Weinstadt

Weinstadt saniert Regenüberläufe

Abwasser Kanal Regenueberlaufbecken Rueb Weinstadt Beutelsbach
Das Regenüberlaufbecken in Weinstadt-Beutelsbach. © Laura Edenberger

Weinstadt. Jeder Starkregen birgt die Gefahr, dass Klopapier und sonstiger Müll aus der Kanalisation in die freie Natur gespült wird – und genau dieses Risiko will Weinstadt reduzieren. Dafür saniert der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung bis 2023 seine Regenüberläufe. Kosten: 3,17 Millionen Euro.

Die vielen Weinberge und Klingen machen Weinstadt landschaftlich reizvoll, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie machen die Infrastruktur teurer. Das gilt für die Zahl der Hochbehälter bei der Wasserversorgung und auch für die Zahl der Regenüberläufe, die der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung vorhalten muss. Letztere müssen in der Lage sein, bei Regen eine bestimmte Abflussmenge weiterzuleiten. Tun sie dies nicht, passiert etwas, was sich insbesondere im Gartenschaujahr 2019 niemand wünscht: Bei jedem Starkregen werden Bäche und Flüsse mit Klopapier und anderen Abfällen verunreinigt, die Bürger die Toilette herunterspülen.

Post- und Ulrichstraße: Teuerste Einzelmaßnahme

Genau deshalb sind nun bis 2023 Investitionen in Höhe von 3,17 Millionen Euro fällig, damit alles wieder dem Stand der Vorschriften entspricht. Jürgen Kern, technischer Leiter der Stadtentwässerung und stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, stellte in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses alle sanierungsbedürftigen Standorte vor. Die teuerste Einzelmaßnahme betrifft den Regenüberlauf an der Poststraße und Ulrichstraße in Beutelsbach. Hier ist ein Neubau erforderlich, inklusive einer Rohrleitung für den Wasserlauf, der unter dem Verkehrsweg hindurchgeleitet wird (im Fachjargon Düker genannt). Zusätzlich muss der Kanal auf einer Länge von 420 Metern vergrößert werden, damit mehr Wasser durchpasst. Bei den Regenüberlaufbecken und dem Regenwasserpumpwerk an der B 29 (Baujahre 1977 bis 1996) ist zudem eine Betonsanierung nötig.

 

GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger begrüßte das Maßnahmenpaket. Er erinnerte daran, dass es schon jetzt in Großheppach und am Schweizerbach in Beutelsbach Probleme gebe. Seine Frage, ob mit den vorgesehenen Investitionen Verunreinigungen künftig komplett verhindert werden, musste Jürgen Kern allerdings verneinen. „Ganz vermeiden lässt sich’s nicht.“ Rolf Weller (Freie Wähler) erkundigte sich, bis wann Weinstadt mit der jetzigen Investition erst mal Ruhe hat. Auskunft von Jürgen Kern: Bis 2032. Auf Wellers Nachfrage, warum dann nicht jetzt gleich alles eine Nummer größer ausgebaut werde, sagte Kern ganz offen: „Das können wir uns nicht leisten.“


Müll an der Rems

Seit dem Rems-Hochwasser vom Januar hat SPD-Stadtrat Wolf Dieter Forster bei der Birkelspitze, unterhalb der Einmündung des Haldenbachs in die Rems, Plastikabfälle und sonstigen Unrat entdeckt – und zwar in einer mehrere Meter breiten Zone. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bat er die Verwaltung, mit dem Wasserwirtschaftsamt die Ursachen dieser Verschmutzung zu ergründen. Zum Beweis legte er seinem Schreiben an OB Michael Scharmann Fotos bei.

Welche Auswirkungen das Hochwasser auf das Gartenschauprojekt Remsstrand bei der Häckermühle hat, sollte die Stadt aus Forsters Sicht ebenfalls prüfen.