Weinstadt

Wie die Weinstädter Kitas die Corona-Zeit genutzt haben

Hauspost
Melanie Propp, die den Kindergarten Eichenstraße in Endersbach leitet, ist mit ihrem Team in der Coronakrise neue Wege gegangen. Hier verteilt sie gerade Hauspost. © Stadt Weinstadt

Von diesem Montag an dürfen wieder mehr Kinder in die Kitas kommen – doch auch in den vergangenen Wochen war das Personal der Weinstädter Einrichtungen nicht untätig. Denn während in der Notbetreuung laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung lediglich ein paar wenige Kinderstimmen zu hören gewesen waren, haben sich die Erzieherinnen einiges einfallen lassen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas in den fünf Stadtteilen sehen die Coronakrise auch als Chance und machen das Beste aus der Situation. Dafür haben sie auch alternative Konzepte erarbeitet und setzen diese mit viel Herzblut täglich um.“

Kontakt zu den Kindern pflegen

Sarah Kuhn leitet das Kinderhaus Halde IV in Endersbach. Nach der Aufarbeitung einiger Aufgaben, die im Regelbetrieb der Vor-Krise-Monate manchmal etwas zu kurz gekommen waren, hatte sie mit ihrem Team laut der Stadt eine innovative Idee: „Wir haben eine virtuelle Foto-Sportreise durch das Kinderhaus erstellt“, erzählt Sarah Kuhn, „mit Übungen, die jeder zu Hause nachmachen kann.“ Um den Kontakt zu den Kindern zu pflegen, wurde das kleine Fotoheft per Hauspost ausgeliefert. „Diese Aktion passt hervorragend zu unserem Schwerpunkt als bewegungsfreundliche Einrichtung“, unterstreicht Sarah Kuhn. Dazu gab es noch eine Bastelanleitung, ein Lied, Fotos von den Erzieherinnen und Erziehern und ein spezielles Arbeitsblatt für die Vorschüler.

Am Anfang wurde geputzt, desinfiziert und sortiert

Auch Melanie Propp, die den Kindergarten Eichenstraße in Endersbach leitet, ging mit ihrem Team neue Wege. Als die Kita-Schließungen beschlossen wurden, sei es von einem Tag auf den anderen ganz still im Kindergarten geworden. „Der Mittelpunkt unserer Arbeit, die Kinder, war auf einen Schlag weg“, sagt Propp. Die Gruppe von 80 agilen, lauten Kindern sei von heute auf morgen auf nur wenige Kinder geschrumpft. Dadurch habe sich neben der Notbetreuung auch die praktische Arbeit grundlegend verändert. Wo zu Beginn der Schließung noch gemeinsame Putz-, Desinfizier-, Sortier- und Räumaktionen sowie konzeptionelle Erarbeitungen im Team standen, verlagerte sich die Arbeit schnell hin zur Heimarbeit und zur Kontaktpflege zu den Familien der Kindergartenkinder. „Dabei war ein gutes Miteinander sowohl im Team als auch mit den Eltern gefordert“, betont Melanie Propp.

Für die Einrichtungsleitungen lag der Schwerpunkt laut Pressemitteilung der Stadt vor allem in der Planung und Organisation sowie in der Personaleinteilung. Das sei ein ganz anderes Arbeiten gewesen als sonst, resümiert die Leiterin. Dennoch hätten sich auch in dieser neuen Arbeit die Schwerpunkte merklich widergespiegelt. Nun freuen sie sich darauf, dass es wieder „laut wird und unser Haus mit Lachen, Toben, Singen und Spielen erfüllt ist“.