Weinstadt

Stiftung Großheppacher Schwesternschaft: Neue Wohnungen, neue Kita-Gruppen

Baustelle schwesternschaft
Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, Vorsteherin der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft (links), und Antje Helmond (kaufmännisches Vorstandsmitglied) auf der Baustelle. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Erweiterung des Mutterhauses der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft in Beutelsbach liegt im Zeitplan. „Bisher gehen wir davon aus, dass im September 2022 der Betrieb der beiden Kita-Gruppen sowie der Tagespflegestation beginnen kann“, betont Sibylle Kessel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Naturwerkstatt soll zum Schuljahr 2022/23 als neues Klassenzimmer der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik fertiggestellt sein.

Was die geplante Bürgerbeteiligung angeht, konnte die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft diese nicht im vorgesehenen Umfang umsetzen. „Immer wieder mussten wir aufgrund von Corona unsere Planungen ändern und auf die lange Bank schieben, beispielsweise die Zukunftswerkstatt, die im April 2020 stattfinden sollte“, erläutert Sibylle Kessel. Aufgrund der Pandemie seien solche Beteiligungsformate auch im weiteren Verlauf nicht möglich gewesen.

Die kirchliche Stiftung hat daher im Dezember 2020 bis Januar 2021 eine Online-Befragung gemacht, an der Weinstädter Bürger teilnehmen konnten. Hier wurden Ideen und Wünsche abgefragt. Weitere Erkenntnisse konnte die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft aus der Seniorenbefragung der Stadt Weinstadt und aufgrund von Rückmeldungen von Familien aus dem Kinderhaus gewinnen.

Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und dem Familienzentrum in Endersbach

Mit der Stadt und anderen Partnern wurde laut Sibylle Kessel besprochen, welches Engagement verstärkt werde sollte und welche ergänzenden Angebote denkbar sind. Mit Vertretern der evangelischen Kirchengemeinden Beutelsbach und Großheppach haben Treffen stattgefunden, ebenso mit dem Kreisdiakonieverband Waiblingen und dem Pflegestützpunkt Rems-Murr.

Die Schwesternschaft wünscht sich dabei, dass Beratungsangebote, die in der Regie der Kooperationspartner liegen, auf dem Gelände des Mutterhauses in Beutelsbach stattfinden können. Schon konkreter ist die Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum am Endersbacher Bahnhof, das von der Evangelischen Gesellschaft (Eva) geleitet wird. „Gemeinsam werden wir an Angeboten für Familien in Weinstadt arbeiten“, betont Sibylle Kessel.

Die zwölf barrierefreien Wohnungen sind noch nicht vergeben

Bei der geplanten ambulanten Tagespflege für bis zu 17 Senioren wird die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft Träger sein. Es ist ein ergänzendes Angebot zur Tagespflege der Sozial- und Diakoniestation in Großheppach. Von den zwölf barrierefreien Wohneinheiten sind noch keine vergeben. Vorgesehen ist, dass dort Menschen leben, die sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen. „Aufgrund von Pressemitteilungen und Mundpropaganda haben sich mehrere Interessierte gemeldet. Coronabedingt konnten leider keine Treffen in größerem Kreis stattfinden“, bedauert Sibylle Kessel.

So gab es nur telefonischen und schriftlichen Kontakt. Anfang Juli fand dann eine Kennenlernwerkstatt statt, an der 40 Interessierte teilnahmen, sowohl Alleinstehende als auch Paare. „Wir haben ein Bewerbungsverfahren entwickelt. Nach den eher unverbindlichen Sondierungen werden weitere Gespräche mit diesen Interessenten geführt, um die Erwartungen abzugleichen.“ Klar ist: Es geht hier nicht um Betreutes Wohnen oder um Leute, die eine schöne Wohnlage suchen. Die Stiftung sucht Menschen, die „eine aktive Gemeinschaft mit Visionen bilden wollen, die den Gemeinschaftsgedanken der Schwesternschaft in die Zukunft trägt“.

Interessenten für die Wohnungen müssen sich mit christlichen Werten identifizieren

Mitglied der Evangelischen Kirche müssen Bewerber nicht sein. Allerdings erwartet die Stiftung die Mitgliedschaft in ihrer Diakonischen Gemeinschaft. Auch als Katholik oder Mitglied einer in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen vertretenen Kirche kann man sich melden. Die Stiftung wünscht sich, dass sich Interessenten für die Wohnungen mit den christlichen Werten und dem diakonischen Auftrag der Stiftung identifizieren. Dieser besteht darin, junge Menschen als Pflege- und pädagogische Fachkräfte auszubilden sowie Familien mit Kindern zu begleiten und ältere Menschen zu unterstützen. „Die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft, die hier wohnen, tun dies, indem sie sich ehrenamtlich in den Arbeitsbereichen der Stiftung engagieren“, betont Sibylle Kessel.

