Weinstadt

Was passiert jetzt mit den Tiny Houses?

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Bis einschließlich Donnerstag, 24. Oktober, werden alle Mini-Häuser im ehemaligen Steinbruch im Endersbacher Trappeler abgebaut. © ZVW/Benjamin Büttner

Weinstadt. Die Ausstellung hat laut der Stadt 70 000 Leute angelockt – nun ist Schluss: Die sieben Tiny Houses im Endersbacher Steinbruch werden seit Montag abgebaut und sollen bis Donnerstag verschwinden. Wir haben nachgehakt, wohin die Mini-Häuser kommen – und welche schon verkauft sind.

Die Ausstellung war seit dem 12. Mai an drei Tagen pro Woche (Mittwoch, Samstag und Sonntag) sowie an den Feiertagen geöffnet. Dazu gab es 13 Vorträge und Lesungen, die sich mit Wohngesundheit, Müllvermeidung oder dem Leben ohne viel Besitz beschäftigten – und rund 1000 Besucher anlockten. „Die Besucherzahlen der Ausstellung lagen deutlich über den Erwartungen“, sagt Holger Niederberger, der Sprecher der Stadt Weinstadt. Schon jetzt ist klar: Wer eines der Häuser haben will, muss sich beeilen.

Vom Seefrachtcontainer bis zum Spiegel-Haus

Das ÖÖD-Design-Haus aus Estland mit seiner Spiegel-Fassade (Wohnfläche: rund 18 Quadratmeter) ist an einen privaten Interessenten verkauft worden. „Das verschwindet nach Österreich“, sagt Michael Kupka, der mit seinem Waiblinger Betrieb für den Vertrieb des Modells in Süddeutschland zuständig ist. Das Haus „Cabin One“ (Wohnfläche: rund 25 Quadratmeter) wird künftig bei Kupka ausgestellt. Hergestellt hat es das Berliner Unternehmen Cabin Spacey, das im Mai mit seinem Vertrieb gestartet hat. Auch der umgestaltete Seefrachtcontainer von der Stuttgarter Firma Containerwerk eins (Fläche: 26 Quadratmeter) soll dort künftig zu sehen sein.

Der Beutelsbacher Zimmerermeister Friedrich Dippon überlegt derzeit, sein mit dem Fellbacher Architekten Fritz Barth entwickeltes „Kleines Haus“ ebenfalls bei Kupka zu präsentieren. Das 23 Quadratmeter große Mini-Haus will er zunächst bei sich im Betrieb lagern. Verkaufen könnte er es laut eigenen Angaben jederzeit: Angefragt habe eine Reittherapie-Schule aus Ellwangen sowie je ein Interessent aus dem Raum Rottweil und vom Gardasee. Hätte der Weinstädter CDU-Stadtrat einen Wunsch frei, dann hätte er mit dem Tiny House etwas anderes vor. „Ich habe immer die Hoffnung gehabt, dass es in Weinstadt bleiben darf.“ Persönlich ist für den umweltbewussten Friedrich Dippon das Tiny House mehr als nur ein Trendthema, wenn er an den Ressourcenverbrauch auf der Erde denkt. „Wir wohnen viel zu groß.“

Fahrbarer Wohnwagon an Interessenten in der Region verkauft

Was mit dem Flying-Space von Schwörer-Haus aus Hohenstein (Wohnfläche: 30 Quadratmeter) passiert, ist noch offen. Laut Steffen Guhl, Leiter Vertrieb-Innendienst, gibt es verschiedene Kaufinteressenten. Wer denkt, dass hier alles leichter ist als bei einem konventionellen Haus, liegt falsch: Die Genehmigung beim zuständigen Bauamt kann sich nach Steffen Guhls Angaben in die Länge ziehen. Und klar: Tiny Houses werden nicht nur von Leuten gekauft, die Ressourcen sparen wollen und es als Hauptwohnsitz nutzen, sondern auch von Menschen, die ein schickes Ferienhaus, ein Büro oder einen Verkaufsraum brauchen.

Der fahrbare Wohnwagon (Fläche: 33 Quadratmeter) wurde an einen Interessenten in der Region verkauft. Dessen Hersteller, die Wiener Firma „WW Wohnwagon“, ist seit 2014 am Markt. Nicht zu erreichen war die Winnender Schreinerei Otto Obermüller, Inhaber Alexander Pflaumer, die das fahrbare „Tiny House Stuttgart“ (zwölf Quadratmeter) errichtet hat. Die Stadt Weinstadt plant indes keine Fortführung der Tiny-House-Ausstellung. „Von Dritten gibt es allerdings Interesse, das Konzept der Ausstellung aufzugreifen.“


Weinstadt. Die Ausstellung hat laut der Stadt 70 000 Leute angelockt – nun ist Schluss: Die sieben Tiny Houses im Endersbacher Steinbruch werden seit Montag abgebaut und sollen bis Donnerstag verschwinden. Wir haben nachgehakt, wohin die Mini-Häuser kommen – und welche schon verkauft sind.

Die Ausstellung war seit dem 12. Mai an drei Tagen pro Woche (Mittwoch, Samstag und Sonntag) sowie an den Feiertagen geöffnet. Dazu gab es 13 Vorträge und

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