Weinstadt

Schönbühl für zwölf Millionen Euro angeboten

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Thomas Barth vor dem Hauptgebäude des Schönbühl-Areal. © Alexander Roth

Weinstadt.
Wer das ehemalige Jugendheim Schönbühl kaufen will, hat jetzt die Gelegenheit: Eigentümer Thomas Barth bietete es für zwölf Millionen Euro bei Immobilienscout24 an. Sein Inserat bei Immbilienscout24 nahm Thomas Barth jedoch inzwischen wieder raus. Er selbst hatte für das Areal im Jahr 2014 insgesamt fünf Millionen Euro bezahlt – wobei damals im Kaufpreis sogar noch die sechs Häuser des Saffrichhofs enthalten waren. Diese Gebäude mit ihren 25 Wohnungen hat Barth im Frühjahr 2017 an die Schorndorfer Firma Wertinvest Immobilien GmbH verkauft. Der genaue Preis ist unserer Zeitung in diesem Fall allerdings nicht bekannt.

Dass Thomas Barth das Schönbühlareal verkaufen will, wundert nicht. Keine einzige Fraktion konnte sich dafür erwärmen, zumindest nicht bei dieser Dimension. Allenfalls eine moderate Bebauung schien manchen Räten vorstellbar. Stadt und Gemeinderat fürchten nämlich eine starke Zunahme des Verkehrs in Beutelsbach sowie weitere Folgekosten bei der Infrastruktur.

"Ein spannender Platz"

Barth bietet laut eigener Aussage nicht den ganzen Schönbühl für zwölf Millionen Euro an, sondern lediglich das bebaute Areal des ehemaligen Jugendheims, das als Sondergebiet ausgewiesen ist. Die landwirtschaftlichen Flächen möchte der Unternehmer dagegen behalten. Laut eigenen Angaben hat er bereits einige Angebote auf dem Tisch, darunter auch von gemeinnützigen Trägern. Ein Interessent wolle zum Beispiel eine Altensiedlung errichten.

Barths Verhältnis zur Weinstädter Stadtverwaltung ist mittlerweile auf einem neuen Tiefpunkt angekommen. Der Unternehmer droht nun offen mit juristischen Schritten. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir rechtlich klären lassen, ob der Schönbühl erschlossen ist oder nicht.“ Hier geht es um den sein Monaten schwelenden Streit um die Trinkwasserversorgung. Die Stadt möchte, dass die laut Wasserversorgungssatzung anfallenden Kosten für die Errichtung der nach ihren Angaben notwendigen Wasserversorgungsanlagen übernommen werden. Barth wiederum will, dass der Schönbühl ans Netz der Weinstädter Stadtwerke angeschlossen wird, ohne dass er groß Geld ausgeben muss. Der Unternehmer fühlt sich unfair behandelt und verweist darauf, dass die Stadt auch keine Investitionen beim Trinkwasser verlangte, als der Landkreis auf dem Schönbühl zwischenzeitlich Flüchtlinge unterbrachte.

Unsere Zeitung hat am Montagnachmittag auch die Stadt um eine Stellungnahme gebeten. Pressesprecher Jochen Beglau sagte zu, sich im Verlauf des Dienstags zu melden.