Weinstadt

Weinstadt: Spielfelder für SG Beach-Handballer mit Erdaushub vom neuen Hallenbad?

Beach-Volleyballfeld
Auf Antrag des Jugendgemeinderats ist 2022 ein Beachvolleyball-Feld hinter der Schnaiter Halle fertiggestellt worden. © Gabriel Habermann

Beachhandball - von dieser Sportart hat zwar vielleicht noch nicht jeder etwas gehört, aber es gibt sie. Und gerade bei der SG Weinstadt wird dafür seit einigen Jahren bereits ambitioniert trainiert. Mitte Januar findet in Dortmund der Lehrgang für die U-17-Nationalmannschaft der Mädchen statt. Dabei sind zwei Spielerinnen aus Baden-Württemberg. Eine davon, Sophie Mohr, kommt aus Weinstadt. Zwei weitere Spielerinnen aus Weinstadt stehen auf der Warteliste.

Beach-Handballer können bisher nicht in Weinstadt trainieren

Wie es der Name schon vermuten lässt, wird Beach-Handball nicht in der Halle gespielt. Wie beim ebenfalls sehr populären Beachvolleyball auch, braucht es dafür ein Spielfeld mit Sanduntergrund. Zwar hat der Jugendgemeinderat im vergangenen Jahr erfolgreich dafür gesorgt, dass in Schnait hinter der Halle ein Beachvolleyball-Feld gebaut wurde.

Ein Spielfeld für Beachhandball gibt es in Weinstadt bisher aber nicht, deswegen hätten die jungen Sportlerinnen bisher gar nicht die Möglichkeit, vor Ort zu trainieren, bemängelte Roland Ebner von der Fraktion der Freien Wähler Weinstadt (FWW) in der letzten Gemeinderatssitzung des vergangenen Jahres.

Idee: Alles jetzt schon planen, dass es gleichzeitig mit dem Hallenbad gebaut werden kann

Deswegen hat seine Fraktion zum Haushalt 2023 den Antrag gestellt, zu prüfen, ob hinter dem Kunstrasenplatz beim Bildungszentrum nicht der Bau und Betrieb einer Beach-Arena für Beach-Handball und Beachvolleyball möglich wäre. Die Umsetzung könnte so aussehen, dass es ein reines Beach-Handballfeld gibt und eines, das sowohl für Beach-Handball als auch für Beachvolleyball genutzt werden könnte.

Die besondere Idee der Freien Wähler: alle Prüfungs- und Genehmigungsschritte jetzt schon einleiten, so dass die Beacharena gebaut werden kann, wenn es auch beim geplanten neuen Hallenbad losgeht. „Der Bau dieses Bades ist die einmalige Chance, ein adäquates Angebot für alle Nutzergruppen von Jung bis Alt bereitzustellen“, so FWW-Fraktionsvorsitzende Isolde Schurrer in ihrer Haushaltsrede.

FWW-Fraktion hält sich bei Haushaltsanträgen für 2023 zurück 

„Nach Abschluss der nächsten Planungsphase soll im Frühjahr entschieden werden, wie es weitergeht.“ Die Freien Wähler haben sich mit Anträgen zum Haushalt 2023 sehr zurückgehalten - außer des Vorstoßes zur Beach-Arena, der als reiner Prüfungsantrag eigentlich auch kein klassischer Haushaltsantrag ist, gab es von dieser Fraktion nur einen weiteren Antrag: eine moderate Gebührenerhöhung im Bereich Anträge, Auskünfte, Befreiungen, im Bürgerbüro und beim Waffenrecht.

Bei den gestiegenen Kosten in allen Bereichen wollte die Fraktion ganz genau hinschauen, um trotz aller Krisen einen „genehmigungsfähigen Haushalt“ hinzubekommen. Da dank gestiegener Baukosten das neue Hallenbad jetzt 16 Millionen Euro kosten könnte, möchte die Fraktion zumindest die Kosten für den dabei anfallenden Erdaushub verringern - und für das Anlegen der beiden Spielfelder nutzen, wenn es dann wirklich einmal losgeht.

Änderung vom Flächennutzungsplan und Umweltbericht nötig

So könnten ihrer Meinung nach zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: die Baukosten für das neue Hallenbad etwas zu verringern und „fast zum Null-Tarif“ ein zusätzliches Angebot für die Weinstädter Sportler zu schaffen. „Chancen gilt es zu nutzen, wenn sie da sind“, so Roland Ebner.

Die Stadt stand grundsätzlich hinter dem Vorstoß der Freien Wähler, die für den Bau der Spielfelder benötigten Ressourcen seien laut Baubürgermeister Thomas Deißler gar nicht so umfangreich, wenn die Koordinierung gleichzeitig mit dem Bau des Hallenbads klappen sollte. Für die Prüfung des Vorhabens geht die Verwaltung von Kosten in Hohe von ungefähr 5000 Euro aus. Die Umsetzung der Beach-Arena erfordere allerdings eine Änderung im Flächennutzungsplan und einen Bebauungsplan im Regelverfahren mit Umweltbericht, so die Einschätzung der Stadt zum Haushaltsantrag.

Mit der Beach-Arena das Engagement der Vereine und Sportler-Eltern würdigen

Die Idee stieß im Gremium auf viel Interesse - aber auch auf Skepsis. Man könne nicht für jede Sportart eine Arena bauen, fand Markus Dobler (CDU). Er kritisierte, dass durch den Bau der beiden Spielfelder „wertvolle Ackerflächen“ verloren gehen würden: „Das sollte eigentlich ein Biotop werden.“

Schlussendlich fand der Antrag jedoch eine Mehrheit im Gemeinderat. Zwar sei das „definitiv kein Baubeschluss heute“, fand auch Julian Künkele (SPD). Dennoch könne auch er die Idee unterstützen. „Jedes einzelne Kind, das sich bewegt, ist ein gesundes Kind“, so Doris Groß (GOL). Immerhin weise die Weinstädter Handballabteilung große Erfolge auf und es gelte, das Elternengagement und die Vereinsarbeit zu würdigen und zu fördern.

„Wir investieren hier in unsere Vereine“, betonte Armin Zimmerle von der FWW-Fraktion noch einmal. „Für mich ist das eigentlich der richtige Ansatz.“

Beachhandball - von dieser Sportart hat zwar vielleicht noch nicht jeder etwas gehört, aber es gibt sie. Und gerade bei der SG Weinstadt wird dafür seit einigen Jahren bereits ambitioniert trainiert. Mitte Januar findet in Dortmund der Lehrgang für die U-17-Nationalmannschaft der Mädchen statt. Dabei sind zwei Spielerinnen aus Baden-Württemberg. Eine davon, Sophie Mohr, kommt aus Weinstadt. Zwei weitere Spielerinnen aus Weinstadt stehen auf der Warteliste.

Beach-Handballer können

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