Weinstadt

Schinkenwurst-König Willi Schäfer aus Weinstadt ist gestorben

Schäfer
Willi Schäfer im Jahr 2016 in seiner Metzgerei. © Gabriel Habermann

Er hat aus der Metzgerei seiner Eltern ein Unternehmen gemacht, das heute an elf Standorten im Remstal Filialen unterhält – und seine Schinkenwurst ist legendär: Willi Schäfer, Seniorchef der Beutelsbacher Metzgerei Schäfer, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Beerdigt wurde er bereits am Donnerstag.

Der erste Metzger in Deutschland, der einen Japaner ausbildete

Nach der Lehre arbeitete Willi Schäfer als Metzger an verschiedenen Orten. Seinen Meister machte er in Düsseldorf, nebenbei besuchte er noch die kaufmännische Schule. 1957 lernte er seine Frau Johanna kennen, die er zwei Jahre später heiratete. 1960 übernahm er den Betrieb seiner Eltern. Weltoffen blieb Willi Schäfer immer: Er arbeitete in den USA bei einem Metzger, engagierte bei einem Besuch in Paraguay einen neuen Mitarbeiter für sein Unternehmen und war Anfang der 80er der erste Metzger in Deutschland, der einen Japaner ausbildete. Auch japanische und koreanische Filmteams waren schon bei ihm.

Mitte der 90er übernahmen die Söhne

Willi Schäfers Söhne Uwe und Wolfgang Schäfer führen den Betrieb seit Mitte der 90er weiter, auch Enkel sind bereits an Bord. „Toleranz bei Mitarbeitern und Lehrlingen war ihm wichtig. Er förderte ehrgeizige, junge Mitarbeiter, die ihm lange Jahre verbunden waren. Durch das Erleben des Zweiten Weltkrieges und den frühen Tod seiner Mutter lernte er früh Selbstständigkeit und Dankbarkeit kennen“, heißt es in der Traueranzeige der Metzgerei Schäfer.

Auch die Mitglieder des örtlichen Liederkranzes nehmen Abschied von Willi Schäfer. „Seit 1968 war Willi Schäfer Mitglied im Liederkranz Beutelsbach – zwar nicht selbst als aktiver Sänger, doch hatte er stets einen guten Draht zu den Verantwortlichen im Verein“, schreibt der Ehrenvorsitzende Rüdiger Kinzler. „Seine fröhliche Art und sein Humor werden uns fehlen.“

Ehrenmitglied der Fleischerinnung

Ulrich Fritz, Obermeister der Fleischerinnung Rems-Murr, betonte in seinem Nachruf, dass sein Berufsstand mit Willi Schäfer einen geachteten und geschätzten Kollegen verliere, der sich über viele Jahre und Jahrzehnten hinweg immer mit seiner Fleischerinnung identifiziert habe. Von 1978 bis zur Fusion mit der Innung Backnang im Jahr 1990 gehörte Willi Schäfer schließlich dem Ausschuss und dem Vorstand der Fleischerinnung Waiblingen an. Und 1993 wurde er in Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. „Bei Schäfers, bei Willi, lernen zu dürfen war etwas Besonderes.“

Zum Abschied ein schwäbisches Gedicht

Hans-Jörg Polzer, Weinstädter FDP-Ortsvorsitzender und ein Freund der Familie, schrieb für Willi Schäfer zum Abschied extra ein Gedicht auf Schwäbisch: „Mer ka sein Wahlspruch so beschreiba: Was au kommt, s’gilt dra zu bleiba! Lauft ebbes schief, verkehrt ond schlecht, no hoißt sei Motto: Jetzt erscht recht!“

Er hat aus der Metzgerei seiner Eltern ein Unternehmen gemacht, das heute an elf Standorten im Remstal Filialen unterhält – und seine Schinkenwurst ist legendär: Willi Schäfer, Seniorchef der Beutelsbacher Metzgerei Schäfer, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Beerdigt wurde er bereits am Donnerstag.

Der erste Metzger in Deutschland, der einen Japaner ausbildete

Nach der Lehre arbeitete Willi Schäfer als Metzger an verschiedenen Orten. Seinen Meister machte er in

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