In der Vergangenheit sei die Gemeinschaft der Schwestern die tragende Kraft gewesen, um diesen Auftrag zu erfüllen. Dies ist nun Aufgabe der Diakonischen Gemeinschaft. Infos zum Wohnprojekt gibt es im Internet und bei der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft. Interessierte melden sich telefonisch bei Sibylle Kessel unter 07151/9934312 oder per E-Mail unter skessel@grossheppacher-schwesternschaft.de.

Neue Kita-Gruppen sollen im September 2022 eröffnet werden

Die beiden neuen Kita-Gruppen für je 20 Kinder werden im September 2022 den Betrieb aufnehmen. Sie gehören organisatorisch zum Kinder- und Familienzentrum am Sonnenhang, das bislang Kinderhaus am Sonnenhang heißt und im September umbenannt wird. „Die Anlaufkosten für den Aufbau eines solchen Kinder- und Familienzentrums können wir durch Fördermittel des Landes abdecken“, sagt Sibylle Kessel. Bei der Personalgewinnung fährt die Stiftung zweigleisig. „Wir bilden das Personal für die beiden neuen Gruppen mit naturpädagogischem Schwerpunkt selber aus und werden auch Personal anwerben.“ Pädagogische Fachkräfte können mit der Leitung Dunja Hummel unter 07151/27797620 oder unter dhummel@grossheppacher-schwesternschaft.de Kontakt aufnehmen.

300.000 Euro Förderung von der Deutschen Fernsehlotterie

Das gesamte Bauvorhaben in Beutelsbach wird gefördert: Ein Zuschuss über 300.000 Euro kommt von der Deutschen Fernsehlotterie. Zudem hat die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft einen Antrag auf Förderung für Quartiersentwicklung beim Deutschen Hilfswerk gestellt. „Wir hoffen, dass wir diese Mittel, mit denen wir einen Quartiersmanager einstellen könnten, bewilligt bekommen“, sagt Sibylle Kessel. Damit könnte der Antragsteller 75 bis 100 Prozent der Personalkosten abdecken. Die Fördermittel sind auf drei Jahre angelegt. Der Quartiersmanager soll die Schnittstelle hinein in die Arbeitsbereiche der Stiftung und auch extern zu den Kooperationspartnern sein. „Ein Quartiersprojekt können wir nicht alleine auf den Weg bringen.“

Offene Angebote im Kinder- und Familienzentrum am Sonnenhang

Quartiersarbeit wäre in Beutelsbach im Kinder- und Familienzentrum am Sonnenhang möglich, in dem offene Begegnungs- und Bildungsangebote stattfinden sollen. Ein zweiter Bezugspunkt wäre die ambulante Tagespflege. „Hier sollen Beziehungen zum Kreis der Senioren und zu Angehörigen von zu Pflegenden entstehen“, erläutert Sibylle Kessel. Die Stiftung verfüge über Ressourcen im Bildungsbereich und die räumliche Infrastruktur, die beispielsweise einen Mittagstisch oder einen Cafétreff möglich machen würden.

Gebaut wird auch eine Tiefgarage mit 39 Fahrzeugstellplätzen und Fahrradstellplätzen. „Wir möchten auch Anbieter für Car-Sharing auf das Gelände holen und werden eine E-Ladestation aufstellen“, sagt Pressesprecherin Sibylle Kessel. Die Stiftung geht derzeit nach wie vor davon aus, dass die geplanten Baukosten von 12,5 Millionen Euro reichen. „Die Preissteigerung der Gründungsarbeiten konnte aufgefangen werden.“

Die Erweiterung des Mutterhauses der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft in Beutelsbach liegt im Zeitplan. „Bisher gehen wir davon aus, dass im September 2022 der Betrieb der beiden Kita-Gruppen sowie der Tagespflegestation beginnen kann“, betont Sibylle Kessel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Naturwerkstatt soll zum Schuljahr 2022/23 als neues Klassenzimmer der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik fertiggestellt sein.

Was die geplante

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