Weinstadt

Schülerbetreuung soll teurer werden

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Symbolbild. © Laura Edenberger

Weinstadt. Die Gebühren für die Schülerbetreuung an den Weinstädter Grundschulen sollen vom 1. September an steigen. Das hat der Sozial- und Kulturausschuss bei einer Enthaltung beschlossen. Abgelehnt wurde von der Verwaltung und den Stadträten die Idee, Weinstädter Familien mit mehreren Kindern bei den Essensbeiträgen zu entlasten.

„Derzeit habe ich eine Familie, die drei Kinder bei uns an der Schule hat. Der Betrag ist für die Familie nicht mehr zu stemmen“: Mit diesen Worten hat sich Andrea Fortanier, Rektorin der Großheppacher Schillerschule, ans Weinstädter Amt für Familie, Bildung und Soziales gewandt. Mit Blick auf die geplante Erhöhung der Gebühren für die Schülerbetreuung schlug die Schulleiterin vor, dass Familien mit mehreren Kindern wenigstens fürs Essen weniger zahlen müssen. Sie verwies auf das Beispiel einer Familie, deren drei Kinder schon jetzt in der Großheppacher Ganztagsgrundschule mit ihren mitgebrachten Broten mittags dasitzen statt wie alle anderen das warme Menü zu nehmen. „Sie würden liebend gerne mitessen, doch ihren Eltern ist das Essensgeld zu hoch.“

Grundschulen: Monatsbeitrag fürs Essen liegt aktuell schon bei 85 Euro

Die Familie liegt knapp über der Grenze, an der sie eine Bildungskarte für ihre Kinder bekommen würde. Diese ermöglicht Menschen mit niedrigem Einkommen eine geförderte Beteiligung an Vereins-, Freizeit- und Nachhilfeangeboten. Auch die Mensa wäre für die Familie dann bezahlbar: Sie müsste dann nur einen Eigenanteil von einem Euro pro Mahlzeit schultern. Derzeit liegt die Essensgebühr, die zusätzlich zu den monatlichen Betreuungskosten bezahlt werden muss, bei den Ganztagsgrundschulen in Endersbach und Großheppach für alle fünf möglichen Betreuungstage monatlich bei 85 Euro. Die Elternbeiträge dafür will die Stadtverwaltung nun zum 1. September auf 87,50 Euro anheben.

Familien mit mehreren Kindern werden nicht belastet

Der Vorschlag der Großheppacher Rektorin, Familien mit mehreren Kindern beim Essen zu entlasten, lehnt Ulrich Spangenberg, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales, ab. „Das würde unser gesamtes System durcheinanderwürfeln.“ Letztlich müssten die Mindereinnahmen entweder auf die anderen Gebührenzahler oder auf alle Steuerzahler umgelegt werden. Spangenberg plädierte dafür, Regeln am großen Ganzen auszurichten und nicht an Einzelfällen. Zur Wahrheit gehört indes auch, dass eine Gebührenermäßigung für Familien mit mehreren Kindern in Weinstadt an anderer Stelle durchaus praktiziert wird. Bei den Kita-Gebühren fallen für das zweite Kind nur 85 Prozent der Betreuungskosten des ersten Kinds an, fürs dritte und vierte Kind mit 60 respektive 25 Prozent noch weniger.

Gemeinderat entscheidet über Erhöhung

In der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses gab es für die Marschroute der Weinstädter Verwaltung seitens der Stadträte keinen Widerspruch. Auch Ulrich Spangenbergs Pläne, die Gebühren für ergänzende Betreuungsangebote an den Ganztagsgrundschulen sowie die flexible Nachmittagsbetreuung in Beutelsbach zu erhöhen, wurden mit großer Mehrheit mitgetragen. Bei nur einer Enthaltung von Stadträtin Annette Rebmann (Grüne Offene Liste) votierte das Gremium dafür, dem Gemeinderat eine Gebührenerhöhung zu empfehlen. Dieser hat in der Sache das letzte Wort und entscheidet am Donnerstagabend, 28. März.


Essen kostet extra

Zusätzlich zu den Beiträgen für die Schülerbetreuung an den offenen Ganztagsgrundschulen in Weinstadt müssen Eltern bei der geplanten Gebührenerhöhung vom 1. September an einen monatlichen Verpflegungsbeitrag von 87,50 Euro für alle fünf Wochentage zahlen. Verpflichtend sind die Mensamenüs indes nicht.