Weinstadt

Verkehrschaos in Weinstadt wegen „Fehlplanung“? Stadt verteidigt sich

Baustelle Unterführung
Die Bauarbeiten in der Poststraße werden noch einige Wochen andauern, die Vollsperrung der Unterführung ist aber bald beendet. © Gabriel Habermann

Seit die Beutelsbacher S-Bahn-Unterführung wegen Bauarbeiten dicht ist, bilden sich vor allem zu den Hauptverkehrszeiten zähe Staus in Weinstadt. Im Rathaus ist der Zorn der Bürger zu spüren. Diese werfen den Verantwortlichen in den sozialen Medien „Fehlplanung“ vor. Die Stadtverwaltung zeigt Verständnis, verteidigt sich und macht Hoffnung: Spätestens am Mittwoch soll sich die Lage entspannen.

Das hat Pressesprecherin Claudia Leihenseder auf eine Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt: „Eine teilweise Entlastung wird sich nach dem Ende der Vollsperrung ergeben“, schreibt sie. Diese Vollsperrung der Poststraße, die am Beutelsbacher Bahnhof unter den Gleisen hindurchführt, ende „spätestens“ am Mittwoch, 14. Juli.

Die Bauarbeiten bei der "Transporterfalle" wurden mehrfach verschoben

Gesperrt ist die Straße, respektive die Unterführung mit dem Kosenamen „Transporterfalle“, in der immer wieder Kleinlaster und Busse stecken bleiben, weil Vodafone in diesem Bereich den Glasfaserausbau für schnelles Internet vorantreibt. Von den enormen Auswirkungen auf den Straßenverkehr durch das geschlossene Nadelöhr ist die Stadt überrascht worden. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits in den Sommerferien 2020 erledigt werden, dann in den Pfingstferien 2021. Beide Termine konnte Vodafone nicht halten, heißt es aus dem Rathaus.

Viele Weinstädter sind der Meinung, dass die Maßnahme aber zwingend in der verkehrsärmeren Ferienzeit hätte vollzogen werden müssen. Claudia Leihenseder teilt mit: „Die Kritik an der Stadt ist angekommen, der Ärger der Bürger verständlich. Spätestens am kommenden Mittwoch wird die Unterführung wieder befahrbar sein.“

Weinstadt sei eine „prosperierende Gemeinde“, heißt es weiter: „Viele Versorgungsträger investieren in die Infrastruktur in der Stadt und sanieren etwa Wasser-, Gas- und Stromleitungen, wofür Straßen teilweise oder gar ganz gesperrt werden müssen. Auch für den vielseits gewünschten Glasfaserausbau für die schnelle Datenübertragung gibt es Baumaßnahmen und muss die Straße aufgegraben werden.“

Stadt sucht immer „eine verträgliche und gute Lösung für alle“

Grundsätzlich versuche die Stadt stets, „die Belange aller Beteiligten – von den Baufirmen über die Ämter bis hin zu den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern – abzuwägen und eine möglichst verträgliche und gute Lösung für alle zu finden“, so die Stadtverwaltung. Wenn möglich, würden Baustellen in die Ferien geschoben, um Staus zu vermeiden. „Doch in manchen Fällen - wie auch diesem - ist das leider nicht möglich. Etwa, wenn zum Beispiel verschiedene Gewerke zu koordinieren sind und Arbeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden müssen.“

Der Breitbandausbau von Vodafone in Beutelsbach wird noch bis in den August hinein andauern. Teilweise wird die Poststraße halbseitig gesperrt sein und der Verkehr per Ampel geregelt.

Eine Stunde Fahrt von einem Stadtteil in den anderen

Dass die Fahrt von einem Stadtteil in den anderen fast eine Stunde dauert – so lautet der Erfahrungsbericht einer Weinstädterin –, wird dann aber hoffentlich nicht mehr passieren. Und auch die Polizei kann sich wieder anderen Themen widmen, als den verbotenen „Ausweichverkehr“ auf landwirtschaftlichen Wegen über den Schönbühl zu kontrollieren.

Seit die Beutelsbacher S-Bahn-Unterführung wegen Bauarbeiten dicht ist, bilden sich vor allem zu den Hauptverkehrszeiten zähe Staus in Weinstadt. Im Rathaus ist der Zorn der Bürger zu spüren. Diese werfen den Verantwortlichen in den sozialen Medien „Fehlplanung“ vor. Die Stadtverwaltung zeigt Verständnis, verteidigt sich und macht Hoffnung: Spätestens am Mittwoch soll sich die Lage entspannen.

Das hat Pressesprecherin Claudia Leihenseder auf eine Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt:

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