Weinstadt

Wasser in Weinstadt wird teurer

Wasserhahn Symbolbild Wasser Symbol
Symbolbild. © pixabay.com/CC0 Public Domain

Weinstadt.
Das Wasser in Weinstadt wird im kommenden Jahr teurer: Zum 1. Januar 2018 wollen die Stadtwerke Weinstadt den Preis pro Kubikmeter um fünf Cent auf 2,46 Euro anheben. Auch die Grundgebühr soll erhöht werden. Für die kommenden Jahre ist laut den Stadtwerken mit weiteren Erhöhungen zu rechnen. Dafür sollen die Gebühren für sogenannte Zwischenzähler sinken, um den Bau von Regenwasserzisternen weiterhin attraktiv zu halten.

Jährlich 22,47 Euro mehr muss ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt in Weinstadt künftig für die Wasserversorgung berappen. Umgerechnet entspricht dies einer monatlichen Mehrbelastung von 1,87 Euro. Insgesamt wollen die Stadtwerke so 150 400 Euro mehr einnehmen als noch im laufenden Jahr 2017. Davon entfallen 62 500 Euro auf den höheren Preis pro Kubikmeter, 87 900 Euro mehr soll die Erhöhung der Grundgebühr einbringen. Diese wird gestaffelt nach Zählergröße angehoben: Für den gängigsten Zählertyp (QN 2,5) werden im neuen Jahr 63 Euro statt wie bislang 51 Euro fällig. Zuletzt waren die Grundgebühr 2016 und die Verbrauchspreise 2014 angehoben worden.

Gebührenerhöhung hat mehrere Gründe 

Notwendig ist die aktuelle Gebührenerhöhung dem Leiter der Stadtwerke Thomas Meier zufolge aus mehreren Gründen. Demnach gibt es drei große Posten, die neben der allgemeinen Preissteigerung und kleineren Kostentreibern eine Rolle spielen: die steigenden Wasserbezugskosten, größere Investitionen sowie eine höhere Konzessionsabgabe (siehe Infobox).

Immer mehr Rohrbrüche erfordern Investitionen ins Leitungsnetz

Die Kosten für den Wasserbezug werden laut Plan im kommenden Jahr um rund 29 000 Euro höher liegen als im laufenden Jahr. Das liegt zum einen an der Sanierung der Weinstädter Quellen und zum anderen an Preiserhöhungen bei den Zweckverbänden Landeswasserversorgung (LVW) und Nord-Ost-Wasserversorgung (NOW), von denen die Weinstädter Stadtwerke ihr Wasser beziehen. Berücksichtigt ist hier bereits, dass in Großheppach künftig ein Viertel weniger Wasser von der teureren NOW bezogen wird. Dadurch können jährlich etwa 10 000 Euro eingespart werden.

Weitere Erhöhungen sind zu erwarten

Weitere Preiserhöhungen sind für die folgenden Jahre zu erwarten. 2019 soll auch der sogenannte Wasserpfennig um 1,9 Cent angehoben werden. Diese Erhöhungen werde man laut Meier ebenfalls an die Enkunden weitergeben müssen, um als städtischer Eigenbetrieb weiterhin profitabel wirtschaften zu können. Als Wasserpfennig wird die vom Land erhobene Gebühr für die Entnahme von Grund- oder Oberflächenwasser bezeichnet. Geregelt ist dies im Landeswassergesetz.

30 Rohrbrüche im Jahr mehr als sonst üblich

Rund 10 000 Euro mehr als im laufenden Jahr sind 2018 für sogenannte bezogene Leistungen angesetzt. Dahinter verstecken sich Reparaturen, zum Beispiel von Rohrbrüchen. „Wir hatten in diesem Jahr bereits mehr als 100 Rohrbrüche, normalerweise haben wir im ganzen Jahr etwa 70. Allerdings ist die Tendenz steigend“, erläutert der Stadtwerkeleiter. Dies mache „massive Investitionen“ in die Sanierung des Leitungsnetzes im kommenden Jahr notwendig, so Meier weiter. Dies wiederum schlage sich in den höheren Gebühren nieder.

Konzessionsabgabe wurde angehoben

Schlussendlich wird noch die Konzessionsabgabe auf Wunsch der Stadt auf rund 71 000 Euro angehoben. Damit liege man zwar um fast 38 000 Euro höher als im vergangenen Jahr, im Durchschnitt über die Jahre aber pendele die Abgabe sich bei rund 47 000 Euro ein, erläutert Stadtwerkeleiter Meier. Außerdem liege sie noch weit unter dem gesetzlich geregelten Höchstsatz.

Regenwasserzisternen sollen attraktiv bleiben

Im Gegenzug sollen die Gebühren für Zwischenzähler gesenkt werden. Diese werden eingesetzt, um die Eigenwasserversorgung, beispielsweise über Regenzisternen, zu messen. Bislang wurde dafür die reguläre Grundgebühr fällig. Dies drosselte allerdings die Ersparnis der Besitzer, teilweise überstieg die Zählergebühr sogar die Ersparnis. „Natürlich wollen wir die Nutzung von Zisternen aber weiterhin attraktiv halten“, betont Meier. Daher werden vom kommenden Jahr zum Beispiel für den Zählertyp QN 2,5 statt bisher 51 Euro nur noch 27 Euro erhoben. Mit dieser Gebührensenkung reagieren die Stadtwerke auf Beschwerden zahlreicher Bürger, die nach der letzten Erhöhung eingegangen waren.

Kein Gegenwind für Gebührenerhöhung

Im Betriebsausschuss wurde der Gebührenentwurf der Stadtwerke positiv aufgenommen. GOL-Vorsitzender Manfred Siglinger befand insbesondere die Konzessionsabgabe für „sehr moderat“ im Vergleich zu anderen Bereichen wie der Stromversorgung. Er regte an, in Zukunft auf die Gesamtsituation nochmals „genauer draufzuschauen“, um die Preise möglichst verursachergerecht zu erhöhen. Zustimmung kam auch aus der CDU-Fraktion. Schließlich wurde der Entwurf der Stadtwerke einstimmig angenommen. Der Gemeinderat muss in seiner nächsten Sitzung noch zustimmen.


Konzessionsabgabe

Als Konzessionsabgabe wird die Gebühr bezeichnet, die ein Rechtsträger (in diesem Fall die Stadtwerke Weinstadt) für die Nutzung öffentlicher Wege und Straßen an eine Gemeinde zahlt. Deren Höhe wird von der Stadt festgelegt. Es gelten gesetzliche Höchstgrenzen.

Die Abgabe in Weinstadt bleibt weit unter diesem Höchstbetrag.