Weinstadt

Viertklässlerinnen an der Grundschule Beutelsbach wollen der Ukraine helfen

Bücherflohmarkt
Henriette (10), Lena (10), Pia (9), Mara (10) und Marisa (9) (von links) haben den Flohmarkt für die Ukraine ins Leben gerufen. © Benjamin Büttner

Im Musiksaal der Beutelsbacher Grundschule sind Büchertische aufgebaut: Kinderbuch-Klassiker wie Pettersson und Findus, Pippi Langstrumpf oder Bände der Kinderbuchreihe „Das magische Baumhaus“ sind hier ausgestellt.

Eine Klasse nach der anderen darf hier seit Freitagmorgen stöbern und einkaufen. Über 130 Bücher haben die Grundschüler am Montagmorgen schon verkauft - und ein Vielfaches des symbolischen Preises von einem Euro pro Buch eingenommen. Der Erlös soll der Ukraine-Hilfe gespendet werden.

Schüler kommen auf Rektorin zu 

Der Bücherflohmarkt sei eine reine Schüleraktion, sagt Schulleiterin Michaela Schönau. Fünf Mädchen aus der Klasse 4 c seien vergangene Woche auf sie zugekommen mit dem Wunsch, eine Aktion für die Ukraine zu starten.

Erste Ideen seien ein Kuchenverkauf oder Müllsammeln gewesen. „Viertklässler brauchen etwas ganz Konkretes“, sagt die Rektorin aus Erfahrung. Die Kinder wollen schnell in die Umsetzung gehen – und im Idealfall auch gleich Erfolge sehen.

Kinder spenden ausgelesene Bücher 

Ihr als Rektorin sei es außerdem wichtig gewesen, dass wirklich die Schüler aktiv werden – und die hauptsächliche Arbeit nicht an den Eltern hängenbleibt, wie das bei Backaktionen meistens der Fall sei. „Was hat jedes Kind zu Hause?“, habe sie sich gefragt.

Schließlich hätten die Schülerinnen die Idee gehabt, einen Bücherflohmarkt mit gespendeten Büchern zu veranstalten. Die Grundschüler haben in der vergangenen Woche fleißig Bücher mitgebracht und gespendet.

Fünf Schülerinnen übernehmen das Kommando 

„Über 300 Bücher“, berichtet Henriette. Die Zehnjährige hat gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Pia, Marisa, Mara und Lena den Bücherverkauf möglich gemacht. Die Mädchen haben eigenständig ein Schreiben an die Eltern aufgesetzt, Plakate gemalt, schauen vor Ort nach dem Rechten und kassieren an der Spendenbox, wenn die verschiedenen Klassen zum Einkaufen kommen.

Sie haben sogar ein System entwickelt, mit dem Schüler, die nicht genügend Geld dabeihaben, anschreiben lassen können. Auch wenn an der Grundschule in Beutelsbach noch keine ukrainischen Kinder angekommen sind, haben auch die Grundschüler schon einige Berührungspunkte mit dem Thema Ukraine-Krieg und seinen Folgen.

Auch Grundschüler beschäftigt der Krieg 

In den Nachrichten und im Fernsehen bekommen sie mit, was dort passiert. „Ich finde es schon schlimm, was in der Ukraine passiert“, sagt Henriette. Für die Mädchen ist es ein schreckliches Ereignis, das Menschen schutzlos zurücklässt. Ein Krieg, in dem Menschen sterben und für den es keinen nachvollziehbaren Grund gibt, finden die Schülerinnen.

Freunde von Marisas Familie haben eine ukrainische Familie bei sich aufgenommen. So hatte die Neunjährige auch schon Kontakt zu den Geflüchteten selbst. „Marisa hatte die Idee, dass wir etwas für die Ukraine tun“, erzählt die neunjährige Pia.

Die ganze Schule zieht an einem Strang 

Dass die Lehrer und ihre Mitschüler alle mitgeholfen haben, damit der Bücherflohmarkt ein voller Erfolg wird, freut die Viertklässlerinnen sehr. Das Verkaufen mache auch richtig Spaß – und die anderen Schüler seien sehr motiviert. „Manche nehmen fünf Bücher oder mehr mit“, sagt Marisa.

Rektorin Michaela Schönau ist sehr stolz auf ihre Schüler. Es sei großartig gewesen, wie die Grundschüler sich für diese gemeinsame Sache ins Zeug gelegt und produktiv zusammengearbeitet hätten, freut sie sich. Dienstagfrüh endet die Aktion mit einem letzten „Schnäppchenmarkt“, bei dem alle Schüler noch einmal die Gelegenheit bekommen sollen, die übrig gebliebenen Bücher durchzuschauen.

Schüler erfahren, wo das Geld konkret helfen wird 

Um kurz vor 10 Uhr kommt am Dienstag dann der Erste Vorsitzende der Stuttgarter Hilfsorganisation „Stelp: Supporter on site“ an die Schule. Der Verein hat sich während der Flüchtlingskrise im März 2016 gegründet und setzt sich seitdem weltweit für Menschen in Krisengebieten ein, versucht, den Betroffenen Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser und Kleidung zu ermöglichen. Auch in der Ukraine ist Stelp nach eigenen Angaben aktiv.

Der Förderverein der Grundschule Beutelsbach wird dem Verein die Einnahmen aus dem Bücherverkauf als Scheck übergeben – und dann soll der Vorsitzende den Schülern noch etwas über die Arbeit seines Teams vor Ort erzählen, damit die Schüler auch wissen, was mit ihrem gesammelten Geld passiert.

Im Musiksaal der Beutelsbacher Grundschule sind Büchertische aufgebaut: Kinderbuch-Klassiker wie Pettersson und Findus, Pippi Langstrumpf oder Bände der Kinderbuchreihe „Das magische Baumhaus“ sind hier ausgestellt.

Eine Klasse nach der anderen darf hier seit Freitagmorgen stöbern und einkaufen. Über 130 Bücher haben die Grundschüler am Montagmorgen schon verkauft - und ein Vielfaches des symbolischen Preises von einem Euro pro Buch eingenommen. Der Erlös soll der Ukraine-Hilfe

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