Weinstadt

Verkehrschaos in Weinstadt: Gesperrte Bahnunterführung sorgt für Mega-Stau

Stau
Stau zwischen Beutelsbach, Großheppach und Bundesstraßen-Auffahrt. © Mathias Ellwanger

Autofahrer brauchen derzeit starke Nerven in Weinstadt. Seit Mittwoch ist in Beutelsbach die Bahnunterführung gesperrt – ein wichtiges Nadelöhr. Jetzt staut sich der Verkehr auf allen Ein- und Ausfahrten des Stadtteils. Im Berufsverkehr geht kaum noch etwas voran. Noch zwei Wochen lang soll das so gehen. Der Unmut ist groß – und richtet sich auch gegen das Rathaus: Warum sind die Bauarbeiten der Firma Vodafone nicht in die Ferien verlegt worden? Wieso wurden die Ampelschaltungen nicht an das veränderte Verkehrsaufkommen angepasst? Die Stadtverwaltung nimmt Stellung – und gibt zu, von den Auswirkungen der Sperrung überrascht worden zu sein.

Erst jetzt zeigt sich, wie wichtig das Nadelöhr "Transporterfalle" ist

Auch in Zeiten ohne Straßensperrung herrscht viel Verkehr in und um Weinstadt. Tausende Pendler leben hier. Der Stau auf der Stuttgarter Straße entlang der Grünen Mitte nach Feierabend ist Standard. Doch das Chaos, das seit Mittwoch herrscht, erreicht neue Dimensionen.

Alle Wege von und zur B-29-Anschlussstelle Beutelsbach sind heillos überlastet. Manchmal kommt die Blechlawine minutenlang keinen Meter voran. Die Ampeln sind noch auf das übliche Verkehrsaufkommen getaktet. Einzelne Autofahrer, die bei Dunkelgelb noch über die Kreuzung huschen wollen, bleiben mittendrin stehen und verschlimmern alles. Ob auf der Stuttgarter Straße nach Beutelsbach oder auf den Zubringern von Großheppach und Endersbach zur B 29 – überall staut sich der Verkehr. Und das alles, weil die Beutelsbacher Bahnunterführung geschlossen ist, die es als „Transporterfalle“ zu zweifelhaftem Ruhm im Kreis gebracht hat, weil hier so oft Kleinlaster stecken bleiben.

Wie wichtig das Nadelöhr für das Straßenverkehrsnetz in Weinstadt ist, das hat sich aber erst jetzt herausgestellt. Rathaussprecherin Claudia Leihenseder gibt zu, die Stadt sei „überrascht worden (...), davon, welche Folgen die Sperrung der Bahnunterführung in Beutelsbach auf den Verkehrsfluss in der Stadt hat“.

„Die Ampeln umzuprogrammieren ist leider relativ schwierig und aufwendig“

Diese Sperrung soll zwei Wochen lang dauern. Dann wandert die Baustelle die Poststraße entlang – es wird bis in den August hinein zu weiteren halbseitigen Sperrungen und Verkehrsbehinderungen kommen. Ist erst einmal die Unterführung frei, wird sich die Lage vermutlich entspannen. Dass sich bereits in den kommenden Tagen etwas an dem Chaos ändern wird, ist aber nicht absehbar. Vorschlägen, die Ampelschaltungen anzupassen und so die Straßen zu entlasten, erteilt die Stadt eine Absage.

„Die Ampeln umzuprogrammieren ist leider relativ schwierig und aufwendig“, teilt Pressesprecherin Leihenseder auf Anfrage unserer Redaktion mit. Das Umprogrammieren benötige rund drei bis vier Wochen Vorlauf, ein Signaltechniker müsse Schaltpläne ausarbeiten. „Dafür müsste bereits im Vorfeld klar sein, welche veränderten Verkehrsströme in welchem Umfang sich durch die Sperrung ergeben.“ Genau davon ist die Stadt aber überrascht worden.

Ein weiteres Argument nennt die Pressesprecherin: „Schaltet man die Ampel für eine Richtung länger, müssen die anderen Verkehrsteilnehmer warten – und der Stau verlagert sich.“

Warum finden die Bauarbeiten nicht in den Ferien statt?

Doch warum wurden die Bauarbeiten nicht wenigstens in die Ferien verlegt, wenn auf den Straßen weniger los ist? Claudia Leihenseder sagt, die Stadt wisse seit Anfang 2020 von den Vodafone-Plänen und begrüße diese grundsätzlich. Ursprünglich hätten die Arbeiten schon in den Sommerferien 2020 erledigt werden sollen. Vodafone habe sich aber erst im Mai 2020 wieder bei der Stadt gemeldet – „und das ohne ordentliche Verkehrssicherungsplanung“. Nun sollten Bauarbeiten in den Pfingstferien 2021 stattfinden. Die Verkehrszeichenpläne seien jedoch erneut zu spät und „leider mit Mängeln“ bei der Verwaltung angekommen und hätten noch einmal angepasst werden müssen. Erst Mitte Mai sei ein neuer Antrag mit vollständigen Unterlagen eingereicht worden. Nachdem die verkehrsrechtliche Anordnung am 21. Juni erlassen worden sei, hätten die Arbeiten dann am Mittwoch, 30. Juni, begonnen.

Eine Verkehrszählung muss im Nachhinein korrigiert werden

Also außerhalb der Ferien. Die Folgen sind unübersehbar. Und noch etwas ist schiefgelaufen: Die Baustelle und das damit verbundene Chaos überschneiden sich jetzt mit einer Verkehrszählung, die derzeit in Weinstadt durchgeführt wird. Diese Zählung muss deshalb später nachgebessert werden. Das hat eine Nachfrage von Stadtrat Markus Dobler am Donnerstagabend im Technischen Ausschuss ergeben.

Im Rathaus wagt man dennoch einen positiven Blick auf das Schlamassel: „Die Stadtverwaltung Weinstadt hat Verständnis für den Ärger der Bürgerinnen und Bürger über die langen Staus in der Stadt. Bald ist es geschafft – und dann läuft nicht nur der Straßenverkehr wieder, sondern der Datenverkehr schneller.“

Autofahrer brauchen derzeit starke Nerven in Weinstadt. Seit Mittwoch ist in Beutelsbach die Bahnunterführung gesperrt – ein wichtiges Nadelöhr. Jetzt staut sich der Verkehr auf allen Ein- und Ausfahrten des Stadtteils. Im Berufsverkehr geht kaum noch etwas voran. Noch zwei Wochen lang soll das so gehen. Der Unmut ist groß – und richtet sich auch gegen das Rathaus: Warum sind die Bauarbeiten der Firma Vodafone nicht in die Ferien verlegt worden? Wieso wurden die Ampelschaltungen nicht an das

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