Weinstadt

Ukraine-Krieg: Stadt Weinstadt macht Schulen und Wohnungen für Flüchtlinge fit

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Die Stadt hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Wohnungen auf Vordermann gebracht (Symbolfoto). © Gaby Schneider

Seit kurzem hat die Stadt Weinstadt einen Ukraine-Krisenstab: Erste Ergebnisse zum Thema Ukraine-Flüchtlinge hat die neue Integrationsbeauftragte Eleni Stubbe in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats kurz vorgestellt.

Es zeigt sich: Es sind schon einige Familien in Weinstadt angekommen und es werden täglich mehr. Auch wenn das Weinstädter Integrationsteam in der ersten Flüchtlingsbewegung 2015 schon Erfahrungen gesammelt hat: Dieses Mal ist die Situation vor Ort in den einzelnen Kommunen noch einmal extremer – und vor allem unberechenbar.

Nur acht Personen auf Wohnraum der Stadt angewiesen

„Stand heute Morgen, neun Uhr, sind 75 Personen registriert“, teilt Eleni Stubbe am Donnerstagabend den Stadträten mit. Der allergrößte Teil der Geflüchteten sei bislang privat untergekommen. Nur acht Personen hat die Stadt selbst in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht.

Unter den Geflüchteten sind 36 Kinder. Dabei sind sechs Kinder jünger als sechs Jahre, zwölf im Grundschulalter und elf Kinder und Jugendliche, die eine weiterführende Schule besuchen sollten.

Wohin mit den Kindern?

Somit kommt auf Weinstadt nun eine weitere Herausforderung zu: Die Kinder, die meistens über keinerlei Deutschkenntnisse verfügen, müssen beschult werden. Die Vorbereitungsklassen für ausländische Kinder, die in Folge der ersten Flüchtlingsbewegung an vielen Schulen eingerichtet worden sind, gibt es aber zum größten Teil nicht mehr.

Die Grundschule in Großheppach habe allerdings noch eine Vorbereitungsklasse mit einer Kapazität von bis zu 20 Schülern, informiert die Integrationsbeauftragte. Die älteren Kinder sollen vorerst an der Gemeinschaftsschule unterkommen. Hier habe das Land auch schon „zusätzliche Lehrerkapazität“ in Aussicht gestellt.

Spielgruppen für Kinder, Sprachkurse für die Erwachsenen

Wie man mit den Kleinsten unter den Geflüchteten umgeht, bleibe noch abzuwarten, so Ulrich Spangenberg, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales. Anders als bei den Schulen gebe es für die Kitas nämlich noch keine Anmeldungen oder Anfragen. „Wir müssen erst einmal schauen, was brauchen die Mütter, was brauchen die Kinder? Sind die Kinder traumatisiert?“

Trotzdem suche die Stadt auch im Bereich der Kinderbetreuung im Hintergrund schon nach Räumlichkeiten und pädagogischen Umsetzungsmöglichkeiten. Denkbar seien zum Beispiel als erstes, unkompliziertes Angebot auch zentral organisierte Spielgruppen für ukrainische Kinder. Für die Erwachsenen sind Sprachkurse geplant, kommende Woche soll ein Willkommenscafé stattfinden.

Viele Weinstädter stellen Wohnungen zur Verfügung

Was den Krisenstab der Stadt Weinstadt im Moment aber am meisten beschäftigt, ist die anhaltende Suche nach Wohnraum für die Geflüchteten. Bewusst habe sich die Stadt diesmal für einen dezentralen Ansatz bei der Unterbringung der Geflüchteten entschieden, so Ulrich Spangenberg. Sehr viele Bürger hätten sich bereits an die Stadt gewendet und Wohnungen angeboten, berichtet Oberbürgermeister Michael Scharmann. „Die Bereitschaft ist so riesengroß“, freut sich der OB.

