Weinstadt

Weinstadt gibt 2022 mehr als 27 Millionen Euro für Personal aus

Bürgerbüro
Der Personaletat in Weinstadt wächst um 1,3 Millionen Euro. © Benjamin Büttner

Der Personalstamm der Stadt Weinstadt ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Das gilt insbesondere für den Sozial- und Erziehungsdienst, wo seit 2010 mehr als 70 Vollzeitstellen hinzugekommen sind – das Personal aber trotzdem knapp ist. In anderen Bereichen hingegen ist die Verwaltung überbesetzt. Das hat die Organisationsuntersuchung der Verwaltung im vergangenen Jahr zutage befördert. Fest steht trotzdem: Die Kosten fürs Personal werden auch im kommenden Jahr steigen.

In manchen Ämtern herrscht ein Mehrbedarf an Personal

Das hat sich im Rahmen der Haushaltsberatungen gezeigt, die aktuell zwischen Verwaltung und Gemeinderäten geführt werden. Im Vorfeld dieser Beratungen stand am vergangenen Donnerstag im Verwaltungsausschuss die „Umsetzung der Ergebnisse der Personalbedarfsbemessung“ auf dem Plan. Die Untersuchung hat ergeben, dass in einigen Ämtern ein Mehrbedarf an Personal herrscht.

Deshalb wird zum Beispiel das Personalamt um eine zusätzliche 33-Prozent-Stelle aufgestockt, weil sich laut Verwaltung aufgrund der „deutlich erhöhten Fallzahl bei den Einstellungsverfahren ein erhöhter Personalbedarf“ ergibt. Die Verwaltung hatte die Stelle bereits bei den Haushaltsberatungen für 2021 beantragt, der Gemeinderat hatte sie jedoch mit einem Sperrvermerk versehen. Aufgehoben wurden am vergangenen Donnerstag auch die Sperrvermerke für eine 5-Prozent-Stelle im Ordnungsamt, Bereich Naturschutz.

Zu viel Personal im Prüfungsamt: Eine Stelle wird gestrichen

Im Liegenschaftsamt aber – hier hatte die Verwaltung eine weitere 50-Prozent-Stelle beantragt - bleibt der Sperrvermerk bestehen. Derzeit ist der Organisationsuntersuchung zufolge kein Mehrbedarf vorhanden. Selbes gilt für eine 5-Prozent-Stelle, die sich auf Wunsch der Stadt um die Weinstädter Märkte kümmern sollte – sie wurde jetzt endgültig abgelehnt und aus dem Stellenplan gestrichen.

Einen besonders deutlichen Überhang hat die Organisationsuntersuchung im Prüfungsamt der Stadt ergeben. Hier sind aktuell 3,5 Vollzeitkräfte im Einsatz, benötigt werden wohl nur 2,6. Eine Stelle soll deshalb mit dem Vermerk „KW“ – künftig wegfallend – versehen werden. Hauptamtsleiter Jan Beck kündigte an, dass die Stelle verlagert würde, „sobald eine andere Stelle in der Verwaltung frei wird und die Qualifikation passt“.

Wann die Stelle tatsächlich gestrichen wird, steht noch nicht fest. Es sei ihm aber wichtig, zu betonen, dass im Prüfungsamt „nie jemand saß, der zu viel war“. Es habe hier viele Stellenwechsel gegeben, außerdem seien die Kollegen und Kolleginnen stark in die Corona-Kontaktnachverfolgung eingebunden gewesen.

Zu viel Personal ist indes auch im Bürgerbüro beschäftigt. Für das soll aber erst ein neues Konzept erarbeitet werden, ehe es an den Stellenplan geht.

Personaletat wächst im Jahr 2022 um 1,3 Millionen Euro

Im Zuge der anschließenden Beratungen um Personaletat und Stellenplan präsentierte Iris Günthner die Veränderungen zum kommenden Haushaltsjahr in Weinstadt. Wenig überraschend: Die Personalkosten steigen weiter. Allein im Sozial- und Erziehungsdienst ist der Personalstamm in den Jahren 2010 bis 2020 von 112 auf 186 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen.

Zum Jahr 2022 ergibt sich in der Verwaltung netto ein Stellenzuwachs von 3,3 Stellen: 4,7 neu zu schaffenden Stellen – zum Beispiel die des Klimaschutzmanagers oder in der Jugendarbeit – stehen Einsparungen von 1,4 Stellen gegenüber.

Der Personaletat wächst im Vergleich zu 2021 um mehr als fünf Prozent: von rund 25,8 Millionen Euro auf rund 27,1 Millionen Euro. 2010 hatte er noch bei 13,8 Millionen Euro gelegen. Nicht nur die Schaffung neuer Stellen, auch steigende Gehälter sind dafür verantwortlich.

Hohe Frauenquote bei der Stadt

Übrigens: Die Frauenquote in der Verwaltung liegt bei 73 Prozent. Von 34 Führungskräften ist laut Iris Günthner genau die Hälfte (17) weiblich. 43 Prozent der Belegschaft sind 51 Jahre oder älter.

Der Personalstamm der Stadt Weinstadt ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Das gilt insbesondere für den Sozial- und Erziehungsdienst, wo seit 2010 mehr als 70 Vollzeitstellen hinzugekommen sind – das Personal aber trotzdem knapp ist. In anderen Bereichen hingegen ist die Verwaltung überbesetzt. Das hat die Organisationsuntersuchung der Verwaltung im vergangenen Jahr zutage befördert. Fest steht trotzdem: Die Kosten fürs Personal werden auch im kommenden Jahr

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