Weinstadt

Riesiger Kran in Beutelsbach platziert Urnenwand auf Friedhof

Beutelsbach Urnenwand
Die ungefähr drei Tonnen schwere Urnenwand schwebt ein. © Gabriel Habermann

Spektakuläre Bilder am Montagmorgen in Beutelsbach: Von der Stiftstraße aus hat ein Spezialkran die beiden Betonteile einer neuen Urnenwand über das Dach eines großen Fachwerkhauses hinweggehievt, hinauf auf den Friedhof. Die meisten Verstorbenen in Weinstadt werden inzwischen eingeäschert.

Der Teleskoparm des Spezialkrans ragt rund 60 Meter in die Höhe und ist schon von weitem zu sehen. Von seiner Spitze herab baumelt an zwei Ketten ein Betonteil, das rund drei Tonnen wiegt. Behutsam wird es abgelassen und von mehreren Bauarbeitern auf dem unteren Teil des Friedhofs entgegengenommen. Als der erste Teil der neuen Urnenwand abgesetzt ist, greift sich der Kranführer der Firma Ehmann aus Esslingen in der Stiftstraße das zweite Betonfertigteil und schafft auch dieses hinauf zum Friedhof.

Die Betonteile werden mit Sandstein verblendet

Die Urnenwand mit 40 Doppelkammern war am Morgen aus Fellbach geliefert worden. Sie soll noch mit Sandstein verblendet werden. Aus diesem Material werden auch die Platten beschaffen sein, die schließlich die einzelnen Kammern verschließen und von einem Steinmetz beschriftet werden können.

Die vorhandenen Urnenwände auf dem Friedhof sind belegt

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme, die der Technische Ausschuss des Gemeinderats im Juli 2020 beschlossen hatte, betragen rund 100 000 Euro. Die Beutelsbacher Urnenwand ist im gleichen Stil wie die 2019 gebaute Urnenwand in Großheppach gehalten. Nötig wurde die Neubeschaffung, weil die vorhandenen Urnenwände in Beutelsbach belegt sind. Nach einer Pressemitteilung der Stadt Weinstadt liegt das an einem Wandel in der Bestattungskultur: Rund 60 Prozent der Verstorbenen in Weinstadt würden inzwischen eingeäschert und anschließend in einer Urne bestattet.

Die neuen Urnenstelen in Strümpfelbach sollen im April fertig sein

Bis die neuen Urnenstelen in Strümpfelbach fertig sein werden, wird es nach Auskunft der Stadtverwaltung voraussichtlich April 2021 werden. „Dort soll mit beschichteten Stahlkanten der Hang im oberen Bereich des Friedhofs abgefangen werden, damit eine neue Ebene entsteht“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. „Mit einem malerischen Ausblick über Strümpfelbach werden schließlich beidseitig nutzbare Sitzbänke sowie 15 Urnenstelen aufgestellt.“

Kein Pflegeaufwand: Auch Baumgräber liegen im Trend

Die Entscheidung für Urnenstelen oder Urnenwände als Bestattungsform ist nicht der einzige Trend, der in Weinstadt und in anderen Städten spürbar ist: Auch Baumgräber werden immer beliebter. Nicht zuletzt, weil sie keinerlei Pflege bedürfen. Sich nicht um das Grab kümmern zu müssen komme zum Beispiel Menschen entgegen, die nicht in der Nähe der Gräber ihrer Verwandten wohnen, schreibt die Stadt Weinstadt dazu.

Baumgräber mit jeweils 52 Urnenrohren gibt es seit kurzem auf den Friedhöfen in Beutelsbach und Schnait. In Großheppach wird daran noch gearbeitet. Für alle drei Projekte hatte ebenfalls die Firma Ehmann aus Esslingen den Zuschlag erhalten. Sie lässt dabei zunächst um den geplanten Baumstandort in den Rasen Betonröhren in die Erde ein, die bei der späteren Bestattung geöffnet werden können. Danach wird der Baum mittig gepflanzt. In den Röhren haben bis zu zwei Urnen Platz. Nach der Bestattung wird der Rasen wieder zugemacht und eingeebnet. Der Name des Verstorbenen wird von der Stadt auf einem extra dafür vorgesehenen Grabmal angebracht.

Spektakuläre Bilder am Montagmorgen in Beutelsbach: Von der Stiftstraße aus hat ein Spezialkran die beiden Betonteile einer neuen Urnenwand über das Dach eines großen Fachwerkhauses hinweggehievt, hinauf auf den Friedhof. Die meisten Verstorbenen in Weinstadt werden inzwischen eingeäschert.

Der Teleskoparm des Spezialkrans ragt rund 60 Meter in die Höhe und ist schon von weitem zu sehen. Von seiner Spitze herab baumelt an zwei Ketten ein Betonteil, das rund drei Tonnen wiegt. Behutsam

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