Weinstadt

Weinstadt: Friedrich Huster (36) ist der neue Klimaschutzmanager

Klimamanager Friedrich Huster
Friedrich Huster (36) ist der neue Klimaschutzmanager der Stadt Weinstadt. © Bareth

Er hat sich eine Position ausgesucht, für die ursprünglich 2,5 Vollzeitstellen vorgesehen waren: Friedrich Huster hat – vorerst als „Einzelkämpfer“ – die neu geschaffene Position des Klimaschutzmanagers bei der Stadt Weinstadt übernommen. Seit rund eineinhalb Monaten arbeitet sich der 36-Jährige nun in die komplexe Thematik ein. Und er ist der Meinung: So schlecht steht Weinstadt bisher gar nicht da. Doch wer ist der Klimaschutzmanager und was hat er für die kommenden Jahre geplant?

Jeder in der Verwaltung soll „Klimaschützer“ werden

„Wir haben wirklich ganz ambitionierte Ziele“, sagt Friedrich Huster mit Blick auf den Beschluss von Stadt und Gemeinderat, die Klimaneutralität schon bis 2035 zu erreichen. Er macht klar: Leicht wird das nicht – und deshalb sei es eben so wichtig, dass in Weinstadt alle an einem Strang ziehen.

Das treffe insbesondere auch für die Mitarbeiter der Verwaltung zu: „Jeder in der Verwaltung muss ein bisschen zum Klimaschützer werden“, sagt Huster. Er sieht seine Aufgabe darin, den einzelnen Bereichen beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.

Vor einigen Jahren nach Rommelshausen gezogen

Wenn es gelänge, in den Ämtern die Abläufe nach Klimaschutz-Gesichtspunkten weiter zu optimieren, sei es nicht unbedingt schlimm, dass der Gemeinderat vorerst nur seine eine Stelle genehmigt habe. Im Gegenteil: Dass diese eine Stelle unbefristet ausgeschrieben worden sei und somit langfristig Perspektive habe, sei für ihn mit ein Grund gewesen, in Weinstadt anzufangen.

Friedrich Huster stammt ursprünglich aus dem Kreis Ludwigsburg, hat längere Zeit in Oeffingen gewohnt und ist 2014 nach Rommelshausen gezogen: „Da wurde die Familie etwas größer.“ Zu dem ziemlich neuen Berufsbild des kommunalen Klimaschutzes ist er eher durch Zufall gekommen.

Er wollte zur Presse - und landete beim kommunalen Klimaschutz

Nach der Schule habe er eigentlich in den Journalismus gehen wollen, erzählt der 36-Jährige, und habe deshalb als freier Mitarbeiter bei der Ludwigsburger Kreiszeitung angefangen. Dort sei er zum ersten Mal mit der Kommunalpolitik in Berührung gekommen: „In Ludwigsburg ist damals auch viel passiert.“

Weil er in Richtung Wirtschaftsjournalismus habe gehen wollen, habe er gleichzeitig in Stuttgart ein Studium der technisch orientierten BWL angefangen. Dann habe er sich in seinem Studium speziallisieren müssen - und ungefähr zeitgleich sei im japanischen Fukushima das Atomunglück passiert. „Und so hat eines zum anderen geführt“, sagt Friedrich Huster jetzt.

European Energy Award in Reutlingen betreut

Nach seinem Studium fing der Diplom-Betriebswirt deshalb bei der Stadt Reutlingen als Koordinator für den European Energy Award (EEA) an – ein Programm, für das sich die Stadt Weinstadt ebenfalls seit mehreren Jahren immer wieder zertifiziert. „Reutlingen hat damals im kommunalen Klimaschutz losgelegt“, so der Klimaschutzmanager.

Anders als in Weinstadt, wo in den vergangenen Jahren ja schon einiges in Sachen Klimaschutz passiert sei, sei das Team in Reutlingen „auf der grünen Wiese“ gestartet: quasi von null also. In Reutlingen habe er viele Erfahrungen gerade im Bereich Akteursbeteiligung sammeln können.

„Aufbruchstimmung in Sachen Klimaschutz“

Nach dem Umzug nach Rommelshausen habe er in Stuttgart angefangen. Die Landeshauptstadt habe damals gerade neu das Ziel „Klimaneutral 2050“ angestrebt. Hier habe er mitgeholfen, ein Konzept mit den Maßnahmen aufzustellen, die dafür nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Doch wieso nun der Wechsel aus Stuttgart nach Weinstadt? „Stuttgart ist sehr groß“, sagt Friedrich Huster. Er habe sich stattdessen eine kleinere Kommune gewünscht und eine Position mit größerer Bandbreite und mehr Verantwortung - da kommt ihm die Stellenausschreibung in Weinstadt sehr gelegen. Er finde es spannend, wie sich die Region gerade entwickle: „Im Remstal ist echt eine Aufbruchstimmung in Sachen Klimaschutz.“

Gibt es Förderung für den Klimaaktionsplan?

In Weinstadt muss nun erst einmal der Klimaaktionsplan erstellt werden. Dafür möchte der Diplom-Betriebswirt versuchen, für Weinstadt Fördermittel vom Bund zu bekommen: Dieser fördert die „integrierten Vorreiterkonzepte“ zum Klimaschutz mit bis zu 50 Prozent.

Im Rahmen einer Akteursbeteiligung müssten dann Betriebe wie auch Privatleute mit ins Boot geholt werden, sagt der Klimamanager. Nur mit Mithilfe aller sei das ehrgeizige Ziel der Kommune zu erreichen.

Er hat sich eine Position ausgesucht, für die ursprünglich 2,5 Vollzeitstellen vorgesehen waren: Friedrich Huster hat – vorerst als „Einzelkämpfer“ – die neu geschaffene Position des Klimaschutzmanagers bei der Stadt Weinstadt übernommen. Seit rund eineinhalb Monaten arbeitet sich der 36-Jährige nun in die komplexe Thematik ein. Und er ist der Meinung: So schlecht steht Weinstadt bisher gar nicht da. Doch wer ist der Klimaschutzmanager und was hat er für die kommenden Jahre

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