Weinstadt

Weinstadt: Sozialarbeiter vom Jugendhaus kündigen - wie geht es weiter?

Juze Team
Jonas Bloßfeldt (links), Anne Münkel und Benjamin Orner haben sich einst zu dritt hauptamtlich ums Haus der Jugendarbeit gekümmert (Archivfoto). Nun haben Anne Münkel und Benjamin Orner Weinstadt zum 30. September 2022 verlassen. © ZVW/Gabriel Habermann

Von drei Sozialarbeitern im Haus der Jugendarbeit in Weinstadt haben zwei die Stadt verlassen, nämlich Leiter Benjamin Orner und Anne Münkel. Übrig vom alten Team ist nur noch der aus Beutelsbach stammende Jonas Bloßfeldt, der einst im Oktober 2021 anfing und so damals dafür sorgte, dass das Jugendhaus an fünf Tagen in der Woche öffnen konnte.

Bereits zum 30. September 2022 sind Benjamin Orner und Anne Münkel ausgeschieden. Die Frage ist, wie es jetzt mit dem Angebot im Jugendhaus weitergeht – und das betrifft nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Jüngeren: Das Jugendhaus-Team stemmt nämlich auch den Kidsclub und das Kidsclub-Mobil – und da fragten sich manche Eltern schon, ob es das Angebot für ihre Kinder nun weiter gibt.

Felix (8) aus Weinstadt zum Beispiel würde es schade finden, wenn es den Kidsclub nicht mehr geben würde. Er fand das Angebot cool, da dort viel gebastelt worden sei. Thomas (8) aus Weinstadt, der schon viele gute Erfahrungen mit dem Sommerferienprogramm des Stadtjugendreferats gemacht hat, würde ebenfalls gerne den Kidsclub besuchen. Der Weinstädter Jugendgemeinderat teilte auf Nachfrage mit, dass er bereits in Kenntnis gesetzt wurde, dass die Mitarbeiter des Jugendhauses ihre Stelle aufgegeben haben und neue Stellen ausgeschrieben wurden.

Nur der offene Bereich im Erdgeschoss mit dem Jugendcafé ist geöffnet

Da alle Stellen im Haus der Jugendarbeit Vollzeitstellen sind, fehlen mit dem Ausscheiden von Benjamin Orner und Anne Münkel zwei 100-Prozent-Kräfte. Für das Haus der Jugendarbeit gilt laut der Weinstädter Pressesprecherin Claudia Leihenseder bei nur einer hauptamtlichen Fachkraft im Dienst die generelle Regel eines eingeschränkten Betriebs: „Es ist nur der offene Bereich im Erdgeschoss mit dem Jugendcafé geöffnet.“ Die Gruppenräume in beiden Obergeschossen blieben geschlossen, es sei denn, es finden Angebote statt, bei denen die Aufsichtspflicht durch ehrenamtliche Honorarkräfte gewährleistet wäre. „Ist das nicht gegeben, findet nur der offene Betrieb im Jugendcafé statt, womit die Frage der gesetzlichen Aufsichtspflicht geregelt ist“, betont Claudia Leihenseder.

Herbstferien: Jugendhaus schließt wegen der Kinder-Herbstwoche

Derzeit hat das Jugendhaus außerdem größere Veranstaltungen sowie Angebote im Sozialraum ausgesetzt, mit Ausnahme der Freizeitaktionen am Bildungszentrum, da diese zusammen mit der Schulsozialarbeit angeboten werden. Außerdem wurden die Öffnungszeiten reduziert: Montags, dienstags und donnerstags schließt das Haus der Jugendarbeit derzeit schon um 20 Uhr, mittwochs findet nur der Kidsclub von 15 bis 18 Uhr statt. Freitags bleibt bis 21 Uhr geöffnet. Somit öffnet das Haus der Jugendarbeit nur noch am Montag, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 20 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie freitags von 16 bis 21 Uhr. „In den Herbstferien schließen wir komplett zugunsten der Kinder-Herbstwoche, die immer im Haus stattfindet“, erläutert Claudia Leihenseder.

