Weinstadt

Schulen in Weinstadt: Anzahl positiver Corona-Schnelltests "nicht dramatisch"

Silcherschule
An der Silcherschule gab es bislang einen positiven Schnelltest. © Gabriel Habermann

Die erste Schulwoche nach den Weihnachtsferien ist fast vorüber – und damit auch die tägliche Testpflicht an den Schulen. Nun ist es Zeit für Weinstädter Schulleiterinnen und Schulleiter, eine erste Bilanz zu ziehen. Wie viele Corona-Schnelltests haben positiv angeschlagen? Und welche Auswirkungen haben die täglichen Tests auf den Unterricht?

Grundsätzlich sei festzuhalten: „Vereinzelt hat es positive Schnelltests gegeben“, sagt Henriette Baumann, Rektorin der Silcherschule und geschäftsführende Leiterin der Schulen in Weinstadt. Die Anzahl der positiven Ergebnisse sei „nicht dramatisch“ einzuordnen. So gab es an der Silcherschule in Endersbach ein positives Schnelltest-Ergebnis. Auffallend dagegen sei, dass sich Schülerinnen und Schüler bereits in der Ferienzeit in Quarantäne begeben mussten. Vor Schulbeginn im neuen Jahr „haben viele Eltern ihre Kinder im Vorhinein getestet“, sagt Henriette Baumann. Wie die Stadt mitteilt, seien aktuell 18 Schülerinnen und Schüler aus Weinstädter Schulen mit dem Coronavirus infiziert und in Quarantäne.

Das sind die Vorgaben des Landes

Zur Erinnerung: In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien müssen Schülerinnen und Schüler täglich getestet werden. Ausgenommen von der Testpflicht seien Personen, die gegen das Coronavirus vollständig geimpft sind, oder genesene Personen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, teilt das Land Baden-Württemberg im Zuge der neuen Corona-Verordnung mit.

„Vor den Ferien haben wir dreimal die Woche getestet: Montag, Mittwoch und Freitag“, sagt Rektorin Henriette Baumann. Während beispielsweise die Salier-Realschule in Waiblingen über die Vorgabe des Landes hinausgeht und alle Personen unabhängig vom Impfstatus testet, „setzt Weinstadt die Verordnung des Landes um“, teilt die Stadt mit. Demnach müssen Geboosterte und Genesene mit einer Impfung nicht getestet werden. In der Praxis werden aber auch an der Reinhold-Nägele-Realschule alle Schülerinnen und Schüler getestet - unabhängig vom Impfstatus und auf freiwilliger Basis. „Wir laden alle zum Testen ein“, sagt Rektorin Stefanie Böhringer. Es gebe nur wenige Ausnahmen, die auf die Anordnung des Landes bestehen würden.

Es gehe Unterrichtszeit flöten

Dass nun eine Woche lang jeden Tag getestet werden muss, hat sich auch auf den Unterricht ausgewirkt. „Die Testungen finden in der Unterrichtszeit statt“, erklärt Henriette Baumann. Sie seien aber notwendig, damit Präsenzunterricht stattfinden könne. Doch längst ist der morgendliche Schnelltest Gewohnheit für die Lehrkräfte sowie für die Schülerinnen und Schüler. „Das Testen ist unser Leben geworden,“, sagt Baumann.

Ein großer Zeitaufwand. Matthias Wenzke, Rektor des Remstal-Gymnasiums, sagt: „Bei den Tests geht Unterrichtszeit flöten.“ Selbst in der Oberstufe dauere dies 15 Minuten, bei den Kleineren schon mal eine halbe Stunde. Bislang verzeichnet das Gymnasium einen positiven Schnelltest. Der betroffene Schüler habe nun einen PCR-Test gemacht, das Ergebnis stehe noch aus, so Wenzke. Auch im Gymnasium seien viele Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, „weil viele in den Ferien getestet wurden“. Betroffen seien 14 von insgesamt rund 1000 Schülern - sei es als Kontaktperson oder selbst als infizierte Person.

Ob man die tägliche Testung weiterführen oder doch zum Modell der dreimaligen Testung in der Woche zurückkehren sollte, „darüber kann man streiten“, sagt Wenzke. Er halte dennoch die dreimalige Testung, wie sie ab kommender Woche gelten soll, für praktikabel. Allein die organisatorische Verteilung der Tests auf die Klassen stelle einen erhöhten Aufwand dar, so der Schulleiter. Davon berichtet auch Rektorin Stefanie Böhringer der Reinhold-Nägele-Realschule.

Ziel ist es, den Präsenzunterricht beizubehalten

Gerade lagern die Schnelltests in der Versammlungsecke des Lehrerzimmers, damit die Lehrer nicht noch mehr Zeit verlieren, die Schnelltests für die Klassen zu holen. Das Test-Equipment, welches vom Land zur Verfügung gestellt werde, sei von unterschiedlichen Herstellern. Je nach Hersteller müssen die Lehrkräfte sich mit den neuen Test-Kits auseinandersetzen. Und das koste Zeit. Die Schulleiterin der Reinhold-Nägele-Realschule ergänzt: Es gehe zwar Unterrichtszeit verloren, diese werde dennoch in die Sicherheit investiert. In der ersten Schulwoche gab es bis jetzt zwei positive Schnelltests, so Böhringer.

Der Präsenzunterricht sei unerlässlich für die Schüler. Zwar seien die technischen Möglichkeiten für den Online-Unterricht vielfältig, dennoch könne die Lehrkraft im Präsenzunterricht auf Schüler achten, die mehr Hilfe brauchen. „Es gibt jene, die es allein daheim auf die Reihe bekommen, und jene, die Unterstützung brauchen“, so Stefanie Böhringer. Die Schere zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler dürfe nicht größer werden.

Krisenmanagement steht im Fokus

Als geschäftsführende Schulleiterin erklärt Henriette Baumann, dass es aktuell zwischen den Schulen keinen detaillierten Austausch darüber gebe, wie viele positive Schnelltests verzeichnet werden. Im Vordergrund stehen nun Vorbereitungen für den Fall, wenn die Omikron-Virusvariante weitreichende Konsequenzen mit sich bringt – beispielsweise wenn etwa ganze Klassen in Quarantäne müssten. „Uns geht es darum, Module im Krisenmanagement zu installieren.“

Dabei müssen Fragen geklärt werden: Wie kann die Betreuungssituation aufrechterhalten werden? Für welche Schülerinnen und Schüler muss eine Notfallbetreuung installiert werden? Ab kommender Woche wird dann nach den Vorgaben des Landes dreimal wöchentlich getestet. Das an der Schule tätige Personal wird täglich getestet, sofern kein Nachweis einer Booster-Impfung vorliege, teilt die Stadt Weinstadt mit.

Die erste Schulwoche nach den Weihnachtsferien ist fast vorüber – und damit auch die tägliche Testpflicht an den Schulen. Nun ist es Zeit für Weinstädter Schulleiterinnen und Schulleiter, eine erste Bilanz zu ziehen. Wie viele Corona-Schnelltests haben positiv angeschlagen? Und welche Auswirkungen haben die täglichen Tests auf den Unterricht?

Grundsätzlich sei festzuhalten: „Vereinzelt hat es positive Schnelltests gegeben“, sagt Henriette Baumann, Rektorin der Silcherschule und

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