Weinstadt

Weinstadt: „Zum Streitberg“ und Bädergasse in Strümpfelbach werden teils umbenannt

Straßenunbenennung
Der Verlauf von „Zum Streitberg“ in Weinstadt soll künftig klarer erkennbar sein. © Gabriel Habermann

Wer in der Strümpfelbacher Bädergasse oder in der Straße „Zum Streitberg“ etwas zu erledigen hat, sollte sich am besten gut auskennen in der historischen Ortschaft: Denn die Bädergasse biegt an einer Stelle im 90-Grad-Winkel ab – ohne das entsprechende Straßenschild wäre es kaum ersichtlich, dass es sich hier immer noch um die gleiche Wohnstraße handelt.

Noch verwirrender sieht es nur wenige Meter weiter bei der Straße „Zum Streitberg“ aus: Diese gibt es gleich zweimal: Die von der Hindenburgstraße ausgehende Straße spaltet sich in zwei seitlich in Richtung Alte Kelter und Aichelberger Weg abbiegende, durch eine Böschung getrennte Wege, bevor sie geradeaus in die Hintere Straße übergeht.

Beschilderung reicht nicht aus

Zwar gibt es vor Ort Schilder, die auf den komplexen, zweigeteilten Verlauf von „Zum Streitberg“ hinweisen. In der Vergangenheit habe sich aber immer wieder gezeigt, dass die Beschilderung nicht ausreiche, so Rita Banzhaf vom Stadtplanungsamt Weinstadt – die Menschen seien weiterhin verwirrt durch den uneindeutigen Verlauf der beiden Straßen: „Es ist eine schwierige Situation vor Ort.“

Dass der Verlauf der Wohnstraßen im historischen Ortskern so verworren ist, habe mit der Entstehung des Strümpfelbacher Oberdorfs zu tun, weiß Rita Banzhaf, die bei der Stadt Weinstadt für die Hausnummerierung, den städtebaulichen Entwurf, die Bauleitplanung und auch den Radverkehr zuständig ist.

Historischer Ortskern in sich verwachsen

Die Siedlung sei über Jahrhunderte gewachsen. Häuser, die in einem Gebiet gebaut worden sind, zu dem bis dahin keine reguläre Straße führte, wurden der nächstgelegenen Straße zugeordnet: also der Bädergasse, die deswegen einen Knick zur Seite macht, oder eben der Straße „Zum Streitberg“, die deswegen über die Jahre eine verwinkelte „F“-Form angenommen hat.

„So ist es, wenn ein Ort historisch wächst.“ Dieser Umstand bringt gleich mehrere Probleme mit sich, erklärte Rita Banzhaf in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses.

Paketzusteller finden die richtige Hausnummer nicht

Zum einen stellt die Zufahrt zu einigen Hausnummern vor allem in „Zum Streitberg“ eine echte Herausforderung für Lieferdienste dar.

Immer wieder komme es vor, dass Paketzusteller mit ihren großen Fahrzeugen in den falschen Abzweig der Straße abbiegen, die richtige Hausnummer dort aber nicht finden können und deshalb teilweise einen ganzen Straßenabschnitt verstopfen, so Banzhaf. Besonders problematisch ist das laut Stadt bei den Gebäuden „Zum Streitberg“ 10 und 12: Hier entstehe durch eine Böschung eine Sackgassen-Situation.

Notarzt verfährt sich und kann nicht wenden

In einem bestimmten Fall sei es auch schon vorgekommen, dass ein Notarztfahrzeug sich im unklaren Straßenverlauf verfahren habe, an just dieser Stelle nicht wenden konnte und deswegen deutlich später als vorgesehen vor Ort gewesen sei. Infolgedessen habe eine Anwohnerin die Stadtverwaltung noch einmal auf das bestehende Problem aufmerksam gemacht.

Zum anderen sollen in der Straße „Zum Streitberg“ in der Zukunft noch weitere Wohnhäuser hinzukommen. Damit das zulässig ist, muss eine klare Erschließung gegeben sein. Die einzelnen Hausnummern müssen künftig auch übers GPS angesteuert werden können, das sei im Moment im Oberdorf so nicht möglich, so Rita Banzhaf. Der Vorschlag der Verwaltung ist es deshalb, einen eindeutigen Straßenzug neu zu benennen, der sich aus der verlängerten Bädergasse und dem unteren Zweig vom „Zum Streitberg“ zusammensetzt.

Neuer Straßenzug "Im Oberdorf" soll für mehr Klarheit sorgen

Der neu definierte Straßenzug soll nach aktuellem Planungsstand an der Hauptstraße am Alten Rathaus beginnen und dann ziemlich geradlinig bis zum Aichelberger Weg kurz vor dem Strümpfelbacher Freibad durchlaufen.

Weil bei den Strümpfelbachern sowieso gerne vom Oberdorf die Rede sei, wenn über dieses Gebiet des Weinstädter Teilorts gesprochen werde, soll der Straßenzug auch den Namen „Im Oberdorf“ bekommen. Der Straßenabschnitt oberhalb der Böschung soll weiterhin „Zum Streitberg“ heißen.

Namensänderung von den Anwohnern gewünscht

Eine Lösung, mit der hoffentlich alle gut leben können – auch die Navigationssysteme, hofft die Verwaltung.

Von der aus der Namensänderung resultierenden Adressänderung sind laut Stadt nur sehr wenige Haushalte betroffen: Ein großer Teil der am betroffenen Abschnitt der Straße „Zum Streitberg“ gelegenen Gebäude wird nämlich vom Aichelberger Weg aus erschlossen und ist dadurch jetzt schon unproblematisch auffindbar. Auch in der Verlängerung der Bädergasse sind nur wenige Haushalte betroffen.

„Das ist überschaubar“, so Rita Banzhaf. „Und diese Änderung wurde von der Bürgerschaft gewünscht.“

Keine zusätzlichen Kosten

Besonders für die Bewohner in der Bädergasse 6 und von „Zum Streitberg“ 10 und 12 sollen sich aus der Namensänderung Vorteile ergeben. Der Technische Ausschuss hat der Planung einstimmig zugestimmt. Durch die Maßnahme werden voraussichtlich Vermessungskosten in Höhe von 3000 Euro entstehen. Diese sind im laufenden Haushalt miteingeplant.

Wer in der Strümpfelbacher Bädergasse oder in der Straße „Zum Streitberg“ etwas zu erledigen hat, sollte sich am besten gut auskennen in der historischen Ortschaft: Denn die Bädergasse biegt an einer Stelle im 90-Grad-Winkel ab – ohne das entsprechende Straßenschild wäre es kaum ersichtlich, dass es sich hier immer noch um die gleiche Wohnstraße handelt.

Noch verwirrender sieht es nur wenige Meter weiter bei der Straße „Zum Streitberg“ aus: Diese gibt es gleich zweimal: Die von der

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