Weinstadt

Schulweg-Initiative macht weiter Druck

4799bea4-cf23-460d-b287-8488f0264039.jpg_0
Die gefährliche Stelle an der Landesstraße Richtung Strümpfelbach: Eine Stettener Interessengemeinschaft setzt sich dafür ein, dass Autofahrer hier ausgebremst werden. © ZVW/Benjamin Büttner

Kernen/Weinstadt. Tempo 50, Piktogramme auf der Fahrbahn, Reflektoren an Leitpfosten – diese Maßnahmen wurden auf Bestreben einer Stettener Elterninitiative an der Landesstraße bei der Seemühle ergriffen, um den Schulweg mit dem Rad von Kernen nach Weinstadt sicherer zu machen. Das genügt der Initiative nicht, die nun den Verkehr gezählt hat und weiter für eine Ampel kämpft.

In einem Schreiben, das am Montag in den Kernener und Weinstädter Rathäusern, im Regierungspräsidium und im Landratsamt einging, erneuert die Sprecherin der Initiative „Sicherer Schulweg L1201“, Tanya Kasa aus Stetten, ihre Forderung nach weiteren Maßnahmen am gefährlichen Überweg. Konkret wünscht sich die Initiative eine Bedarfs-Druckknopfampel bei der Seemühle, wo der Radweg die Landesstraße quert (wir berichteten).

„Eindeutig unzureichend“ seien die bislang ergriffenen Maßnahmen an der Landesstraße, heißt es in dem aktuellen Schreiben der Initiative. Die Stadt Weinstadt hat Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn aufgebracht, Reflektoren angebracht und den Tempo-50-Bereich vor und nach der Kreuzung vergrößert. Bereits im Mai hatte die Initiative, die mittlerweile rund 275 Unterstützer hat, geschrieben: „Noch immer sind wir der Meinung, dass nur eine Bedarfs-Druckknopfampel für die dort querenden Fahrradfahrer/-innen und Fußgänger/-innen einen wirksamen Schutz bietet.“
 

Nicht nur Schulkinder, auch Freizeitradler queren die Straße

Vom Regierungspräsidium Stuttgart war laut Kasa außerdem eine Verkehrszählung angekündigt worden, bei der insbesondere die Zahl der Querenden erfasst werden sollte. „Aufgrund des bevorstehenden Endes des Schuljahres 2018/2019 und der Tatsache, dass leider noch immer keine Ergebnisse über den Ausgang der Erhebungen vorliegen“, habe die Interessengemeinschaft am Sonntag, 30. Juni, und Montag, 1. Juli, selbst den Verkehr gezählt, heißt es im aktuellen Schreiben (siehe Infobox).

Am Sonntag dominierten erwartungsgemäß die Freizeitradler den Querungsverkehr – eine dermaßen hohe Zahl hatte die Initiative aber nicht erwartet: Allein zwischen 11 und 13 Uhr haben nach ihrer Zählung 92 Radler die Landesstraße gequert. Zwischen 11 und 17 Uhr waren es im Schnitt 30 Radfahrer. Am Montag wechselten zwischen 7 und 9.15 Uhr 65 Fahrradfahrer die Straßenseite. Bis zum Ende der Zählung um 17 Uhr waren es insgesamt 182 Radler, im Schnitt also 18 in der Stunde. Auch Autos, Lastwagen, Busse, Traktoren und Motorräder zählten die Freiwilligen – in der Stoßzeit am Morgen zwischen 7 und 9.15 Uhr kamen sie am Montagmorgen auf 1562 Fahrzeuge, also fast zwölf Fahrzeuge pro Minute.

„Das Ergebnis hat uns in unserem Bestreben, uns am Überweg für eine sichere Lösung einzusetzen, noch bestätigt“, heißt es in dem Schreiben. Die 27 Schüler aus Stetten, die im kommenden Jahr Weinstädter Schulen besuchen werden, hätten ein Recht auf einen sicheren Schulweg, zumal ein Teil des Wegs auf der seit Juni 2019 offiziell beschilderten „Weinstadt-Radrundtour“ liege. Die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik bittet die Initiative nun um eine Stellungnahme zum weiteren Vorgehen – und um die Ergebnisse der geplanten Messungen vom Frühjahr.


Die Ergebnisse

Ihrem Schreiben hat die Initiative die detaillierten Ergebnisse ihrer Zählung angehängt. Demnach waren am Sonntag, 30. Juni, zwischen 11 und 17 Uhr 2198 Fahrzeuge (Autos, Busse, Traktoren, Motorräder) auf der Landesstraße unterwegs. 180 Radfahrer und 19 Fußgänger querten.

Am Montag, 1. Juli, waren es nach der Zählung der Initiative zwischen 7 und 17 Uhr 5630 motorisierte Fahrzeuge, davon wurden 2831 in den Hauptverkehrszeiten registriert. Insgesamt kamen die Stettener auf 182 querende Radfahrer, 107 in den Hauptverkehrszeiten. Hinzu kamen 30 Fußgänger über den Tag verteilt.