Weinstadt

Richard Sigel – Landrat und Vater

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Interessiert lauschen die Männer Landrat Richard Sigel (rechts) bei seinem Vortrag. © Danny Galm

Weinstadt-Strümpfelbach. Von seiner privaten Seite hat sich Landrat Richard Sigel am Mittwoch bei der Veranstaltungsreihe „Männer im Dialog“ der evangelischen Kirchengemeinde Strümpfelbach gezeigt. Im Vortrag „Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht“ berichtete er, wie er den Spagat zwischen seinen Amtsaufgaben und dem Familienleben schafft.

„Landrat – Ehemann – Vater: Im Spannungsfeld vielfältiger Aufgaben, Anforderungen und hochgesteckter Erwartungen“, Vortrag im Rahmen der Reihe „Männer im Dialog“ der Ev. Kirchengemeinde Strümpfelbach

Besuche bei Gartenbauvereinen und Unternehmen, Einladungen zu Rollstuhlsport und Gesprächsrunden, Kreistagssitzungen und Büroaufgaben: Seit seinem Amtsantritt im August 2015 ist Landrat Richard Sigel ein viel beschäftigter Mann. Zugleich ist der 39-Jährige Familienmensch, hat eine Frau und zwei kleine Kinder. Arbeit und Freizeit auszugleichen erfordert für ihn nicht selten einen Spagat, wie ihn auch andere Berufstätige allzu gut kennen dürften.

Zentraler Punkt: Die Überschneidung von Terminen und Freizeit, Arbeit und Privatleben

Bei der Veranstaltungsreihe „Männer im Dialog“ berichtete der Beinsteiner am Mittwoch aus seiner ganz privaten Sicht, wie er den Alltag als politischer Funktionsträger und Vater erlebt und gestaltet.

Der zentrale Punkt, der immer wieder in Sigels Vortrag auftaucht, ist die Überschneidung von Terminen und Freizeit, Arbeit und Privatleben. Mit seiner Frau teilt er sich einen Online-Kalender und plant mit ihr gemeinsam mehrere Wochen im Voraus. Richtige kleine Termingipfel seien das, sagt er mit einem Lachen.

Rigorose Planung ermöglicht feste Zeiten für die Familie

Damit kann das Ehepaar zwar nicht verhindern, dass Arbeitseinladungen aufs Wochenende fallen: Gerade Vereinsveranstaltungen und Aktionstage finden häufig an Samstagen und Sonntag statt, berichtet Sigel. Dann gibt’s notfalls auch mal einen Familienausflug mit Pflichtprogramm für den Vater: „Da hilft alles nichts, da müssen die Kinder halt mit.“

Aber durch die rigorose Planung kann Sigel sich zumindest feste Zeiten für die Familie nehmen. Einige Termine sind Pflicht, beispielsweise die Einschulung seines Sohnes im Herbst. Dazu kommen regelmäßige Familienzeiten: An drei Tagen pro Woche bereitet er das Vesper für seinen sechsjährigen Sohn und die dreijährige Tochter und bringt die beiden zur Kita um die Ecke.

Auch unangenehme Post hat Sigel schon zu Hause bekommen

An den anderen beiden Werktagen kommt er zum Mittagessen nach Hause. Gerade die Morgenstunden mit seinen Kindern seien für ihn eine schöne Zeit: mal ein bisschen länger liegenbleiben, den Morgen genießen.

Eine besondere Herausforderung stellt sich, wenn die Arbeit Sigel bis nach Hause folgt. Normal ist es für ihn, E-Mails und Unterlagen noch nach der Gute-Nacht-Geschichte für die Kleinen abzuarbeiten. Doch kurz nach seinem Amtsantritt, als Sigel sich häufig zum Flüchtlingsthema äußern musste, habe er unangenehme E-Mails und Briefe bekommen – sogar an seine Privatadresse.

Zwar sei das derzeit nicht der Fall, beruhigt Sigel. Doch die Erfahrung scheint ihn deutlich bewegt zu haben. Seine wichtigste Lektion aus dieser Zeit: „Person und Funktion zu trennen.“ Eine Herausforderung, die sich ihm Tag für Tag aufs Neue stellt.

"Männer im Dialog"

  • Bereits im 13. Jahr findet die Winterreihe der evangelischen Kirchengemeinde Strümpfelbach statt.
  • Sie richtet sich an Männer aus Weinstadt, unabhängig von deren Glaubenszugehörigkeit.
  • Die Vorträge finden von Oktober bis März jeweils am letzten Mittwoch des Monats statt. Am 22. Februar steht ein Bildervortrag zu amerikanischer Street Art auf dem Programm. Am 29. März wird das Thema „Sicherheit in der heutigen Zeit – ein verbreitetes Bedürfnis, aber auch realistisch?“ behandelt.