Weinstadt

Warum eine Halle in Weinstadt trotz Klimazielen noch mal eine Gasheizung bekommen soll

StruempfelbacherHalle
Die Strümpfelbacher Halle bekommt wohl eine Hybrid-Heizung. © Gaby Schneider

Für die Strümpfelbacher Halle muss dringend eine neue Heizungsanlage her: Die alten Gaskessel hätten Korrosionsstellen, außerdem sei die Anlage teilweise undicht, legte Marco Tucciarone vom städtischen Hochbauamt dem Technischen Ausschuss dar.

Zwar wurde die Halle erst vor sechs Jahren umgebaut und saniert – damals habe man aber die Heizungstechnik, die Sportlerduschen und die Warmwasserbereitung nicht erneuert. Jetzt führt an dieser Investition kein Weg mehr vorbei. Eine klimaneutrale Lösung wie Solar, Pelletheizung oder Fernwärme kommt für die Halle aber wohl nicht infrage.

Neuer Gasheizkessel und Wärmepumpe ersetzen die alten Gaskessel

Stattdessen soll die Halle eine Kombination aus einem modernen Gasheizkessel und einer Wärmepumpe bekommen. Die Wärmepumpe soll in den warmen Monaten etwa ein Viertel der Gebäudeheizlast übernehmen. Den Rest deckt der neue Gas-Brennwert-Kessel ab. Im Winter soll die Wärmepumpe zunächst noch nicht betrieben werden, da das wenig wirtschaftlich wäre, erklären Marco Tucciarone und Alexander Esse vom Ingenieurbüro Schuler.

Die Idee hinter der auf den ersten Blick nicht unbedingt klimafreundlichen Hybrid-Gasheizung: In einigen Jahren könnte die Wärmepumpe hochgefahren werden und dann bis zu drei Viertel der Heizleistung übernehmen, wenn dann hoffentlich mehr grüner Strom oder Fernwärme zur Verfügung steht. Außerdem, so die Hoffnung der Stadt, könne dann der Gaskessel mit wenig Aufwand umgerüstet und mit grünem Wasserstoff statt mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Viel Geld für eine nicht ganz zeitgemäße Anlage?

Einige Ausschussmitglieder haben ihre Zweifel, ob diese Lösung für Weinstadt auch wirklich die richtige ist. Schließlich hat man doch erst vor wenigen Wochen beschlossen, bis 2035 als Kommune klimaneutral zu werden. Und jetzt soll man in eine bessere Gasheizung investieren?

Knapp 400.000 Euro soll die neue Heizungsanlage kosten. Auch wenn die Stadt Weinstadt dafür noch auf Fördergelder in Höhe von etwas mehr als 200.000 Euro zurückgreifen kann – es bleibt eine Menge Geld.

Trotzdem stimmt die Mehrheit der Ausschussmitglieder dann doch dafür, dem Gemeinderat diese Variante zu empfehlen. Er soll sich im Dezember damit befassen.

Denn die Argumente, die Marco Tucciarone und Alexander Esse gegen Pelletheizung und Co. anführen, leuchten ein.

Dach hält keine PV-Anlage aus

Eine Pelletheizung sei zwar an sich eine feine Sache, in den sehr beengten Räumlichkeiten der Strümpfelbacher Halle aber nur mit sehr großem Aufwand umsetzbar, zeigt Alexander Esse dem Ausschuss auf. Außerdem muss bei einer Pelletheizung regelmäßig die Asche entleert werden, jemand muss ein Auge auf die Anlage haben. Dafür fehle in der Halle schlicht das Personal.

Ein Fernwärmenetz, an das man die Halle anschließen könnte, existiert bis jetzt nicht. Auch ein Blockheizkraftwerk habe man geprüft, das rentiere sich in diesem Fall aber leider nicht. Auch daraus, auf dem Dach der Halle Fotovoltaik zusätzlich zu installieren, wird leider nichts – die Statik macht nicht mit: „Das haben wir als Erstes untersucht“, sagt Marco Tucciarone. „Beide Dachflächen haben jetzt schon ihre Belastungsgrenze erreicht.“

Für die Strümpfelbacher Halle muss dringend eine neue Heizungsanlage her: Die alten Gaskessel hätten Korrosionsstellen, außerdem sei die Anlage teilweise undicht, legte Marco Tucciarone vom städtischen Hochbauamt dem Technischen Ausschuss dar.

Zwar wurde die Halle erst vor sechs Jahren umgebaut und saniert – damals habe man aber die Heizungstechnik, die Sportlerduschen und die Warmwasserbereitung nicht erneuert. Jetzt führt an dieser Investition kein Weg mehr vorbei. Eine

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