Weinstadt

Weinstadt: Landfrauenverein Beutelsbach kurz vor der Auflösung

Landfrauen
Doris Roth (74), Marianne Escher (71) und Renate Kress (77) (von links). © Gabriel Habermann

An Mitgliedern fehlt es den Beutelsbacher Landfrauen im Moment eigentlich noch nicht: 71 Frauen gehören dem 1951 gegründeten Verein im Moment an. Aber der Altersdurchschnitt liegt bei den Mitgliedern nun mal deutlich näher an der 80 als an der 70.

Für den Vorstand wird das gerade zum Problem: Wahlen stehen an, mehrere Vorstandsmitglieder haben ihn Ausscheiden angekündigt. Nachfolgerinnen zu finden, ist den drei verbliebenen Landfrauen-Chefinnen bisher aber nicht gelungen.

Fünf Frauen verlassen den Vorstand

Es ist jetzt schon viel Arbeit auf zu wenige Schultern verteilt. Die 71-jährige Marianne Escher steht dem Verein vor, im Vorstandsteam unterstützen sie im Moment vor allem Kassiererin Doris Roth (74) und Renate Kress (77), die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Doris Roth und Renate Kress teilen sich außerdem die Aufgaben der Schriftführerin untereinander auf.

Eigentlich sollte das Vorstandsteam aus acht Frauen bestehen. „Insgesamt fünf hören auf“, sagt Renate Kress. Nur eine einzige Landfrau hat sich bis jetzt bereiterklärt, sich bei den nächsten Wahlen, die eigentlich schon Ende Mai stattfinden sollen, wählen zu lassen.

Viele andere Vereine und klischeehaftes Image

Vier Leute im Vorstand sind entschieden zu wenig, finden die drei Frauen. „Dann hör ich auch auf“, sagt Renate Kresse entschieden. Die beiden anderen Frauen nicken. „Wir haben das Programm ja schon ausgedünnt“, sagt Marianne Escher. Zu dritt sei die Organisation dauerhaft einfach nicht zu stemmen.

Doch wieso ist es so schwierig, Nachwuchs zu finden? In Beutelsbach gebe es eben sehr viele Vereine, da komme es schon mal zur Konkurrenz, glaubt Marianne Escher. Gerade junge Frauen werden vielleicht eher Mitglied im Sport- oder Musikverein, schon mal, weil die Kinder dort Kurse besuchen möchten, vermuten die Landfrauen. Auch hätten die Landfrauen immer noch mit einem verstaubten, bäuerlichen Image zu kämpfen. „Dabei kommt bei uns keine Einzige mehr aus der Landwirtschaft“, sagt Doris Roth.

Berufstätige Frauen haben selten noch Zeit, "Landfrau" zu sein

Noch ein Faktor wirkt sich seit einigen Jahren schon negativ auf das Vereinsleben der Landfrauen generell aus: Die meisten Frauen seien heutzutage in Vollzeit berufstätig, für Treffen mit den Landfrauen bleibe da meist kaum Zeit, glaubt Marianne Escher. Doch auch über Rentnerinnen als „junge“ Mitglieder würden sich die Beutelsbacherinnen sehr freuen.

Auch Renate Kress hat erst nach ihrer Pensionierung zum Verein gefunden. „Ich war geschäftlich unglaublich engagiert, danach bin ich dann zu den Landfrauen“, begründet die 77-Jährige ihre Entscheidung. Hier kann sie sich weiterhin einbringen: „Ich finde es einen netten Zusammenhalt.“

Neue Vorstandsmitglieder dürfen nicht älter als 66 Jahre alt sein

Der einzige Haken: Um sich neu in den Vorstand wählen lassen zu können, müssen Kandidatinnen maximal 66 Jahre alt sein. Wer also erst mit 67 in Rente geht, scheidet für dieses Ehrenamt schon einmal aus.

Mehrmals haben die Beutelsbacher Landfrauen die Vorstandswahlen schon verschoben, auch, um den Moment der Wahrheit, der die Auflösung ihres geliebten Vereins bedeuten könnte, weiter hinauszuzögern. Selbst jetzt spielen Marianne Escher, Doris Roth und Renate Kress mit dem Gedanken, die Wahlen noch einmal zu verschieben, auf den Herbst. Dann wäre aller Spielraum aber auch ausgereizt.

Für die älteren Mitglieder sind die Landfrauen wichtig

Es wäre wirklich ein großer Verlust für viele langjährige Mitglieder, wenn der Verein sich auflösen würde, finden die drei Frauen. Gerade für die teils schon sehr alten Mitglieder stelle das Programm mit Vorträgen, altersgerechten Ausflügen, geselligen Treffen bei Kaffee und Kuchen und den regelmäßigen Spielenachmittagen eine wichtige Grundlage für soziale Kontakte und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. „Viele von ihnen sind allein, verwitwet“, sagt Marianne Escher.

Die drei Landfrauen hoffen sehr, dass sich doch noch ein paar beherzte Weinstädterinnen finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – und die es weiterhin möglich machen, den Mitgliedern und Nichtmitgliedern rund ums Jahr ein interessantes Programm anbieten zu können.

An Mitgliedern fehlt es den Beutelsbacher Landfrauen im Moment eigentlich noch nicht: 71 Frauen gehören dem 1951 gegründeten Verein im Moment an. Aber der Altersdurchschnitt liegt bei den Mitgliedern nun mal deutlich näher an der 80 als an der 70.

Für den Vorstand wird das gerade zum Problem: Wahlen stehen an, mehrere Vorstandsmitglieder haben ihn Ausscheiden angekündigt. Nachfolgerinnen zu finden, ist den drei verbliebenen Landfrauen-Chefinnen bisher aber nicht gelungen.

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