Weinstadt

Widerstand gegen die Nazis: Albert Schmid, ein weiterer Held aus Großheppach

Bruecke Neu2
Die Remsbrücke 1938. Als der Krieg für Nazi-Deutschland verloren war, sollte sie gesprengt werden. © Stadtarchiv Weinstadt

Als am 21. April 1945 die Alliierten ins Remstal einrückten, wollten die Nazis die Remsbrücke bei Großheppach sprengen. Doch der Gärtner Eugen Kurz kappte die Zündschnur. Nachdem unsere Redaktion diese Geschichte aufgeschrieben hat, haben sich mehrere Leserinnen und Leser gemeldet – darunter Jürgen Schmid. Er nannte den Namen eines weiteren Großheppacher Helden: seines Großonkels Albert Schmid.

Die Sprengladung abmontiert und in die Rems geworfen

Dieser hatte, so hat es übereinstimmend eine Zeitzeugin aus Großheppach unserer Redaktion berichtet, die bereits angebrachte Sprengladung schon zwei Wochen zuvor abmontiert und in die Rems geworfen. Daraufhin waren Eugen Kurz und zwei weitere Männer von der Gestapo verdächtigt, verhaftet und in ein Waiblinger Gefängnis gesteckt worden.

Nach 13 Tagen kam der Gärtner wieder frei, nur um drei Tage später seinerseits die Sprengung tatsächlich zu sabotieren und somit nach Einschätzung des Stadtarchivars Bernd Breyvogel Blutvergießen beim Einmarsch der Alliierten zu verhindern.

Albert Schmid aber, der die Sprengladung beim ersten Mal unschädlich gemacht hatte, war offenbar geflohen.

Die Gestapo suchte nach Albert Schmid

ZVW-Leser Jürgen Schmid berichtet: „Meine Großeltern Eugen und Maria Schmid lebten lange mit Albert und Berta Schmid im selben Haus im Heppachweg 2. Mein Großvater war der Bruder von Albert und meine Großmutter die Schwester von Berta.“ Er kennt längst nicht alle Details aus jener Zeit, habe aber Gespräche mit seinem Vater und den Großeltern geführt. „Einmal erzählte mir meine Großmutter von ihrer Angst, als täglich die Gestapo ins Haus kam und nach Albert suchte. Ebenso groß war die Angst, dass die Gestapo jemanden aus dem Haus mitnahm und einem verschärften Verhör unterzog. Allerdings wusste keiner der Hausbewohner, wo sich Albert befand“, berichtet Jürgen Schmid.

Es habe lange gedauert, bis die Familie erfahren hat, dass Albert Schmid überhaupt noch am Leben war. Er war nach dem Sabotageakt an der Remsbrücke offenbar auf einem Lastwagen der Firma Sigle aus Großheppach auf die Schwäbische Alb geflüchtet, wo er als Schäfer untertauchte. Bei Kriegsende war er in der französischen Zone und musste dort bleiben. „Das erste Lebenszeichen von ihm war ein Brief. Ich glaube, dass es bis zum Spätsommer dauerte, bis er zurückkehren konnte“, so Jürgen Schmid.

Auch der Bruder lebte nach dem Sabotageakt in Todesangst

Sein Großvater Eugen habe ihm von der eigenen Todesangst berichtet, die er spürte, nachdem der Bruder die Sprengladung entfernt hatte. Eugen Schmid sei damals in Waiblingen unterwegs gewesen und habe gehört, dass die Gestapo wegen des Sprengsatzes auch nach ihm fahndete. Jürgen Schmid: „An den nächsten Satz erinnere ich mich genau: ,Ich hatte Angst, dass die mich gleich an die Wand stellen.‘ Sein einziger Gedanke war: Wie überlebe ich diesen Tag?“

Als am 21. April 1945 die Alliierten ins Remstal einrückten, wollten die Nazis die Remsbrücke bei Großheppach sprengen. Doch der Gärtner Eugen Kurz kappte die Zündschnur. Nachdem unsere Redaktion diese Geschichte aufgeschrieben hat, haben sich mehrere Leserinnen und Leser gemeldet – darunter Jürgen Schmid. Er nannte den Namen eines weiteren Großheppacher Helden: seines Großonkels Albert Schmid.

Die Sprengladung abmontiert und in die Rems geworfen

Dieser hatte, so hat es

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