Weinstadt

Testcontainer im Kalkofen Endersbach: Corona-Schnelltest korrekt durchgeführt?

Kopie von Covid Schnelltest
Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Als vergangenes Jahr die kostenfreien Bürgertests zum ersten Mal angeboten worden sind, schossen vielerorts Corona-Schnelltestzentren wie Pilze aus dem Boden.

Nicht nur Praxen und Apotheken richteten Container oder Testzelte ein, auch Vertreter anderer Branchen ließen sich zum Tester fortbilden – um zum Beispiel die eigenen Gäste in der Gastronomie auf das Coronavirus testen zu können oder während des Lockdowns einen Teil ihrer Verluste so ausgleichen zu können.

Wurde das Stäbchen lange genug eingeweicht?

Ende des vergangenen Jahres wurden die kostenlosen Schnelltests vorübergehend abgeschafft. Mit diesem politischen Beschluss verschwanden viele Testzentren wieder. Seit die kostenlosen Tests wieder angeboten werden dürfen, entstehen wieder regelmäßig neue Testangebote. Auch in Weinstadt. Doch wer testet hier überhaupt?

Das hat sich auch ein Zeitungsleser gefragt, der sich kurz vor Silvester beim Testcontainer im Kalkofen in Endersbach testen lassen wollte. Dort sind Antigen- und sogar auch PCR-Tests ohne großen Vorlauf möglich. Vor Ort findet eine Terminvergabe statt. Dem Weinstädter, der in diesem Artikel lieber anonym bleiben möchte, fällt auf: Hier geht es ungewöhnlich schnell. Nach dem Abstrich im vorderen Nasenraum tunkt der Tester ihm zufolge das Stäbchen nur ungefähr fünf Sekunden in das Röhrchen mit der Pufferflüssigkeit. Dann wird diese auch schon auf die Testkassette getropft.

Betreiber ist nicht leicht zu ermitteln

Nachdem er dieses Vorgehen bei der Person vor ihm und dann bei sich selbst miterlebt hat, wendet er sich an unsere Redaktion. Er ist selbst Mediziner und kennt von den Corona-Schnelltests eine wesentlich längere Reaktionszeit. Ein systematischer Fehler? Etwa ein unseriöser Anbieter?

Unserer Recherche hat ergeben: nein. Die Tests werden der Gebrauchsanweisung entsprechend durchgeführt – und auch der Betreiber des Testzentrums ist bei Weitem kein Unbekannter. Allerdings war es gar nicht so einfach, den Betreiber ausfindig zu machen.

Fünf bis zehn Sekunden Reaktionszeit sind vorgesehen

Der Testcontainer auf dem Kalkofen-Areal wird vom Hautzentrum Dr. Pfeifer in Schorndorf betrieben. Dr. Frederick Pfeifer und Dr. Sebastian Pfeifer betreiben mit ihrem Team auch den Testbus in Waiblingen. Ihr Bruder, Apotheker Patrick Pfeifer führt in Waiblingen ebenfalls seit langem professionell Schnelltests durch.

Dr. Frederick Pfeifer bestätigt auf Nachfrage, dass bei den Tests, die im Container in Weinstadt zurzeit zum Einsatz kommen, laut Anleitung eine Reaktionszeit von fünf bis zehn Sekunden vorgesehen ist. Je nach Hersteller und Art des Schnelltests könnten diese Eckdaten stark variieren. „Was aber immer ungefähr gleich ist: Das Ergebnis kommt nach etwa 15 Minuten“, so Dr. Pfeifer.

Betreiber schult seine Tester regelmäßig

„Wir benutzen einen zugelassenen Test, der auf der offiziellen Liste der Kassenärztlichen Vereinigung steht“, sagt Frederick Pfeifer. Konkret werde im Moment ein „Anbio-Biotech Testkit“ benutzt. „Die Leute, die bei uns arbeiten, sind alle ärztlich geschult“, versichert der Hautarzt. Es werde auch regelmäßig nachgeschult und regelmäßiges Qualitätsmanagement betrieben. Es sei aber natürlich nicht auszuschließen, dass auch Fehler unterlaufen können.

Die Testmöglichkeiten in Weinstadt können grundsätzlich über die zentrale Seite des Rems-Murr-Kreises und das dortige Anmeldeformular angezeigt werden: Wählt man Bürgertests und als Ort Weinstadt aus, spuckt das Formular alle Standorte in Weinstadt aus, mit Adresse – und meistens auch mit Anbieter.

Die Stadt Weinstadt führt nicht Buch über die verschiedenen Schnellteststationen in den Ortschaften. Der Rems-Murr-Kreis schon, gibt aber aus Datenschutzgründen den Betreiber nicht heraus. Daher: bei Bedarf einfach vor Ort nachfragen.

Als vergangenes Jahr die kostenfreien Bürgertests zum ersten Mal angeboten worden sind, schossen vielerorts Corona-Schnelltestzentren wie Pilze aus dem Boden.

Nicht nur Praxen und Apotheken richteten Container oder Testzelte ein, auch Vertreter anderer Branchen ließen sich zum Tester fortbilden – um zum Beispiel die eigenen Gäste in der Gastronomie auf das Coronavirus testen zu können oder während des Lockdowns einen Teil ihrer Verluste so ausgleichen zu können.

Wurde

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