Weinstadt

Weinstadt: So will der Jugendgemeinderat Schul-Radwege sicherer machen

Radwegnetz
Felix Göttlicher (links) und Leonard von Fircks vom Jugendgemeinderat Weinstadt in der Eberhardstraße in Beutelsbach. Sie schlagen vor, diese als Fahrradstraße auszuweisen. Radführer dürften dort dann zum Beispiel nebeneinander fahren. © ZVW/Gaby Schneider

Für ein sichereres Fahrradwege-Netz für Schüler in Weinstadt setzt sich derzeit der Jugendgemeinderat ein. So soll die Eberhardstraße in Beutelsbach zur Fahrradstraße werden, an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Poststraße soll an der Ampel der Wartebereich vergrößert werden. Und für den Schulweg zwischen Endersbach und Strümpfelbach fordern die Jugendlichen eine Beleuchtung, die im Moment fehlt.

Die Stadt Weinstadt wollte das Ganze erst im Rahmen des für 2023 geplanten Radverkehrskonzepts prüfen lassen, das Teil des integrierten Mobilitätsentwicklungsplans Weinstadt 2040 ist (IMEP). GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger fand indes in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in der Jahnhalle, dass zumindest für zwei Vorschläge des Jugendgemeinderats nicht so lange gewartet werden muss. Gerade wenn Siglinger an die „teils chaotischen“ Zustände an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Poststraße in Beutelsbach denkt, plädiert er mit seiner Fraktion dafür, hier für mehr Sicherheit zu sorgen.

Kreuzung Stuttgarter Straße/Poststraße: Wenig Platz für Radler vor der Ampel

Morgens vor Schulbeginn und nach Schulschluss gibt es dort an der Ampel nicht viel Platz für wartende Radfahrer, die auf dem Weg zum Bildungszentrum sind. „Geh- und Fahrradweg sollten daher an dieser Stelle vergrößert werden, indem der recht breit angelegte Grünstreifen entfernt oder deutlich verkleinert wird“, schreibt Rajiv Heimann, Erster Vorsitzender des Jugendgemeinderats Weinstadt. Er schlägt zudem vor, den Ampelzyklus zu den Stoßzeiten des Schülerverkehrs so zu ändern, dass die Radfahrer beim Überqueren der Ampel bevorzugt werden. Nötig wäre das aus seiner Sicht von Montag bis Freitag jeweils für etwa 20 Minuten.

Eberhardstraße: Verkehrssituation morgens oft schwierig und chaotisch

Auch bei der Idee, die Eberhardstraße in Beutelsbach künftig als Fahrradstraße auszuweisen, spielt die Tatsache eine Rolle, dass diese ein offizieller Schulweg ist. „Zu Schulbeginn und zum Schulende wird diese Straße stark von Schülern befahren“, so Rajiv Heimann. Morgens zur Rushhour gestalte sich daher die Verkehrssituation oft als schwierig und chaotisch. „Fahrräder sollten daher gegenüber Pkw Vorfahrt haben.“ In einer Fahrradstraße wäre es rechtlich möglich, Autos, Motorräder und Lastwagen komplett zu verbieten. Mit Zusatzschildern können jedoch Ausnahmen gemacht werden, etwa für Anlieger, die dann doch mit dem Auto fahren dürfen. Ein Vorteil in einer Fahrradstraße für Radler ist auch, dass sie nebeneinander fahren dürfen.

CDU: Die Stuttgarter Straße zwischen Bildungszentrum und Grüner Mitte durch eine Unterführung verbinden

CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger schloss sich dem Vorstoß von GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger an und plädierte ebenfalls dafür, schnell die beiden Verbesserungsvorschläge des Jugendgemeinderats für Beutelsbach zu prüfen und damit nicht erst bis 2023 zu warten. In dem Zusammenhang sprach sich Witzlinger dafür aus, eine mögliche Untertunnelung der Stuttgarter Straße mittels einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer anzugehen. So könnte aus seiner Sicht die Grüne Mitte zwischen Beutelsbach und Endersbach gut mit dem Bildungszentrum verbunden werden. Das, betonte der CDU-Fraktionschef, sei besser als jede Ampelregelung.

Isolde Schurrer, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, fand es gut, dass die Jugend sich Gedanken macht. Hinsichtlich der Idee einer Fahrradstraße in der Eberhardstraße gab sie jedoch zu bedenken, dass sich dort auch eine Kita befindet, nämlich der städtische Stiftskindergarten. Nicht alle Radfahrer, betonte Isolde Schurrer, würden sich vorbildlich benehmen, weshalb sie sich dafür aussprach, nicht vorschnell irgendwas zu machen.

Stadtverwaltung muss Ergebnisse bis spätestens 30. März 2023 vorlegen

SPD-Fraktionschef Julian Künkele ist der Ansicht, dass sich niemand mit der Radwegsituation besser auskennt als jene, die selbst dort fahren. Auch er sprach sich dafür aus, die beiden Verbesserungsvorschläge des Jugendgemeinderats für Beutelsbach sofort zu prüfen. Damit die Ergebnisse nicht zu spät vorliegen, beantragte CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger, dass die Verwaltung die Ergebnisse bis spätestens 30. März 2023 vorlegen muss. Eine Mehrheit des Gemeinderats votierte schließlich dafür.

Was die Idee des Jugendgemeinderats für eine Beleuchtung des Radwegs zwischen Endersbach und Strümpfelbach angeht, verweist die Weinstädter Stadtverwaltung darauf, dass sich der Technische Ausschuss bereits am 8. Juli 2020 mit dem Vorschlag beschäftigt und eine durchgängige Beleuchtung abgelehnt hat. Eine sogenannte retroreflektierende Randmarkierung wurde aber nicht verworfen und als Empfehlung festgehalten. Sie ist als Maßnahme im Haushalt fürs Jahr 2024 vorgesehen, mit Kosten von rund 45.000 Euro. Die Maßnahme wird auch erst im Rahmen des für 2023 geplanten Radverkehrskonzepts geprüft.

Für ein sichereres Fahrradwege-Netz für Schüler in Weinstadt setzt sich derzeit der Jugendgemeinderat ein. So soll die Eberhardstraße in Beutelsbach zur Fahrradstraße werden, an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Poststraße soll an der Ampel der Wartebereich vergrößert werden. Und für den Schulweg zwischen Endersbach und Strümpfelbach fordern die Jugendlichen eine Beleuchtung, die im Moment fehlt.

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Die Stadt Weinstadt wollte das Ganze erst im Rahmen des für 2023 geplanten

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