Weinstadt

Wieder Kritik an der Ulrichstraße

1/2
ulrichstraße Radweg Fahrrad Beutelsbach Weinstadt Straßenlaterne_0
Nächster Schildbürgerstreich in der Ulrichstraße in Beutelsbach: Am bisher noch gesperrten Fußgängerüberweg an der neuen Einmündung Ulrichstraße/Stuttgarter Straße wurde jetzt eine Straßenlaterne mitten auf dem Radweg platziert. © Alexander Roth
2/2
_1
Steht die Straßenlampe (in der Mitte des Fotos) für Radler ungünstig? Darüber gehen die Ansichten auseinander. Die Stadtverwaltung will sich alles noch mal mit der Polizei ansehen. © Gabriel Habermann

Weinstadt-Beutelsbach. Schildbürgerstreich oder alles halb so schlimm? Über die Straßenlampe, die auf einem Radweg bei der neugestalteten Einmündung der Ulrichstraße in die Beutelsbacher Ortsdurchfahrt errichtet wurde, gehen die Meinungen auseinander. Die Stadtverwaltung will das Ganze nun noch mal zusammen mit der Polizei überprüfen.

„Am bisher noch gesperrten Fußgängerüberweg wurde jetzt eine Straßenlaterne mitten auf dem Radweg platziert. Vielleicht kann sich da mal ein Redakteur aufs Radl schwingen und ein paar Fotos machen?“ Mit dieser Frage wandte sich ein Leser an unsere Zeitung, der sich über die rund eine Million Euro teure neue Einmündung der Ulrichstraße in die Stuttgarter Straße ärgert.

Diese hatte bereits Anfang Mai für Aufregung bei vielen Autofahrern gesorgt, weil der Kreuzungspunkt von den Planern so versetzt wurde, dass Linksabbieger aus der Ulrichstraße alle Autos, die aus Fahrtrichtung Endersbach kommen, erst sehr spät sehen. Nun geht es um eine Straßenlaterne, die aus Sicht des Lesers ungünstig platziert ist. Zudem kritisiert dieser auch die Noppensteine, die den Radweg queren. „Sieht sicher toll aus, der Radler wird es wohl eher als störend empfinden.“

Zweifeln am Planer

Der Radweg wird als Hauptverkehrsachse für den Radverkehr nach Schnait genutzt, unter anderem von vielen Schülern. „Durch das Verschieben in Richtung Ortsmitte ist der neue Überweg ohnehin schon verschlechtert worden. Dass jetzt noch eine Laterne in den Radweg gesetzt wurde, lässt am Planer zweifeln“, findet der Leser. Zur Wahrheit gehört indes auch, dass früher genau diese Stelle für Radfahrer aus Schnait unübersichtlich war.

Eine Redakteurskollegin hat die Strecke jüngst mit dem Rad getestet. Ihre Einschätzung: Wer aus dem Fahrradweg aus Fahrtrichtung Schnait kommend auf die Ulrichstraße fährt, hat natürlich erst mal die Laterne vor der Nase – doch für Autofahrer, die von der Stuttgarter Straße kommen, ergibt sich ein Vorteil. „Jetzt kann niemand mehr direkt von rechts über die Straße rauschen, weil die Fahrradfahrer jetzt langsamer fahren müssen.“

Vor-Ort-Termin mit der Polizei

Laut Jochen Beglau von der Pressestelle der Stadt Weinstadt haben sich das Tiefbau- und das Ordnungsamt auf unsere Anfrage hin die Situation vor Ort mittlerweile angeschaut. „Die Aussage, dass die Straßenlaterne mitten auf dem Radweg platziert wurde, scheint doch etwas übertrieben. Wir möchten das Ganze aber nochmals gemeinsam mit der Polizei besichtigen“, teilt Beglau mit. Im Übrigen sei die Baumaßnahme dort noch nicht ganz abgeschlossen, die Dinge seien daher noch im Fluss. „Es muss beispielsweise noch festgelegt werden, wo genau der Radweg endet. Damit hat sich vermutlich auch die Frage nach der vermeintlich ungünstig platzierten Straßenbeleuchtung erledigt.“

Die von unserem Leser angesprochenen Noppensteine werden laut Jochen Beglau für den barrierefreien Übergang beim Zebrastreifen erforderlich und sind daher nach seiner Auffassung mitnichten eine rein optische Angelegenheit. „Planung und Ausführung erfolgte hier nach den barrierefreien Standards der Technik. Die Noppensteine sind begehbar und auch für Fahrradfahrer überfahrbar.“


Durchaus Vorteile

Die Neugestaltung der Ulrichstraße bringt trotz aller Kritik unbestritten Vorteile mit sich: So wird es künftig 15 Parkplätze in der Ulrichstraße geben und nicht mehr nur sechs.

Zum anderen können die Bushaltestellen, der Zebrastreifen in der Ulrichstraße und die Ampelquerung in der Stuttgarter Straße offiziell als barrierefrei bezeichnet werden.