Jonas Bloßfeldt hat laut der Stadt derzeit an drei Tagen eine Praktikantin im Haus, die aus den Reihen der Ehrenamtlichen stamme, das Haus kenne und sich ambitioniert einbringe. Aus dem Gesamtteam des Stadtjugendreferats heraus könne Jonas Bloßfeldt bei kleineren Aktionen im offenen Bereich bei Bedarf personelle Unterstützung erhalten. „Das ist im Gesamtteam vorbesprochen.“ Es gibt einen wöchentlichen Jour fixe, das Verwaltungssekretariat übernimmt weite Teil der administrativen Aufgaben. Bei der Kinder-Herbstwoche kann die Stadt wieder auf eine Honorarkraft aus dem Kinderbereich und fünf Jugendliche setzen, die sich für Jonas Bloßfeldt bereits bei der Weinstädter Stadtranderholung (Stara) in diesem Jahr als Betreuende ehrenamtlich engagiert haben.

„Wir spüren den Fachkräftemangel massiv“

Die Stelle für die pädagogische Mitarbeit wurde laut der Weinstädter Pressesprecherin zweimal ausgeschrieben – Mitte Juli mit sehr langer Bewerbungsfrist über die Sommerferien und nochmals Anfang September. „Derzeit befinden wir uns im Auswahlverfahren.“ Vorstellungsgespräche finden in der Woche Ende Oktober statt. Die Stelle für die Bereichs- und Einrichtungsleitung wurde ebenfalls zweimal ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist lief am 23. Oktober 2022 aus. „Wir spüren den Fachkräftemangel massiv“, betont Claudia Leihenseder. Quantität und Qualität der Bewerbungen würden oft nicht den Vorstellungen entsprechen beziehungsweise den gesetzlichen Vorgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.

Die beiden offenen Planstellen sollen so schnell wie möglich besetzt werden. „Für die pädagogische Mitarbeit ist grundsätzlich auch eine Teilzeitbeschäftigung möglich“, stellt Claudia Leihenseder klar. Alle Planstellen seien für die sozialraumorientierte offene Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Das Haus der Jugendarbeit ist dabei die zentrale Einrichtung. Dazu gehören noch das Jugendfreizeitgelände am Stadion und Angebote wie das Kidsclub-Mobil und das mobile Jugendcafé in Weinstadt.

Nach Corona hatte das Weinstädter Haus der Jugendarbeit nach Angaben von Pressesprecherin Claudia Leihenseder einen massiven Einbruch bei den Nutzerzahlen. „Das bauen wir derzeit noch immer auf.“ Nach den Sommerferien habe es wieder einen jährlichen und normalen Nutzerrückgang gegeben, der jedoch bei den derzeit noch geringeren Nutzerzahlen im Haus mehr ins Gewicht falle.

Der Kinderbereich wird laut Claudia Leihenseder derzeit täglich mit 15 bis 20 Kindern besucht, der Jugendbereich sukzessive ansteigend mit derzeit 15 Jugendlichen pro Öffnungstag. „Die Nutzerzahlen der Angebote außerhalb der Einrichtung entfallen ja derzeit, aber die Freizeitaktionen am Bildungszentrum haben im Schnitt 20 jugendliche Nutzer.“ Bei der Kinder-Herbstwoche (25 Plätze) gibt es nach Abmeldungen derzeit noch Restplätze.

Von drei Sozialarbeitern im Haus der Jugendarbeit in Weinstadt haben zwei die Stadt verlassen, nämlich Leiter Benjamin Orner und Anne Münkel. Übrig vom alten Team ist nur noch der aus Beutelsbach stammende Jonas Bloßfeldt, der einst im Oktober 2021 anfing und so damals dafür sorgte, dass das Jugendhaus an fünf Tagen in der Woche öffnen konnte.

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Bereits zum 30. September 2022 sind Benjamin Orner und Anne Münkel ausgeschieden. Die Frage ist, wie es jetzt mit dem Angebot im

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