Weinstadt

Schwimmende Bühnen für die Gartenschau

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Im Zuge der Gartenschau sollen auf der Rems schwimmende Bühnen entstehen. © Laura Edenberger
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Projektleiter Martin Häckl von der Uni Stuttgart (rechts) stellt im Beisein seiner Studenten und von OB Michael Scharmann (Zweiter von rechts) die schwimmenden Bühnen vor.

Weinstadt. Egal ob Theater, Lesungen oder Weinproben: Mit Hilfe von schwimmenden Inseln, die wie Legosteine miteinander verbunden werden können, soll die Rems in Weinstadt zur Bühne werden. Noch bis Ende Oktober informiert eine Ausstellung im Beutelsbacher Rathaus über das Projekt für die Gartenschau 2019. Offen ist noch, ob der Tüv und das Landratsamt mitziehen.

„Ein gewisses Risiko muss man immer eingehen“: Oberbürgermeister Michael Scharmann weiß, dass die Stadt Weinstadt mit den schwimmenden Bühnen ein Wagnis eingeht. Klar, fest verankerte Seebühnen sind nichts Neues, aber Bühnen, die auf dem Wasser aus Modulen in verschiedenen Varianten miteinander kombiniert werden können, gab es im Remstal noch nie. Und als ob das nicht genug wäre, sind diese in der Lage, dank eines Elektromotors jederzeit von A nach B zu fahren. Natürlich muss die Stadt auch die Sicherheit gewährleisten, aber das wird laut Scharmann alles berücksichtigt.

 

So soll es ein statisches Gutachten geben, eine Tüv-Zulassung und auch eine Stellungnahme des Landratsamts müssen noch abgewartet werden, schließlich braucht es eine wasserschutzrechtliche Genehmigung. Auch für den Fall, dass ein Hochwasser droht, soll ein Notfallplan erarbeitet werden, der gewährleistet, dass die schwimmenden Bühnen schnell aus der Rems geholt werden. Nach Scharmanns Angaben gibt es Firmen, die genau das leisten.

Bühnen können an drei Stellen haltmachen

An drei Stellen auf einer Strecke von rund 800 Metern können die schwimmenden Bühnen haltmachen: In der Nähe des Steinbruchs im Trappeler soll ein Tiny House ankern, also ein winziges Häuschen auf dem Wasser, bei der Fischerhütte eine Pausenstation und bei der Häckermühle auf den Mühlwiesen eine große Bühne.

Auf der Picknickdecke liegen und das Konzert auf dem Fluss anhören

Martin Häckl, der in Kooperation mit der Weinstädter Stadtverwaltung mit einer Gruppe von 26 Studenten der Uni Stuttgart an dem Projekt arbeitet, kann sich gut vorstellen, dass die Menschen im Gartenschaujahr eine Picknickdecke mitbringen und es sich auf der Wiese bequem machen, um auf der schwimmenden Bühne eine Aufführung zu genießen. Dabei ist es sogar möglich, dass zum Beispiel während eines Konzerts zu der Hauptbühne eine weitere kleine Bühne fährt, auf der ein Solist spielt.

Das Grundmodul ist übrigens knapp 16 Quadratmeter groß, es bietet also genug Platz. Was eine Bühne genau kostet, wird in den nächsten Wochen ausgerechnet. Ein Prototyp soll im November getestet werden – natürlich auf der Rems.


Spender gesucht

Wie viele schwimmende Bühnen sich Weinstadt auf Anhieb leisten kann, hängt nicht zuletzt vom Preis ab, der nach Angaben von Projektleiter Martin Häckl von der Uni Stuttgart in den nächsten Wochen berechnet wird. Wenn Geld aus der örtlichen Wirtschaft fließt, könnte die Stadt natürlich mehr stemmen. Unternehmen sollen deshalb die Möglichkeit haben, für eigene Veranstaltungen die Bühnen zu mieten oder als Förderer aufzutreten.

Interessierte wenden sich an Dagmar Heerdt von der Stadt Weinstadt (d.heerdt@weinstadt.de, Tel. 07151/693 283).