Weinstadt

Weinstadt: Mini-Kreisverkehr in der Strümpfelbacher Straße soll Stau verhindern

Minikreisverkehr
Viel Platz für einen Kreisverkehr gibt es auf dieser Kreuzung nicht: Deswegen muss der Kreisel überfahrbar sein. © Benjamin Büttner

Die Verkehrssituation in der Einkaufsstraße in Endersbach ist den Bürgern und der Stadt schon lange ein Dorn im Auge: Nicht nur herrscht hier insgesamt viel und verhältnismäßig schneller Durchgangsverkehr. Durch die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Strümpfelbacher Straße und Bahnhofstraße kommt es außerdem täglich zu langen Rückstaus.

Das soll sich bald ändern: In der Sitzung des Technischen Ausschusses am vergangenen Donnerstag sind die ersten konkreteren Planungen für einen Mini-Kreisverkehr vorgestellt worden. Dieser soll im Zuge der geplanten Sanierung der Ortsmitte Endersbach gebaut werden.

Verkehrssituation an dieser Kreuzung mittlerweile untragbar

Die meisten Autofahrer, die die Strümpfelbacher Straße in Richtung Viadukt entlangfahren, wollen nach links unter dem Viadukt hindurch in den großen Kreisverkehr abbiegen, erklärt Markus Baumeister, Leiter des Tiefbauamts bei der Stadt Weinstadt.

„Die Vorfahrtsregelung ist aber genau andersherum, von der Bahnhofstraße in Richtung Kreisverkehr.“ Deshalb müssen die vielen Linksabbieger alle den anderen Autos auf der Bahnhofstraße die Vorfahrt lassen – so entsteht der lange Rückstau in die Einkaufsstraße in Weinstadt.

Qualität des Verkehrsflusses bekommt Note "ungenügend"

Die Verkehrssituation an dieser Kreuzung sei inzwischen sogar so schlimm, dass die Strümpfelbacher Straße kaum mehr die Kriterien für die Qualitätsstufe F erfüllt, führt Harald Strauß von der ISTW-Planungsgesellschaft aus. Das Ludwigsburger Unternehmen mit Schwerpunkt Tief- und Straßenbau ist mit der Planung des Mini-Kreisels beauftragt.

Diese Bewertungstabelle für Straßen mit Werten zwischen A und F für die herrschende Verkehrsdichte hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen aufgestellt. Die beste Qualitätsstufe A beschreibt einen freien Verkehrsfluss mit viel Bewegungsfreiheit für alle Verkehrsteilnehmer. Die Definition für das Schlusslicht der Tabelle, Qualitätsstufe F, lautet folgendermaßen: „Die Nachfrage ist größer als die Kapazität. Die Verkehrsanlage ist überlastet.“

Der Mini-Kreisverkehr soll den entscheidenden Unterschied machen

Genau das und noch Schlimmeres treffe im Moment für die Kreuzung vor dem Viadukt zu, so Harald Strauß und Markus Baumeister.

Auch wenn es auf den ersten Blick auf der Kreuzung sehr eng aussieht und auch die Position so dicht an einem bereits bestehenden Kreisverkehr für einen zweiten Kreisverkehr nicht ideal erscheint: Das Planungsbüro hat jetzt Berechnungen zum Verkehrsfluss erstellt, denen zufolge durch einen kleinen Kreisverkehr auf eben dieser Kreuzung sich die Verkehrsdichte auf die Qualitätsstufe B verbessern würde. Also von der schlechtesten auf die zweitbeste Stufe auf der Tabelle.

Für Gelenkbusse und Lkw ist der neue Kreisverkehr zu klein

Doch wie soll so ein Mini-Kreisverkehr überhaupt aussehen? Einen Durchmesser von insgesamt 24 Metern sieht die aktuelle Planung für die neue Kreuzung mit Kreisverkehr in der Mitte vor. Der Kreisel selbst soll aus individuell gestaltbaren, langlebigen Betonelementen zusammengesetzt werden und einen Durchmesser von nur wenigen Metern haben.

Damit Gelenkbusse und größere Lkw die Kreuzung weiterhin befahren können, muss der Kreisverkehr überfahrbar sein: Er werde sich nur circa drei oder vier Zentimeter von der eigentlichen Fahrbahn abheben, erklärt Harald Strauß. Auch die Fahrbahnteiler an den drei Ausfahrten müssen so gestaltet werden, dass sie von Lkw überfahren werden können – ohne ein Stück weit auf die Gegenfahrbahn auszuschwenken werden die großen Fahrzeuge die neu gestaltete Kreuzung nämlich nicht mehr passieren können. „Da muss man dann schon ein bisschen auf Sicht fahren“, so Strauß.

Wirkt der Mini-Kreisverkehr kontraproduktiv?

Die Mitglieder des Technischen Ausschusses haben am Donnerstag dem Entwurf für den Mini-Kreisverkehr einstimmig zugestimmt. Doch es gab auch eine Menge Fragen – viele davon mussten vorerst unbeantwortet bleiben.

Hauptsorge der Räte: Ein neuer Kreisel, der den Verkehr in der Strümpfelbacher Straße ganz prima abfließen lässt, könnte diese Route mitten durch Weinstadt künftig noch attraktiver machen – dabei soll der Durchgangsverkehr doch raus aus der Einkaufsstraße. „Das ist ein Widerspruch, den sehe ich auch“, so Erster Bürgermeister Thomas Deißler. Dennoch: Für die Verwaltung überwiegen die Vorteile des Mini-Kreisels eindeutig.

Ortskernsanierung, Mobilitäskonzept und Radschnellweg spielen in die Planung mit ein

Lösungen für die Verkehrsberuhigung in der Strümpfelbacher Straße müssten im Rahmen des Mobilitätskonzeptes und der Planung zur Ortskernsanierung beraten werden, so Deißler.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses stand dieses große Thema aber dieses Mal nicht zur Debatte. Auch wie Radfahrer künftig vom Mini-Kreisverkehr in den großen Kreisverkehr gelangen sollen – ob eingeordnet im Autoverkehr oder über eine Ausleitung noch vor dem Viadukt auf einen Fuß- und Radweg – steht noch nicht fest.

Das hänge auch von der weiteren Entwicklung beim Thema Radschnellweg ab: Dieser verläuft nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls durch den großen Kreisverkehr am Kalkofen, die genaue Route steht aber noch nicht fest. Auch hier wird sich also in naher Zukunft wohl noch einiges verändern.

Die Verkehrssituation in der Einkaufsstraße in Endersbach ist den Bürgern und der Stadt schon lange ein Dorn im Auge: Nicht nur herrscht hier insgesamt viel und verhältnismäßig schneller Durchgangsverkehr. Durch die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Strümpfelbacher Straße und Bahnhofstraße kommt es außerdem täglich zu langen Rückstaus.

Das soll sich bald ändern: In der Sitzung des Technischen Ausschusses am vergangenen Donnerstag sind die ersten konkreteren Planungen für einen

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