Weinstadt

Weinstraße: Ministerium empfiehlt stationäre Blitzer

Blitzer Radar mobil in Schorndorf am Oskar Frech Seebad
Symbolbild. © Ramona Adolf

Weinstadt-Schnait. Der Rückenwind aus dem Verkehrsministerium für die vom Lärm geplagten Anwohner der Schnaiter Weinstraße fällt mau aus: Die Behörde empfiehlt der Stadt Weinstadt lediglich den Einsatz von stationären Blitzgeräten. Nichts gebracht hat laut dem Ministerium die Motorradlärm-Displayanzeige, die 2016 auch in Schnait eingesetzt wurde.

Die Hoffnungen der Betroffenen haben sich damit nicht erfüllt. Auch ihre Forderung zur Einrichtung einer Tempo-30-Zone wird nicht unterstützt. Nun wirkt es für die Anwohner so, als ob das Ministerium nichts tun will und stattdessen den Ball der Stadtverwaltung zuspielt. Stationäre Blitzgeräte in der Weinstraße fordern sie nämlich schon lange.

Bislang keine offizielle Empfehlung an die Stadt

„Das haben wir schon ewig gesagt“, meinte ein Betroffener am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Auffassung der Leute aus der Weinstraße würden stationäre Blitzgeräte gegen Raser unter den Motorradfahrern auf jeden Fall etwas bringen.

Der Weinstädter Pressesprecher Jochen Beglau sagte unserer Zeitung, dass die Empfehlung des Verkehrsministeriums bislang noch nicht offiziell an die Stadt herangetragen wurde. „Wir brauchen eine Aussage vom Verkehrsministerium direkt an uns.“

Zahnlose Tiger

Aus Sicht des Kernener Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann, der sich seit langem für die Anwohner der Weinstraße einsetzt, führt kein Weg an einem stationären Blitzgerät vorbei. „Gut finde ich das nicht, aber etwas anderes wird wohl nicht helfen.“ Ihm schwebt eine Kombilösung aus einer Motorradlärm-Displayanzeige in der Ortslage zwischen den beiden Kehren während der Motorradsaison und einem stationären Blitzer am Ortsausgang vor.

In Schnait wurden laut Haußmanns Pressemitteilung beim Pilotversuch mit der Motorradlärm-Displayanzeige in 76 Tagen 5299 Motorräder gezählt, von denen 353 oder 6,7 Prozent zu laut waren. Lärmdisplays ohne Sanktionen sind für ihn „leider zahnlose Tiger“.

Übrigens: Zum Tag gegen den Lärm schreiben der BUND-Landesverband und die Vereinigte Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm, dass sich 54 Prozent der Bundesbürger durch Straßenverkehrslärm beeinträchtigt fühlen. „Auf der anderen Seite wird auch kräftig in den Lärm investiert. Denn es gibt viele Verkehrsteilnehmer, die bereit sind, für Sound Geld auszugeben, und das dazu passende Angebot der Hersteller.“