Weinstadt

Wegen Ukraine-Krieg: Verstärkung fürs Integrationsmanagement Weinstadt

Fotomotiv: Die Mitarbeiterinnen Jillian Heyder, Stefanie Luz und Andrea Schmidgall vom Integrationsmanagement (v.l.n.r.).
Die Mitarbeiterinnen Jillian Heyder, Stefanie Luz und Andrea Schmidgall vom Integrationsmanagement (v.l.n.r.). © Stadt Weinstadt/Jacqueline Hils

Weil nach wie vor immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine in Weinstadt ankommen und Stadt und Integrationsmanagement alle Hände voll zu tun haben damit, die Menschen erstzuversorgen, unterzubringen und zu beraten, haben Sozial- und Kulturausschuss und Gemeinderat im Mai hierfür außerplanmäßig eine weitere halbe Vollzeitstelle im Integrationsmanagement bewilligt. Damit stockt die Stadt vorläufig bis Ende 2022 von 2,25 auf 2,75 Stellen auf – dank des Diakoniekreisverbands ist die neue Mitarbeiterin schon angelernt worden.

„Der gegenwärtige Zustrom so vieler Menschen geht über die Kapazitäten des Integrationsmanagements der Stadt Weinstadt hinaus“, schreibt die Stadt in der entsprechenden Beratungsunterlage. Immerhin stehe zeitgleich auch die kontinuierliche Begleitung und Förderung der über 250 bereits vom Integrationsmanagement betreuten Personen weiterhin an und müsse wie gewohnt gewährleistet werden. „Nur durch den hohen Einsatz des bestehenden Personals und die Zurückstellung zahlreicher Aufgaben konnte die Lage bisher gemeistert werden“, ergänzt die Stadt.

Integrationsmanagement koordiniert den gesamten Prozess

Nachdem die erste Zuweisung durch den Landkreis erfolgt ist, übernimmt das Integrationsmanagement die Terminkoordination zwischen den verschiedenen Ämtern und stellt die wichtigsten Erstinformationen für die geflüchteten Menschen zusammen. Es gibt eine Begrüßungsmappe und die Neuankömmlinge bekommen einen ersten Beratungstermin beim Integrationsmanagement ausgestellt.

Während die verschiedenen Ämter der Stadt, aber auch Ehrenamtliche sich dann darum kümmern, dass die Unterbringung funktioniert, die Menschen Lebensmittel und notwendige Kleidung bekommen, dass sie an finanzielle oder medizinische Leistungen kommen, sie erfahren, wie sie ihre Kinder einschulen oder sich für einen Sprachkurs anmelden können, kümmert sich die Integrationsbeauftragte um die Vernetzung der verschiedenen Stationen.

 

Kooperation mit dem Kreisdiakonieverband

Auch bei der Arbeit des Bürgerbüros, das mit den Geflüchteten melde- und ausländerrechtliche Angelegenheiten klären muss, spiele das Integrationsmanagement als „zentrale Beratungsstelle“ eine tragende Rolle, so die Stadt. Fest steht aber: Um alle diese Aufgaben meistern zu können, brauchen die drei Mitarbeiterinnen mehr zur Verfügung stehende Arbeitszeit. Die ursprünglich beschlossenen 2,25 Stellen reichen nicht aus.

Um überhaupt aufstocken zu können, ist die Stadt allerdings auf den Kreisdiakonieverband angewiesen: Schon seit Dezember 2017 arbeitet die Stadt beim Integrationsmanagement mit dem Kreisdiakonieverband zusammen. Lediglich eine der Stellen ist zu 100 Prozent bei der Stadt angesiedelt, die restlichen 1,25 Prozent bei der kirchlichen Körperschaft, die dafür auch zwei Mitarbeiterinnen stellt. Die Kooperation mit dem Kreisdiakonieverband beim Integrationsmanagement ist erst Ende 2021 durch den Gemeinderat Weinstadt befürwortet und erneut um ein Jahr verlängert worden.

Stadt Weinstadt hoff auf Förderung: Sonst müssen Schulden gemacht werden

Auch wenn Sozial- und Kulturausschuss und Gemeinderat die zusätzliche halbe Stelle erst jetzt bewilligt haben, sei die zusätzliche Kraft schon zum ersten Mai eingearbeitet worden, da der Kreisdiakonieverband glücklicherweise die zusätzlichen Personalressourcen kurzfristig habe stellen können, dadurch habe eine unmittelbare Entlastung des Integrationsmanagement-Teams gelingen können, so die Stadt.

Durch die zusätzliche halbe Stelle, die vorläufig bis Ende 2022 befristet ist, entstehen für Weinstadt außerplanmäßige Personalkosten von rund 23.000 Euro. Die Stadt hofft allerdings, diese durch Fördergelder, wie etwa der Soforthilfe des Landes für die Integration von Vertriebenen aus der Ukraine, finanzieren zu können. Auch für die bestehenden Stellen werden die Personalkosten zum größten Teil durch Förderung, nämlich über den Pakt zur Integration, gedeckt.

Weil die Fördermöglichkeiten aber noch nicht abschließend geklärt seien, müsse man als Kommune auch damit rechnen, die Kosten im Ernstfall selbst zu tragen. Dann sollen die Kosten für den zusätzlichen Stellenanteil über „möglicherweise eintretende Minderausgaben“ im Gesamthaushalt der Stadt für das laufende Jahr ausgeglichen werden – wenn das auch nicht klappt, müsste die Stadt erneut Schulden aufnehmen.

Weil nach wie vor immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine in Weinstadt ankommen und Stadt und Integrationsmanagement alle Hände voll zu tun haben damit, die Menschen erstzuversorgen, unterzubringen und zu beraten, haben Sozial- und Kulturausschuss und Gemeinderat im Mai hierfür außerplanmäßig eine weitere halbe Vollzeitstelle im Integrationsmanagement bewilligt. Damit stockt die Stadt vorläufig bis Ende 2022 von 2,25 auf 2,75 Stellen auf – dank des Diakoniekreisverbands ist die neue

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper