Weinstadt

Was Ukraine-Flüchtlinge bewegt - Viele Besucher im Willkommenscafé in Weinstadt

Willkommens-Café
Die Weinstädter Integrationsbeauftragte Eleni Stubbe (links) und Lothar Holzwarth, Vorsitzender des Integrationsvereins, sind überwältigt von den vielen Besucherinnen und Besuchern. © Alexandra Palmizi

Leises Stimmengewirr und der Geruch von Kaffee erfüllen das Alte Rathaus in Großheppach. Während Kinder um die Tische sausen, unterhalten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen. „Mit so einem Zuspruch habe ich nicht gerechnet“, sagt Eleni Stubbe, Integrationsbeauftragte der Stadt Weinstadt, während sie ihren Blick durch den gut gefüllten Raum schweifen lässt.

Am Donnerstagnachmittag hatte die Stadt gemeinsam mit dem Integrationsverein Weinstadt zu einem Willkommenscafé für Geflüchtete aus der Ukraine geladen. „Wir haben ursprünglich 43 Gedecke ausgelegt“, sagt Lothar Holzwarth, Vorsitzender des Integrationsvereins. Kuchenteller und Kaffeetassen reichten aber bei weitem nicht für alle Besucher, so dass die Ehrenamtlichen des Vereins Geschirr nachliefern und Tische und Stühle hinzugeholt werden mussten.

Themen sind Bildung für Kinder, Arbeit und Sprachkurse

Sinn und Zweck des Willkommenscafés sei es, „mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, zuzuhören und herauszufinden, was sie gerade benötigen“, erklärt Eleni Stubbe. Die Kontaktaufnahme und das Gespräch seien elementare Bestandteile, die es für eine gut gelungene Integration brauche, so Stubbe.

Das Willkommenscafé sei außerdem ein Schutzraum für die Menschen, in dem sie ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern können. In vielen Gesprächen konnte sich Eleni Stubbe schon einen Überblick über Wünsche und Gedanken der geflüchteten Frauen, Männer und Kinder machen. Zwei Themenbereiche stechen dabei hervor: „Bildung für die Kinder und das Thema Arbeit“, sagt Stubbe. In einem nächsten Schritt wolle sich die Stadtverwaltung beraten, wie mögliche Angebote für die geflüchteten Familien, Kinder, Frauen und Männer aussehen könnten. Im Gespräch seien dabei Sprachkurse und Spielgruppen für Kinder, so Stubbe.

Der Vorsitzende des Integrationsvereins, Lothar Holzwarth, ergänzt: Mit dem Willkommenscafé wolle man an die Tradition der Willkommenskultur im Jahre 2015 anknüpfen. „Mit dem Unterschied, dass Haupt- und Ehrenamt jetzt zusammenwirken“, so Holzwarth. Für das Willkommenscafé haben rund 20 Ehrenamtliche des Integrationsvereins für die süße Verpflegung gesorgt und Kuchen und Muffins gebacken.

Unter den 226 Mitgliedern des Integrationsvereins seien insgesamt 160 Mitglieder, die vor einigen Jahren aus ihren Heimatländern geflohen sind. „Eine libanesische Familie hat traditionelles Gebäck aus ihrer Heimat beigesteuert“, erzählt Lothar Holzwarth. Besonders berührend fand er an diesem Nachmittag die musikalischen Beiträge einer ukrainischen Familie, die begleitet durch das Geigenspiel des Sohns ein Dankeslied vortrug.

Ukrainerin sieht keine Zukunft mehr in ihrem Heimatland

Unter den Besuchern im Café ist auch Julia Turinina. Die 27-Jährige ist aber nicht zum ersten Mal in Weinstadt. 2016 hatte sie als Au-pair ein Jahr lang bei einer Familie in Weinstadt gelebt. Nun ist sie gemeinsam mit ihrer Mutter und der zweijährigen Tochter zurückgekehrt. Es sei schön, andere Leute zu sehen, sich zu unterhalten und Kontakte zu knüpfen, sagt sie.

Schon allein wegen ihrer kleinen Tochter will Turinina in Deutschland bleiben. „Ich sehe keine Zukunft in der Ukraine“, sagt die 27-Jährige. Die Wirtschaft sei am Boden und die Städte zerstört, so die junge Frau, die fließend Deutsch spricht. „Hier sind wir sicher.“

Aktuell sind 87 Geflüchtete aus der Ukraine in Weinstadt gemeldet

Jede Besucherin und Besucher im Willkommenscafé erhält außerdem eine kleine Begrüßungstüte. Darin enthalten sind Süßigkeiten, aber auch ein Einkaufsgutschein sowie ein Gutschein für den Kleiderladen des Integrationsvereins. Noch ist keine Entscheidung darüber gefallen, ob es das Willkommenscafé noch einmal geben wird. „Das war heute ein erster Aufschlag“, sagt die Integrationsbeauftragte Eleni Stubbe.

Es sei abzuwarten, ob der Treff wiederholt werde. In Weinstadt sind zurzeit (Stand: Freitagmorgen) 87 Menschen aus der Ukraine in Weinstadt gemeldet. In einem sind sich Eleni Stubbe und Lothar Holzwarth einig: Es solle keine Geflüchteten der ersten und zweiten Klasse geben, sondern „alle gleichermaßen behandelt werden“, so der Vorsitzende des Integrationsvereins. „Wir arbeiten stetig und konsequent daran, alle Menschen zu berücksichtigen“, so Eleni Stubbe. „In Weinstadt gibt es viele Nationalitäten.“

Leises Stimmengewirr und der Geruch von Kaffee erfüllen das Alte Rathaus in Großheppach. Während Kinder um die Tische sausen, unterhalten sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen. „Mit so einem Zuspruch habe ich nicht gerechnet“, sagt Eleni Stubbe, Integrationsbeauftragte der Stadt Weinstadt, während sie ihren Blick durch den gut gefüllten Raum schweifen lässt.

Am Donnerstagnachmittag hatte die Stadt gemeinsam mit dem Integrationsverein Weinstadt zu einem Willkommenscafé für

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