Weinstadt

Wer hat seinen Baum? Willi Dallemule aus Schnait stellt Dieben ein Ultimatum - werden vor Weihnachten viele Tannen geklaut?

Willi Dallemule
Willi Dallemule auf seinem Grundstück in Weinstadt-Schnait - neben ihm der Stumpf des abgesägten Baumes. © ZVW/Benjamin Büttner

Als Willi Dallemule letzte Woche auf sein Grundstück in Schnait kommt, springt es ihm gleich ins Auge: Wo vorher eine fast drei Meter hohe Fichte stand, ist jetzt nur noch ein Baumstumpf übrig – sauber abgesägt mit der Motorsäge, so der Schnaiter, der nur wenige Hundert Meter entfernt wohnt.

Dallemule vermutet: Hier hat sich jemand einen Weihnachtsbaum besorgt, kostenlos. Der Diebstahl trifft ihn besonders, weil er diesen Baum letztes Jahr zusammen mit seinem Vater gepflanzt hat – und sein Vater Anfang 2020 verstorben ist. Die Fichte war also auch eine Pflanze der Erinnerung. Sie stammte laut Willi Dallemule aus Südtirol, wo auch sein Vater herkam.

Was die besondere Fichte nicht mehr zurückbringt, aber zumindest für ein wenig vorweihnachtliche Gerechtigkeit sorgen könnte: Der Diebstahl ist mit einer Wildtierkamera aufgezeichnet worden. Willi Dallemule hatte das Gerät vor wenigen Wochen installiert – weil er schon so eine Ahnung hatte, das auf seinem Grundstück was passieren könnte, wie er sagt. Nun macht er den bislang Unbekannten ein Angebot: Er würde auf eine Anzeige verzichten, wenn diejenigen sich melden und Wiedergutmachung leisten – in Form einer neuen Fichte und einer Spende an den Rettungsflugdienst. Wenn der oder die Täter „ein Gewissen“ haben, dann melden sie sich, glaubt Dallemule – und falls nicht, dann geht er zur Polizei.

Weihnachtsbaum-Diebstahl? Bei der Polizei gehen kaum Anzeigen ein

Wie ist es allgemein? Werden gerade in den Wochen vor Weihnachten Nadelbäume gestohlen? Bei der Polizei wird so etwas nur sehr selten angezeigt, sagt ein Präsidiumssprecher. Wenn es vereinzelt mal vorkomme, dann schon am ehesten in der Vorweihnachtszeit. Dass so wenige Anzeigen eingehen, müsse auch nicht heißen, dass keine Bäume geklaut werden. Insgesamt beschäftigt das Thema die Beamten aber kaum.

Auch bei der Abteilung Forst der Stadt Waiblingen und dem Forstamt des Rems-Murr-Kreises ist Baumdiebstahl nicht als gravierendes Problem bekannt. Beide haben allerdings nur wenige Tannenbäume – also typische Christbäume – im Bestand, sondern eher Fichten. Und die werden weniger, weil man wegen des Klimawandels auf andere Arten setzt, die besser mit der Trockenheit klarkommen, erklärt der Waiblinger Forst-Experte Andreas Münz.

Natürlich wird gerade in der Vorweihnachtszeit ab und zu auch eine Fichte abgesägt, sagt Ulrich Häußermann, stellvertretender Leiter des Kreisforstamtes. Forstwirtschaftlich sei das aber nicht relevant.

Tannenbaum-Produzent aus Korb: "Ich kann ja nicht am Feld Wache schieben"

Einer, der Nordmann-Tannen in großer Zahl produziert und sie als Weihnachtsbäume verkauft, ist Markus Silcher aus Korb. Er bewirtschaftet mehrere Felder mit Tannen, insgesamt eine vierstellige Anzahl Bäume – und da kommt schon mal einer weg, wie Silcher bemerkt. Zehn Bäume pro Jahr werden seiner Schätzung nach bestimmt gestohlen. Das sei ärgerlich, aber machen könne man da wenig. „Ich kann mir ja keinen Wohnwagen mieten und draußen am Feld Wache schieben.“

Als Willi Dallemule letzte Woche auf sein Grundstück in Schnait kommt, springt es ihm gleich ins Auge: Wo vorher eine fast drei Meter hohe Fichte stand, ist jetzt nur noch ein Baumstumpf übrig – sauber abgesägt mit der Motorsäge, so der Schnaiter, der nur wenige Hundert Meter entfernt wohnt.

Dallemule vermutet: Hier hat sich jemand einen Weihnachtsbaum besorgt, kostenlos. Der Diebstahl trifft ihn besonders, weil er diesen Baum letztes Jahr zusammen mit seinem Vater gepflanzt hat – und

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