Weinstadt

Weinstadt: "Tanzzwerge" der Remstal-Landjugend bereiten sich auf Dorfabend vor

Landjungend
Die kleinen Tänzerinnen geben alles beim Training im Beutelsbacher Turnsaal. © Büttner

Fröhliche Kinderstimmen, Lachen und Schreien klingen am Samstagvormittag aus dem Turnsaal im Beutelsbacher Stiftshof. Ein gutes Dutzend Jungen und Mädchen tobt ausgelassen miteinander herum, so lange, bis Maren Stilz und Evelyn Preissler freundlich, aber bestimmt das quirlige Knäuel aus Armen, Beinen und Köpfen trennen und souverän die Regie übernehmen.

Und als dann aus der Anlage John Denvers „Country Roads“ und der „Cotton Eye Joe“ der Rednex erklingen, sind die Vier-, Fünf- und Sechsjährigen hochkonzentriert und bemühen sich, die Vorgaben ihrer Tanztrainerinnen peinlich genau umzusetzen.

Viele Klischees halten sich hartnäckig

„Wir Erwachsene können üben und proben, soviel wir wollen“, kommentieren Annika und Leonie Hutt nicht ohne Stolz das Geschehen, „aber bei allen Auftritten der Tanzgruppen der Remstal-Landjugend heimsen die Tanzzwerge stets den meisten Applaus ein!“ Bei der Remstal-Landjugend, meinen die beiden Cousinen, ihres Zeichens Erste und Zweite Vorsitzende des Vereins, handle es sich um eine „eher nicht typische“ Gemeinschaft, zumindest was die unausrottbaren Klischees angehe, mit denen der Begriff „Landjugend“ nach wie vor assoziiert werde.

Kein einziges Mitglied während der Pandemie verloren

Die wenigstens der Mitglieder würden tatsächlich noch aus der Landwirtschaft stammen, und im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten würden auch nicht Ackerbau und Viehzucht stehen, sondern die Pflege der Gemeinschaft, gemeinsame Unternehmungen und das Tanzen.

Dass diese Gemeinschaft so fest gefügt und stark verwurzelt sei, sind sich die zwei jungen Frauen einig, habe sicherlich auch seinen Teil dazu beigetragen, dass man die zurückliegenden zwei Coronajahre so gut überstanden habe und kein einziges Mitglied verloren habe.

Viele neue Teilnehmer bei den "Tanzzwergen" in den vergangenen Jahren

Im Gegenteil! Als man vor vier Jahren damit begonnen habe, die „Tanzzwerge“ komplett neu aufzubauen, sei man mit vier Kindern gestartet, mittlerweile seien es insgesamt 17. Über „Mund-zu-Mund-Propaganda“ sei sichergestellt, dass der Zustrom weiter anhalte.

Leider habe man aber immer noch keine Geschlechterparität erreicht: Männliche Tänzer würden dringend gesucht, in allen vier Gruppen. Also auch bei den Power-Kids, die zwischen zehn und fünfzehn Jahre alt seien, bei den sechzehn- bis zwanzigjährigen Dancing-Teens und auch bei den über Zwanzigjährigen in der Showtanzgruppe - „Wo seid ihr Jungs und junge Männer? Meldet euch, wir schicken keinen wieder weg!“

Die Mütter wurden schon von ihren Müttern zum Tanzen gebracht

Sie selbst, wie zum Beispiel auch Tanztrainerin Maren Stilz, seien selbst als Kinder von ihren Müttern in die Tanzgruppe gebracht worden, und die wiederum auch schon von ihren Müttern.

Daher komme es auch, dass jede Veranstaltung der Landjugend ein großes generationenübergreifendes Treffen sei, ob es sich nun um einen Ausflug handle oder um einen Ball wie den nächsten Dorfabend Samstag, 14. Mai, in der Prinz-Eugen-Halle in Großheppach, auf den man sich gerade intensiv vorbereite. Alle Beteiligten seien hoch motiviert, bangten und hofften, dass das Pandemiegeschehen nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung mache.

Volkstänze, Schuhgeplattel, Musical und Pop

Geprobt wird jeweils freitags und samstags im Stiftshof, und das Repertoire der einzelnen Gruppen lege man immer gemeinsam fest. Natürlich gehörten Volkstänze dazu, auch bodenständig Typisches in Tracht und Dirndl. Selbst geschuhplattelt werde im Verein. Modernes aus den Sparten Musical, Schlager, Rock und Pop dürfe allerdings nicht fehlen.

Wie der Name „Remstal-Landjugend“ schon sage, wolle man das gesamte Remstal vertreten, zu den Zentren der Vereinsaktivitäten hätten sich allerdings Weinstadt und Schwaikheim entwickelt. In Weinstadt feiere man den Dorfabend, in Schwaikheim den traditionellen Ball Paré. Allerdings habe man auch schon Auftritte bei den Plüderhäuser Festtagen und auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest absolviert.

Neues Logo und neuer Internetauftritt

Es wäre schön, wenn es gelänge, sich in Zukunft noch mehr Auftrittsmöglichkeiten zu erschließen, finden die jungen Frauen. Schließlich sei es gerade für die jungen Tänzerinnen und Tänzer ein wichtiger Ansporn, wenn sie durch öffentliche Auftritte für ihr regelmäßiges Proben belohnt und dafür den verdienten Applaus einheimsen würden.

Dass die Zeit bei der Landjugend nicht stehengeblieben sei, komme auch in einem ganz neuen Logo zum Ausdruck, wie auch in den umfangreichen Aktivitäten im Social-Media-Bereich. Als Nächstes stehe ein Relaunch des Internet-Auftritts unter www.remstallandjugend.de an.

Fröhliche Kinderstimmen, Lachen und Schreien klingen am Samstagvormittag aus dem Turnsaal im Beutelsbacher Stiftshof. Ein gutes Dutzend Jungen und Mädchen tobt ausgelassen miteinander herum, so lange, bis Maren Stilz und Evelyn Preissler freundlich, aber bestimmt das quirlige Knäuel aus Armen, Beinen und Köpfen trennen und souverän die Regie übernehmen.

Und als dann aus der Anlage John Denvers „Country Roads“ und der „Cotton Eye Joe“ der Rednex erklingen, sind die Vier-, Fünf- und

Das Wichtigste aus der Region
  • Abo jederzeit kündbar
  • Ein Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
  • Täglicher Newsletter aus der Redaktion