Weinstadt

Warum sind die Kita-Gebühren so hoch?

Kinder Kindergarten Spielen Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay/Design_Miss_C

Weinstadt. Warum nur sind die Kita-Gebühren in Weinstadt so hoch? Hat die Stadt etwa bessere Krippen und Kindergärten als die Nachbarstädte Waiblingen und Schorndorf? Wir haben nachgehakt.

Sieben Kommunen hat unsere Zeitung bei den Kita-Gebühren verglichen. Neben den Großen Kreisstädten Fellbach, Waiblingen, Winnenden, Schorndorf und Weinstadt haben wir auch die Nachbarorte Kernen und Korb betrachtet, die weniger Einwohner als Weinstadt haben.

Wir haben drei Fallbeispiele untersucht

Beispiel Nummer eins: Eine Familie hat ein Kind, das die U-3-Betreuung besucht, also unter drei Jahre alt ist und zehn Stunden Ganztagsbetreuung (GT 10) braucht, inklusive Mittagessen. Hier sind in Weinstadt 690 Euro fällig. Nur Korb ist hier im Vergleich teurer mit 709 Euro.

Nächster Fall: Eine Familie hat zwei Kinder. Eines geht in die Ü-3-Betreuung (über drei Jahre alt), ein Kind in die U-3-Betreuung (unter drei Jahre alt). Beide Kinder sind in VÖ6, sie essen jeweils nicht zu Mittag. In Weinstadt sind 396 Euro fällig, nur in Winnenden (448 Euro) und Korb (402 Euro) müssen die Eltern mehr zahlen.

Im dritten Beispiel schneidet Weinstadt am schlechtesten ab: Eine Familie hat drei Kinder, eines besucht die Ü-3-Betreuung (über drei Jahre) und zwei Kinder gehen in die U-3-Betreuung (unter drei Jahre). Alle sind in VÖ7, alle Kinder essen zu Mittag. 770 Euro berappen die Eltern hier. Nicht mal Spitzenverdiener in der Nachbarstadt Waiblingen, in der die Gebühren einkommensabhängig unterschiedlich ausfallen, zahlen so viel: Bei einem Jahreseinkommen von 120 000 Euro müssen die Eltern dort nur 762 Euro im Monat aufbringen.

Fakt ist, dass in Weinstadt die Kita-Gebühren seit einigen Jahren alle zwölf Monate angehoben werden. Ziel der Verwaltung und des Gemeinderats ist es, einen Kostendeckungsgrad durch Elternbeiträge von 20 Prozent zu erreichen. Wer solch ein Ziel hat, der kann natürlich kein preisgünstiges Angebot machen. Der Weinstädter Pressesprecher Holger Niederberger gab auf Nachfrage zu, dass die Kita-Gebühren in Weinstadt auf den ersten Blick im Vergleich mit anderen Großen Kreisstädten hoch erscheinen. „Dieser Eindruck hängt allerdings maßgeblich davon ab, mit welcher Kommune man Weinstadt vergleicht und ob man nur die Beitragssätze vergleicht oder auch die Gebührenerhebung an sich beziehungsweise die Struktur der Kinderbetreuung vor Ort.“ In Weinstadt würden – anders als in anderen Kommunen – nur Gebühren für elf Monate erhoben. „Der August ist in jedem Jahr beitragsfrei.“

Weinstädter Verwaltung findet Vergleich nicht aussagekräftig

Auch spielen laut Niederberger die Wirtschaftsstruktur sowie die dezentrale Organisationsstruktur einer Kommune eine nicht unerhebliche Rolle. Die Weinstädter Finanzlage ist lange nicht so gut wie etwa in Kernen oder Waiblingen. Außerdem zählten bei der Berechnung der Gebühren in Weinstadt alle kindergeldberechtigten Kinder einer Familie für die Einstufung, wodurch der Beitrag für die Eltern sinkt. In anderen Kommunen würden dagegen teilweise nur die Kinder einer Familie gezählt, die zeitgleich eine Einrichtung besuchen.

Ziel des Gemeinderats ist es laut Niederberger, jedes Jahr entsprechend den Empfehlungen der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände zu erhöhen, um künftig keine drastischen Gebührensteigerungen mehr zu haben. Beim Vergleich mit anderen Kommunen gilt es aus seiner Sicht, komplexe Systeme differenziert zu betrachten. „Der schlichte Abgleich der Gebührenhöhe führt daher nicht zu einem aussagekräftigen Ergebnis.“


Weinstadt. Warum nur sind die Kita-Gebühren in Weinstadt so hoch? Hat die Stadt etwa bessere Krippen und Kindergärten als die Nachbarstädte Waiblingen und Schorndorf? Wir haben nachgehakt.

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