Weinstadt

Schreibwarengeschäft Straubmüller in Weinstadt-Beutelsbach: Inhaber Stephan Lorek hört auf

Schreibwarengeschäft Straubmüller
Stephan Lorek vor seinem Geschäft in der Beutelsbacher Ortsmitte. Noch in diesem Jahr will er es aufgeben. © Alexandra Palmizi

Seit fast 40 Jahren gibt es in der Beutelsbacher Ortsmitte einen Kiosk mit Schreibwarengeschäft, Lotto-Verkauf und Paketstation. Jetzt hat Stefan Lorek, der inzwischen fünfte Inhaber, seinen Rückzug angekündigt. Ein Grund: die Corona-Krise. Droht jetzt ein Leerstand? Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich in der aktuellen Lage zumindest schwierig – es gibt jedoch bereits mehrere Interessenten. Neben vielen Anfragen von Imbiss-Betreibern sind auch Unternehmer darunter, die den Schreibwarenladen fortführen wollen.

Dass der Laden in der Buhlstraße 38 leer steht, möchte auch die Stadt Weinstadt unbedingt vermeiden – insbesondere im Hinblick auf das Bauprojekt auf dem benachbarten Bleistiftareal, durch das die Ortsmitte weiter gestärkt werden soll.

Stephan Lorek betreibt das Geschäft seit fast sechs Jahren

Seit fast sechs Jahren betreibt Stephan Lorek das Geschäft, das noch immer unter dem Namen seines Vorvorgängers firmiert: „Straubmüller“ steht groß über einem der großen Schaufenster. Das Gebäude, in dem auch die Bäckerei Schreiber untergebracht ist, wurde 1984 gebaut.

Eine Weinstädter Familie kaufte der Stadt das Ladengeschäft ab und vermietet es seither an Einzelhändler, die es als Kiosk, Schreibwarenladen und Paketstation etabliert haben. Loreks Vorgängerin hat das Geschäft vier Jahre lang betrieben, Peter Straubmüller führte es zuvor circa zehn Jahre lang.

Betreiberwechsel sind bei solchen Geschäften üblich – Stephan Loreks Ausscheiden ist aber auch der aktuellen Lage geschuldet.

Warum hört der Einzelhändler auf? Corona ist einer der Hauptgründe

„Corona spielt schon eine große Rolle“, sagt der 57-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Schließzeiten, die Ungewissheit, die Verordnungen, nach denen er einen Teil seines Sortiments für die Kunden sperren musste – das alles hat sich nicht nur in der Kasse bemerkbar gemacht, sondern Stephan Lorek auch aufs Gemüt geschlagen. „Sowohl die finanzielle als auch die psychische Belastung waren groß“, sagt der Waiblinger – wobei er schon seit längerem gerne mehr Zeit für die Familie hätte.

Für seine Nachfolge wünscht sich Stephan Lorek jemanden, der die Tradition fortführt: „Die Menschen im Ort brauchen ein Schreibwarengeschäft“, sagt er. Das sehen auch die Verantwortlichen bei der Stadt Weinstadt so. „Natürlich hätten wir dort gerne wieder einen Schreibwarenladen“, lässt Wirtschaftsförderer Karlheinz Heinisch über den städtischen Pressesprecher ausrichten.

Wer "das vorhandene Sortiment sinnvoll ergänzt", ist willkommen

Aber auch „jeder andere Einzelhändler, der das vorhandene Sortiment sinnvoll ergänzt“, sei willkommen. Jedes Geschäft in der Beutelsbacher Ortsmitte sei wichtig, weil es einerseits die Bürger mit notwendigen Waren versorge und andererseits die Kundenfrequenz auch für benachbarte Geschäfte steigere: „Die Gemeinschaft der Einzelhändler funktioniert nur, wenn es eine gewisse Breite im Angebot gibt.“

Dass der Stadt an einer belebten Ortsmitte gelegen sei, zeige sich am Bauprojekt auf dem Bleistiftareal, so Pressesprecher Holger Niederberger: „Deswegen verlegen wir ja unter anderem die Stadtbücherei dorthin.“

Mit der Vermieterin des Ladengeschäfts stehe die Stadt in Kontakt und habe ihr eine kostenlose Gewerbeanzeige im Immobilienportal Region Stuttgart vermittelt. Auf der Plattform heißt es: „Sofort oder zum 1.9.2021“ sei das Geschäft verfügbar. Verkaufsfläche: 100 Quadratmeter, erweiterbar um 54 Quadratmeter im Keller.

Vermieterin: Es ist aktuell nicht einfach, einen Nachfolger zu finden

Interessenten gibt es schon, teilt die Vermieterin auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Zwar sei es „in der aktuellen Zeit nicht einfach, einen Laden vermietet zu bekommen“, aber die Lage des Geschäfts in der Ortsmitte sei nahezu perfekt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinkriegen.“

Konkrete Gespräche würden derzeit mit zwei Interessenten geführt, die gerne weiterhin Kiosk- und Schreibwarenhandel betreiben würden. Grundsätzlich sei sie aber offen auch für andere Branchen: Spielzeug, Kleidung – warum nicht?

Ein Imbiss? Eher unpassend, findet die Vermieterin

Eher unpassend fände sie einen Imbiss, sagt die Frau, die darum bittet, ihren Namen nicht in die Zeitung zu schreiben. Aus dieser Ecke erreichten sie aber tatsächlich die meisten Anfragen: Asia-Imbiss, Dönerbude, ...

Die Nachfolge von Stephan Lorek ist also noch ungeklärt, die Chancen aber stehen gut, dass das Ladengeschäft nicht lange leerstehen wird. Voraussichtlich bis Ende August wird der 57-Jährige den Laden weiter mit seiner einzigen Mitarbeiterin schmeißen, Kumrije Selmani, die alle „Rita“ nennen.

Die Aushilfskraft findet es schade, dass dann Schluss ist: „Ich hab meine Kunden lieb und sie haben mich lieb“, sagt sie und lacht. Und auch Lorek fällt der Schritt aus der Selbstständigkeit nicht leicht. Er möchte sich einen Job als Angestellter suchen – und freut sich auf mehr Freiraum.

Seit fast 40 Jahren gibt es in der Beutelsbacher Ortsmitte einen Kiosk mit Schreibwarengeschäft, Lotto-Verkauf und Paketstation. Jetzt hat Stefan Lorek, der inzwischen fünfte Inhaber, seinen Rückzug angekündigt. Ein Grund: die Corona-Krise. Droht jetzt ein Leerstand? Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich in der aktuellen Lage zumindest schwierig – es gibt jedoch bereits mehrere Interessenten. Neben vielen Anfragen von Imbiss-Betreibern sind auch Unternehmer darunter, die den

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