Weinstadt

Seniorenmobil für Weinstadt: Noch fehlen genug Sponsoren, um ein Fahrzeug zu kaufen

Seniorenmobil
Der Verein Seniorenmobil im Dezember 2019 bei der Gründung. Vorsitzender ist der Endersbacher Apotheker Tobias Grübel (Dritter von rechts), Zweiter Vorsitzender der Weinstädter Nabu-Vorsitzende Dr. Hermann Spiess (Vierter von rechts). © Verein Seniorenmobil

„Wir sollten noch 12 000 Euro haben“: Laut Geschäftsführerin Waltraud Bühl braucht der Verein Seniorenmobil weitere Spenden, um endlich mit seinem Fahrdienst in Weinstadt loszulegen. Der richtet sich an alle Weinstädter ab 60, die selbst nicht mehr Auto fahren können und auch sonst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Keine Konkurrenz für Taxis

Die betroffenen Bürger müssen den Fahrdienst mindestens zwei Tage vorher buchen – und ihr Fahrtziel muss innerhalb von Weinstadt liegen. Gedacht ist der kostenlose Service für Arzttermine, zum Einkaufen oder um Freunde sowie Verwandte zu treffen. Arztbesuche haben indes Vorrang. Wer aber einfach nur zum Bus oder zur Bahn will, wird nicht mitgenommen. Krankentransporte sind ebenfalls ausgeschlossen, auch Rollstuhlfahrer können nicht mitfahren. Der Verein will mit dem Seniorenmobil eines nicht sein: eine Konkurrenz für Taxis.

Gefahren wird von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr

Geplant ist, für den Verein einen VW-Caddy-Maxi zu kaufen, der über sieben Sitze verfügt und auch Platz für einen Rollator sowie Gehhilfen hat. Die ehrenamtlichen Fahrer sollen den Senioren zudem beim Ein- und Aussteigen behilflich sein und die Fahrgäste direkt vor ihrer Haustüre abholen. Gefahren wird von Montag bis Freitag zwischen 8 und 13 Uhr.

Die geplanten Gesamtausgaben des Vereins für das Fahrzeug liegen bei rund 35 000 Euro – und da sind die Winterreifen, Erste-Hilfe-Kurse der Fahrer, eine Sicherheitsschulung, die Kosten für Flugblätter und ein PC-Programm zur Koordinierung der Termine schon enthalten. Der Verein hat bereits von örtlichen Firmen und Stiftungen Geld zugesagt bekommen – allerdings klafft im Finanzierungsplan noch eine Lücke von rund 12 000 Euro.

Stadt Weinstadt unterstützt mit Geld

Waltraud Bühl will deshalb in der kommenden Woche erneut Betriebe anschreiben und um Unterstützung bitten. „Ich hoffe, dass sich noch was bewegt“, sagte sie am Donnerstagabend in der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses der Stadt Weinstadt. Rückendeckung erhielt sie von Oberbürgermeister Michael Scharmann, der Waltraud Bühl gutes Gelingen wünschte. Die Stadt unterstützt den Verein bereits, indem sie die Steuer und Versicherung sowie den Tiefgaragenplatz für das Seniorenmobil übernimmt.

Ehrenamtliche Fahrer werden ebenfalls noch gesucht

Wer den Service nutzen will, muss sich mindestens zwei Tage im Voraus unter seniorenmobil-weinstadt@web.de melden. Angeben muss jeder Nutzer seinen gewünschten Termin, die Uhrzeit, die Abhol- und Zieladresse sowie die eigene Telefonnummer für eventuelle Rückfragen. Jeder Fahrgast kann zudem im Fahrzeug selbst eine kleine Spende abgeben, wenn er dies wünscht. Weitere Vereinsmitglieder werden ebenfalls gesucht, ebenso weitere Fahrer.

Das Seniorenmobil steuern darf jeder, der mindestens 21 Jahre alt ist und seit mindestens drei Jahren seinen Führerschein hat. Vor der ersten Fahrt muss jeder einen Gesundheitscheck sowie einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Die Kosten dafür trägt der Verein. Dazu kommt eine Einweisung ins Fahrzeug.

Testphase im Herbst 2017 hat den Bedarf gezeigt

Dass ein Bedarf nach einem Seniorenmobil besteht, bestätigte eine Testphase vor rund zweieinhalb Jahren. Von Oktober bis November 2017 fanden an 34 Tagen insgesamt 96 Fahrten innerhalb von Weinstadt statt, die von 39 Menschen in Anspruch genommen wurden.

„Wir sollten noch 12 000 Euro haben“: Laut Geschäftsführerin Waltraud Bühl braucht der Verein Seniorenmobil weitere Spenden, um endlich mit seinem Fahrdienst in Weinstadt loszulegen. Der richtet sich an alle Weinstädter ab 60, die selbst nicht mehr Auto fahren können und auch sonst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Keine Konkurrenz für Taxis

Die betroffenen Bürger müssen den Fahrdienst mindestens zwei Tage vorher buchen – und ihr Fahrtziel muss innerhalb von Weinstadt

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