblieben“, so Kai Reichert. In Zukunft werden im Markt weiterhin die Maßnahmen des Hygienekonzepts umgesetzt. Dazu zählten der Abstand von einem Meter fünfzig sowie Absperrbänder und Trennscheiben.

Bevor es in den Supermarkt geht, noch ein Griff in die Taschen: Habe ich auch nichts vergessen? So ergeht es dem ein oder anderen Kunden vor dem Wocheneinkauf. Geldbeutel, Handy, Schlüssel sowie der Einkaufszettel dürfen nicht fehlen – und nicht zu vergessen: die Maske.

Doch was bis vor kurzem noch undenkbar war, ist jetzt in vielen Bereichen erlaubt: ohne Maske einkaufen. Denn seit Sonntag, 3. April, steht es den Kundinnen und Kunden frei, ob sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen wollen

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