Weiterhin kämen regelmäßig weitere Angebote hinzu. In den vergangenen Tagen und Wochen haben das Integrationsteam, das Liegenschaftsamt und der Bauhof deshalb viel Arbeit in das Vorbereiten der Wohnungen gesteckt. Denn anders als die Geflüchteten vor einigen Jahren, die erst in Erstaufnahme-Stellen untergekommen sind und dann auf die Kommunen verteilt wurden, kommen die Menschen aus der Ukraine meistens auf ziemlich direktem Weg hierher.

Keine Sprachkenntnisse: Ohne Dolmetscher geht es nicht

„Man muss sich vorstellen, dass die Leute unter Umständen mit nichts ankommen“, so Integrationsbeauftragte Eleni Stubbe aus Erfahrung. Deshalb hält das Integrationsteam viele wichtige Informationen – zum Beispiel Notfallnummern und Grundsätzliches zu Corona auf Ukrainisch bereit. Für das Integrationsmanagement seien die Neuankömmlinge „eine große sprachliche Herausforderung.“

Englischkenntnisse könnten nicht vorausgesetzt werden. Eigentlich immer muss ein Dolmetscher vor Ort sein, der ins Ukrainische oder Russische übersetzen kann. „Wir arbeiten da mit dem Ehrenamt sehr eng zusammen“, erklärt die Integrationsbeauftragte.

Wohnungen mit Möbeln, Nahrungsmitteln und Hygieneprodukten ausgestattet

Auch was den neuen Alltag angeht, brauchen die Geflüchteten anfangs viel Hilfestellung. Die von der Stadt angemieteten Wohnungen werden deshalb nicht nur durch den Bauhof mit einem „Starterset“ Möbel, sondern auch mit einem Lebensmittelpaket und Hygiene-Artikeln wie Toilettenpapier, Windeln, Duschgel und Zahnbürsten ausgestattet.

Um die Wohnungen einrichten zu können, habe man vergangene Woche kurzfristig eine kleine Spendenaktion für Möbel veranstaltet. Eleni Stubbe lobt die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen, Bauhof und den verschiedenen Ämtern in den Wohnungen. So habe man in kurzer Zeit viel umsetzen können, mehrere Wohnungen sind ab sofort bezugsbereit.

Keiner weiß, wie viele Flüchtlinge noch kommen

Bereit zu sein sei wichtig, auch wenn die meisten Geflüchteten bis jetzt bei Privatleuten untergekommen seien. „Wir können nicht abschätzen, wie viele Flüchtlinge noch kommen“, so OB Scharmann. „Wir müssen schnell tätig werden und unterstützen.“ Die Stadt müsse sich auch darauf einstellen, dass die jetzt bei Bekannten untergekommenen Menschen nicht unbegrenzt dort bleiben können. Und niemand wisse, wie lange der Krieg in der Ukraine noch andauert.

Es sei also damit zu rechnen, dass auch diese Familien früher oder später auf ein Wohnungsangebot der Stadt angewiesen sein werden. Doch reichen die bis jetzt zur Verfügung gestellten Wohnungen dann überhaupt aus? Die genaue Zahl könne er gar nicht nennen, so Ulrich Spangenberg. Fest stehe: „Die nächsten Wochen sind wir handlungsfähig. Wohnraum zu aktivieren, ist jetzt ganz wichtig.“

Seit kurzem hat die Stadt Weinstadt einen Ukraine-Krisenstab: Erste Ergebnisse zum Thema Ukraine-Flüchtlinge hat die neue Integrationsbeauftragte Eleni Stubbe in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats kurz vorgestellt.

Es zeigt sich: Es sind schon einige Familien in Weinstadt angekommen und es werden täglich mehr. Auch wenn das Weinstädter Integrationsteam in der ersten Flüchtlingsbewegung 2015 schon Erfahrungen gesammelt hat: Dieses Mal ist die Situation vor Ort in den einzelnen

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